Alarmstufe Rot: Vorsicht vor angeschlagenen Bambergern

Vor der Nationalmannschaftspause treffen die Hamburg Towers am Mittwoch auf Brose Bamberg und wollen sich für die Hinspiel-Niederlage revanchieren. Tipoff ist um 19 Uhr. Magenta Sport überträgt ab 18.45 Uhr.

WHAT’S UP?! Offen gestanden, hatte das Hinspiel gegen Brose Bamberg nicht viel von dem, was die Hamburg Towers eigentlich ausmacht. Nach einer frühen zweistelligen Führung der Hanseaten zog der neunmalige deutsche Meister die Intensität und Härte deutlich an. Das Team von Pedro Calles fand nach einem Führungswechsel, noch im ersten Viertel, keine Möglichkeit, um die Partie in den weiteren drei Abschnitten wieder zu drehen. Entsprechend motiviert reisen die Hamburg Towers am Dienstag nach Bamberg, um sich am 22. Spieltag (Mittwoch, 19 Uhr) für die Anfang Januar erlittene Hinspiel-Niederlage zu revanchieren. Und zumindest die personellen Vorzeichen lassen einen kleinen Vorteil auf Hamburger Seite erahnen. Mit voller Kaderstärke werden die Hamburger die Reise antreten, ob der zuletzt verletzte Zach Brown bereits am Mittwoch wieder eingesetzt werden kann, entscheidet sich aber erst am Spieltag. Auf Bamberger Seite fehlen dagegen mit Akil Mitchell, Patrick Heckmann und Kenneth Ogbe gleich drei Akteure, die mit ihrer körperlichen Präsenz im Hinspiel den Unterschied ausgemacht haben. Da auch der von einer Verletzung genesene Dominic Lockhart aufgrund eines positiven Corona-Tests am vergangenen Wochenende fehlte, konnte Brose Bamberg gegen Gießen nur auf eine Sieben-Mann-Rotation bauen. Aber anders als die Hamburger, die Gießen ähnlich gehandicapt vor rund drei Wochen deutlich unterlagen, kämpften sich die Bamberger bei den Hessen zum Erfolg. Das Team von Oren Amiel machte aus der Not eine Tugend und setzte alles auf eine Karte – Angriff als Verteidigung. Gleich fünf Spieler erzielten gegen Gießen mindesten 13 Zählern, der erst Ende Dezember nachverpflichtete Tomas Kyzlink führte den aktuellen Tabellenelften mit 22 Punkten an. Mit durchschnittlich 85,3 Zählern ist Bamberg im bisherigen Saisonverlauf das fünftstärkste Offensivteam der Liga. Daher wird es für die Towers besonders wichtig sein, nach eigenen 40 Minuten Offensivspektakel gegen Würzburg, der Partie über die Defensive einen Stempel aufzudrücken.

Christian Sengfelder ist Bamberg Go-to-Guy. | Foto: Marvin Contessi

DUELL IM FOKUS Maik Kotsar vs. Christian Sengfelder. Der Bamberger Big Men spielt eine Fabelsaison, stand bisher in jeder Partie von Beginn an auf dem Feld und ist die offensive Lebensversicherung der Oberfranken. In rund 30 Minuten Einsatzzeit kommt der deutsche Nationalspieler auf durchschnittlich 17,6 Punkte, 6,6 Rebounds und 0,9 Assists. Lediglich in zwei Partien verbuchte er eine einstellige Punkteausbeute – das Hinspiel in Hamburg war sein statistisch schwächstes Spiel in dieser Saison. Auch weil Maik Kotsar, zusammen mit Seth Hinrichs, die Wirkungskreise effektiv einschränkten. Der Hamburger Center spielt eine erneut starke Saison. Anders als im Vorjahr kommt er zumeist von der Bank, mit reduzierter Einsatzzeit, was seine Leistung jedoch nicht mindert. Zwar sank der Punkteschnitt des Esten leicht, dafür verbesserte er seine Reboundausbeute. In etwas mehr als 27 Minuten verbucht der stille Riese 13,7 Punkte, 7,1 Rebounds und 1,8 Assists.

BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER Zwischen 2017 und 2019 trug Eddy Edigin hauptsächlich das Trikot von Bambergs ehemaligem Kooperationspartner Baunach. Für die Young Pikes absolvierte der Center an der Seite von Louis Olinde in seinem ersten Jahr 28 Partien – legte starke 8,1 Punkte und 5,9 Rebounds auf. Und mit seiner Leistung in der ProA empfahl sich der damals 22-Jährige für erste Einsätze in der easyCredit BBL. Gleich sechs Mal trug Eddy Edigin das Bamberger Trikot in der höchsten deutschen Spielklasse und kam, fünf Jahre nachdem er mit dem Basketballspielen angefangen hatte, 2017/18 auf insgesamt 14:23 Minuten Einsatzzeit. Gegen die BG Göttingen erzielte der in Nigeria geborene Center am 06.11.2017 seine ersten zwei BBL-Punkte. Auch in der Euroleague sammelte Edigin während seiner Zeit im Bamberger Ausbildungsprogramm mit einem Kurzeinsatz erste Erfahrungen auf internationalem Parkett. Erst ein Kreuzbandriss in Vorbereitung auf sein zweites Jahr verhinderte weitere Einsätze und beendete die Zeit des 2,03 Meter großen Big Man in Oberfranken.

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OFF THE COURT SHE SAID YES! Bei strahlendem Sonnenschein, vor den Augen des ein oder anderen Schwanenpaares am Alster-Ufer stellte Caleb Homesley seiner langjährigen Freundin Tori am vergangenen Sonntag die Frage aller Fragen. Und nach fünfeinhalb gemeinsamen Jahren gab es kein Zögern und nur eine logische Antwort. Kennengelernt haben sich beide an der Liberty University. Ebenso wie Caleb spielte Tori für die Flames Basketball, zumindest für zwei Jahre. Deutlich größeren Erfolg hatte die 1,75 Meter große Athletin aber im Softball. In der Baseball-Variante zählt sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte der University, erreichte über vier Jahre gleich in sieben Kategorien Top10-Werte und hatte die Ehre, den ersten Home Run nach Eröffnung des Liberty Softball Stadiums zu landen.

KURZER SCHNACK VOR DEM SPIEL

Im Hinspiel konnten sich die Hamburg Towers zu selten gegen die enge Bamberger Verteidigung durchsetzen. | Foto: Dennis Fischer

PEDRO CALLES: „Bamberg hat uns beim letzten Mal ordentlich einen mitgegeben. Die Verletzungen von Jaylon und dann Justus im Spiel haben uns wehgetan, wir waren auf den Außenpositionen dadurch sehr dünn besetzt. Sie haben sehr physisch gegen uns gespielt, offensiv hatten wir keinen Rhythmus, was uns auch defensiv beeinflusst hat. Trotz der kurzen Rotation sollten wir Bamberg nicht unterschätzen. Sie haben eine große Tradition, eine ausgeprägte Siegermentalität in der Organisation. Gegen Gießen waren sie in einer ähnlichen Situation wie wir, aber sie haben ein komplett anderes Ergebnis erzielt. Das macht mehr als deutlich, wieso wir sie nicht unterschätzen sollten. Das letzte Mal sind wir mit einer Niederlage in die Nationalmannschaftspause gegangen, das wollen wir diesmal anders machen. Aber nicht nur, weil es in die Pause geht, sondern weil Siege generell einen besseren Geschmack hinterlassen.“

MAX DILEO: „Wir haben auf jeden Fall noch eine Rechnung offen. Wir haben im Hinspiel definitiv nicht unser bestes Spiel gemacht. Daher freue ich mich, dass wir am Mittwoch die Chance haben, es besser zu machen. Gleichzeitig dürfen wir Bamberg aber nicht unterschätzen. Sie haben in kurzer Rotation am letzten Wochenende gewonnen. Wenn Spieler ausfallen, dann steigert es bei den verbliebenen die Motivation, sie kämpfen verbissener, sie rücken enger zusammen. Es ist eine gefährliche Ausgangslage, darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir selbst können im Vergleich zum Würzburg-Spiel noch viel verbessern. Unsere Defensive war nicht richtig da. Wir haben die Dinge annähernd richtig gemacht. Aber das reicht in der BBL nicht. Wir können nicht nur nahezu an der richtigen Stelle sein, nicht nur nahezu genug reden. Wir müssen unsere Defensive wieder zu 100 Prozent umsetzen, noch darüber hinausgehen, um bestehen zu können.“