Enttäuschter Aljami Durham nach Spiel in Ludwigsburg

Aus Ludwigsburg in die Sommerpause

Die Veolia Towers verlieren das finale Play-In-Duell gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 91:78. Trotz BBL-Bestwert von Topscorer Aljami Durham (34 Pkt.) bleibt ein Comeback nach zwischenzeitlich 23 Punkten Rückstand aus. Im Anschluss an die Rückreise beginnt für die Hamburger die Sommerpause.

Benka Barloschky: „Das, was wir die letzten Spiele gut gemacht haben, nämlich den Start in jede Halbzeit, haben wir heute nicht gut gemacht. Wir haben nur schwer ins Spiel gefunden, sind mit der Physis nicht gut zurechtgekommen. Ludwigsburg hat mit ihrem Stil der Partie den Stempel aufgedrückt. Und es hat einfach zu lange gedauert, bis wir richtig dagegengehalten haben. Wir haben taktisch noch alles versucht, was wir im Köcher hatten. Es war aber eine Frage der Mentalität, der Härte – mehr das Wie als das Was – und heute hat Ludwigsburg das besser gemacht. Wir haben uns das anders vorgestellt, hatten uns was anderes vorgenommen. Aber ich hoffe, dass, mit ein paar Tagen Abstand, der Stolz über die Saison doch überwiegen kann.“

Aljami Durham: „Ich wollte nicht, dass unsere Saison endet. Wir haben sehr hart gekämpft, um an diesem Punkt zu stehen. Wir wollten in die Playoffs, das Team und ich haben alles versucht. Aber die bessere Mannschaft, und das war heute Ludwigsburg, hat sich am Ende aber durchgesetzt. Sie waren sehr physisch und wir haben zu lange gebraucht, um dagegenzuhalten. Ich bin sehr stolz auf das Team, wie wir uns seit dem Saisonbeginn entwickelt haben. Es war eine wahnsinnige Leistung und ich bin glücklich, diese Reise mit den Jungs gemacht zu haben.“

Im Vergleich zu den ersten beiden Play-In-Auftritten gingen beide Teams leicht verändert in das finale Duell. Die MHP RIESEN rotierten Topscorer Jayvon Graves aus dem Aufgebot, die Veolia Towers gaben Mark Hughes eine Pause – dafür war Aleksander Dziewa zurück. Und der Center stand direkt wieder in der Anfangsformation. Mit vier schnellen Zählern legten die Hamburger vor, ehe die Hausherren sieben unbeantwortete Punkte dagegensetzten. Und auch defensiv setzte Ludwigsburg früh ein Statement und ging nach dem dritten erzwungenen Ballgewinn mit sechs Punkten in Führung. Benka Barloschky versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern, das Spiel seiner Schützlinge blieb gegen den hohen Druck jedoch fehleranfällig. Fünf Minuten vergingen, ehe Seth Hinrichs wieder Zählbares aus dem laufenden Spiel heraus gelang. Trotz sehr überschaubarer Auslastung – nur 1387 Zuschauer fanden den Weg in die Arena – blieben die Schwaben tonangebend. Und setzten sich bis auf 12 Punkte ab. Dank einer starken Schlussphase konnten die Hanseaten zum Ende des ersten Viertels auf 23:15 verkürzen.

