Basketballspieler in blauen Trikots stehen nebeneinander, einer hält sich ein Handtuch vor das Gesicht.

Aufholjagd läuft ins Leere

Die Veolia Towers verlieren das Spiel gegen Science City Jena nach zwischenzeitlichem 27-Punkte-Swing in den Schlusssekunden mit 82:84. Wie schon in Ludwigsburg geraten die Hamburger früh hoch in Rückstand. Martin Breunig wird mit 16 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Ich bin nicht damit zufrieden, wie wir das Spiel zu Ende gebracht haben. Meines Erachtens dürfen wir dieses Spiel nie und nimmer verlieren. Wir gewinnen das Possession-Game klar, rebounden besser, passen besser auf den Ball auf – kreieren Chance um Chance. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Unsere Trefferquoten sind aber nicht hoch genug, wie in Ludwigsburg. In beiden Spielen graben wir uns am Anfang ein Riesenloch. Das darf nicht passieren. Wenn das nicht wäre, dann gewinnen wir das Spiel womöglich in einer kontrollierten Art und Weise. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, haben am Ende viel richtig gemacht, uns aber nicht belohnt. Es ist jetzt ein sehr schmaler Grat für die nächsten Spiele.“

Martin Breunig: „Wir haben uns zurückgekämpft, dann lange einen sehr guten Job gemacht. Das Ende allerdings ist mehr als bitter. Und das war teilweise auch meine Schuld. Ich bin an den Leuten vorbeigeflogen, was nicht mein Job ist. Das unsportliche Foul hätte nicht sein müssen. Wir haben uns in eine Position gebracht, das Spiel zu gewinnen. Und hätten es einfach in die Tasche stecken sollen.“

Benedikt Turudic: „Im letzten Viertel lief genau das nicht, was auch am Anfang nicht funktioniert hat. Jena hat uns einfach überrannt, wir haben ihre Läufe nicht stoppen können -auch, weil wir nicht gefoult haben, wenn wir es gemusst hätten. Natürlich haben wir auch unsere Würfe nicht getroffen. Ich stelle mir schon die Frage, wieso wir es sowohl in Ludwigsburg als auch heute nicht geschafft haben, gut ins Spiel zu kommen. Wir müssen verstehen, dass wir uns im Abstiegskampf befinden. Und das müssen wir verstehen.“

Zu Beginn des Spiels taten sich die Veolia Towers sichtlich schwer. Auf beiden Seiten des Feldes waren die Spieler von Science City Jena ein paar Prozente wacher, spritziger, aggressiver. So griff Head Coach Benka Barloschky nach nicht einmal drei Minuten, der Rückstand war bereits zweistellig, zu ersten Auszeit. Anschließend nahm die Partie an Tempo zu. Verkürzen konnten die Hamburger, die kurzfristig auf Zsombor Maronka verzichten mussten und bei denen Kenneth Ogbe, Osaro Rich und Benedikt Turudic angeschlagen ins Spiel gegangen waren, aber nicht. Im Gegenteil, die Hypothek wuchs zwischenzeitlich auf 20 Punkte – und Barloschky bat abermals zur Auszeit. Bis zum Ende des ersten Viertels konnten die Hanseaten auf 22:34 verkürzen. Angestachelt von den 2235 Fans in der Inselpark Arena zogen die Towers zum Start des zweiten Spielabschnitts das Intensitätslevel ordentlich an. Martin Breunig, der sieben Punkte in Folge auf die Anzeigetafel brachte, drückte den Rückstand für die Hamburg in den einstelligen Bereich. Als Ross Williams kurze Zeit später in der Verteidigung von einem Jenaer per Ellenbogen niedergestreckt wurde – dafür aber ein technisches Foul erhielt – entbrannte ein gellendes Pfeifkonzert. Die Hamburger hatten den sechsten Mann fest im Rücken. Und schlossen bis auf sechs Punkte auf. Mit knallharter Defensive brachten die Hanseaten ein 44:50 in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel legten beide Teams den Intensitätsschalter in Sekundenbruchteilen wieder um. Mit Volldampf schwappte die Partie von einer zur anderen Spielfeldseite. Und die Veolia Towers schienen mit jeder Angriffswelle etwas mehr Oberwasser zu gewinnen. Die angeschlagenen Ogbe, Turudic und Rich führten den Ausgleich herbei. Etwa 60 Sekunden später sorgte Devon Daniels mit einem Treffer aus der Distanz für die erste Führung der Hamburger an diesem Abend. Zwei starke Defensivsequenzen, die Jena jeweils zur Überschreitung der Angriffszeit zwangen, untermauerten das Momentum der Hanseaten. Mit einer verdienten, weil hart erkämpften, 68:63-Führung ging es ins Schlussviertel. Mit aller Kraft stemmten sich die Towers gegen die ebenfalls hart kämpfenden Jenaer – keinesfalls ein Leckerbissen für Offensiventhusiasten, dafür Basketball-Kampf pur. Die Punktedifferenz blieb für fünf Minuten unverändert. Mit einem Distanztreffer und anschließendem Posterdunk setzten die Thüringer zur nächsten Attacke an. Eine Auszeit und ein Daniels-Dreier ließen die Towers kurz durchschnaufen. Doch ein 7:0-Ansturm von Science City Jena zum Start der Crunchtime brachte die Hamburger unter Zugzwang. Die Abschlüsse der Hamburger wollten partout den Weg ins Ziel nicht mehr finden. Mit Beginn der Schlussminute kam zum Pech auch noch Unglück dazu. Beim Versuch, einen Jenaer Abschluss zu unterbinden, beging Topscorer Martin Breunig ein unsportliches Foul. Weil die Gäste die Situation allerdings nur in einen Zähler ummünzen konnten, erhielten die Veolia Towers doch noch eine letzte Chance. Die allerdings blieb ungenutzt – beim Stand von 82:84 ertönte die Sirene.

Stats: Thorpe (9, 3 Reb., 3 Ast.), Rich (5, 3 Ast.), Grey, Breunig (16, 6 Reb.), Wimberg (5, 4 Reb.), Daniels (14, 7 Reb., 3 Ast.), Ogbe (13, 5 Reb.), Gamble II (3), Williams (6), Turudic (11, 5 Reb., 5 Ast.)