Erster Distanztreffer fällt erst spät

Mit Beginn des zweiten Abschnitts setzten sich die Ludwigsburger direkt wieder zweistellig ab. Die Veolia Towers taten sich mit der Physis des Hauptrunden-Achten auf beiden Seiten des Feldes schwer. Weil der Korb aus der Distanz zunächst wie vernagelt wirkte – die ersten sechs Versuche wollten nicht durch die Reuse fallen – blieb den Hamburgern nur der Weg in die Zone. Doch auch hier gab es nahezu keinen Raum zur Entfaltung. Die RIESEN wurden ihrem Namen dagegen gerecht und gestalteten das Reboundduell zunächst durchaus deutlich zu ihren Gunsten. Zwei zweite Chancen in Folge ließen die Gastgeber weiter vorlegen – ein Defensivabpraller lieferte anschließend die perfekte Vorlage für einen Schnellangriff. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause leuchtete eine 16-Punkte-Differenz von der Anzeigetafel. Erst 53 Sekunden vor der Pause gelang Will Christmas der erste Hamburger Treffer aus der Distanz, die Hausherren reagierten direkt mit einer Auszeit. Die zahlte sich jedoch nicht aus. Stattdessen vollendete Jonas Wohlfarth-Bottermann mit zwei Freiwürfen einen 6:0-Lauf zum 45:35.

Mit viel Energie kamen die Veolia Towers nach dem Seitenwechsel zurück auf das Parkett. Zwei Ballverluste in Folge und ein daraus resultierender Ludwigsburger 7:0-Lauf erstickten den anfänglichen Drive aber direkt im Ansatz. Die RIESEN setzten sich in der Folge weiter ab. Ein Dreier von Brae Ivey ließ kurzzeitig neue Hoffnung auf eine Aufholjagd aufkeimen. Weil anschließend jedoch ein weiterer Ballverlust, zwei Fehlwürfe und drei Fouls folgten, brachten sich die Hausherren von der Freiwurflinie mit 17 Punkten in Führung. Will Christmas und Brae Ivey ließen mit zwei durchsetzungsstarken Drives durchblitzen, dass sie sich einer vorzeitigen Entscheidung nicht hingeben wollten. Nach einer Ludwigsburger Auszeit war jedoch auch der nächste kurze Aufwind schnell wieder verflogen. Denn erneut leisteten sich die Hanseaten, diesmal sogar ohne Mitwirken der RIESEN, zwei Ballverluste. Der dann folgende 16. Turnover ebnete den Weg zu einem Buzzerbeater der Schwaben – die damit zum Ende des dritten Viertels auf 66:45 enteilt waren.

Mit neuem BBL-Bestwert in die Sommerpause

Sich ohne Gegenwehr einfach ihrem Schicksal zu ergeben, steckt allerdings nicht in der DNA der Veolia Towers. Fünf Punkte brachte Aljami Durham in gerade einmal 55 Sekunden auf die Anzeigetafel und nötigte Ludwigsburg damit direkt eine Auszeit ab. Nach der Unterbrechung entbrannte ein Zweikampf – Ludwigsburgs Desure Buie verwandelte zwei Dreier, der Hamburger Energizer ließ acht weitere Zähler folgen. Doch die 13 Punkte, mit denen Aljami Durham das Spiel seiner Hamburger schulterte, genügten nicht, um den Rückstand entscheidend zu verringern. Fünf Minuten vor Schluss besiegelte Buie, der schon in den beiden Hauptrunden-Duellen – die die Towers für sich entscheiden konnten – groß aufgespielt hatte, mit seinem fünften Dreier dann doch vorzeitig das Hamburger Saisonende. Es hätte schon eines Basketballwunders bedurft, um den auf 23 Punkte angewachsenen Rückstand wieder wettzumachen. Dieses blieb, obwohl die Hanseaten den vierten Abschnitt mit 25:33 für sich entschieden, jedoch aus. Und so mussten die Veolia Towers, bei denen Aljami Durham mit 25 Punkten im Schlussabschnitt noch eine neue BBL-Bestleistung verbuchen konnte, nach der 91:78-Niederlage die Rückreise in die Sommerpause antreten.

Stats: Brauner (2), Meisner (3 Reb., 3 Ast.), Ivey (14, 3 Reb.), Dziewa (3), Christmas (14, 3 Reb., 3 Ast.), Hinrichs (4, 3 Reb.), King (2, 4 Reb.), Wohlfarth-Bottermann (5, 6 Reb.), Durham (34, 3 Reb.)