03.05.2021

Mit frischer Energie gegen Göttingen

Nur knapp 48 Stunden nach der Partie in Crailsheim bestreiten die Hamburg Towers am Dienstag (19 Uhr) ihr letztes Hauptrunden-Heimspiel gegen die BG Göttingen. Magenta Sport überträgt ab 18.45 Uhr live.

Eine ausgedünnte Personaldecke, eine verkürzte Rotation und damit verbunden längere Spielzeiten bei den einsatzfähigen Akteuren sowie zuletzt zwei Niederlagen auf der einen Seite – nur ein Tag Erholungs- und Vorbereitungszeit auf der anderen Seite. Die Voraussetzungen der Hamburg Towers vor dem finalen Hauptrunden-Heimspiel gegen die BG Göttingen könnten durchaus besser sein. Darauf angesprochen halten Pedro Calles und Maik Kotsar aber beinahe einstimmig fest: „Daran können wir nichts ändern.“ Den straffen Zeitplan, die Ausfälle von Bryce und Kameron Taylor sowie Marvin Ogunsipe wollen die Hamburger nicht als Ausrede gelten lassen.

Trotz Verletzung zeigt Kapitän Bryce Taylor an der Seitenlinie vollen Einsatz. | Foto: Dennis Fischer

Stattdessen bleiben die Hanseaten ihrer Marschroute treu. „Wir werden unser Spiel jetzt nicht auf den Kopf stellen. Wir müssen einfach bessere Optionen als zuletzt herausspielen“, so Head Coach Calles. Die sicherste Option im Hamburger Angriff bildete zuletzt Maik Kotsar. Der estnische Nationalcenter avancierte in den letzten drei Partien zum Topscorer, stellte in Crailsheim eine neue persönliche Bestleistung auf. „Solange wir nicht gewinnen, bedeuten persönliche Statistiken nichts. Ich würde lieber keine Punkte erzielen und dafür gewinnen, statt 26 Punkte aufzulegen und zu verlieren“, erklärt Kotsar, der mit durchschnittlich 1,8 Assists seine mannschaftsdienliche Spielweise unter Beweis stellt. Zuletzt stand der 2,11 Meter große Center regelmäßig über 30 Minuten auf dem Parkett, Verschnaufpausen gibt es während der Spiele nur selten. „Um mich zu erholen, mache ich gern einen langen Spaziergang mit meiner Hündin Rosie durch den Wilhelmsburger Inselpark. Da bin ich an der frischen Luft, bekomme ein wenig Bewegung und kann mein Energielevel wieder auffrischen“, so Mike Kotsar.

Back in business

Dagegen viel Zeit zur Erholung hatten zuletzt die Spieler der BG Göttingen. Nachdem zwei Spieler vor dem Magenta Sport BBL Pokal TOP FOUR positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, musste das komplette Team in Quarantäne. Eine Ausnahme gab es – Topscorer Rihards Lomazs (16,3 PpS) infizierte sich bereits im vergangenen Jahr und konnte als einziges verbliebenes Veilchen allein trainieren. Am Freitag endete die Team-Quarantäne, bereits am Sonntag stieg das Team von Roel Moors wieder in den Spielbetrieb ein. „Sie haben ihre Minuten im Spiel gegen München auf viele Spieler verteilt. Das macht auch Sinn, immerhin haben sie für zwei Wochen nicht als Team trainiert“, berichtet Pedro Calles über Göttingens 90:106-Niederlage gegen München.

Das Duell der beiden Center wird auch am Dienstag im Fokus stehen. | Foto: MSSP

Vier Spiele stehen in der Hauptrunde noch auf dem Programm der Niedersachsen, noch besteht eine Minimalchance auf die Playoff-Teilnahme. Dafür müssten die Göttinger allerdings alle ausstehenden Spiele gewinnen, Bamberg zeitgleich alle Partien verlieren. Das bedeutet auch, dass ein Sieg der Hamburg Towers am Dienstagabend für klare Verhältnisse über das diesjährige Playoff-Teilnehmerfeld sorgen würde. „Sie sind ein ziemlich aggressives Team“, weiß Maik Kotsar. Fast 21-mal pro Spiel stehen die Göttinger an der Freiwurflinie, der vierthöchste Schnitt im Ligavergleich. Auf die aggressive Towers-Verteidigung will Head Coach Calles deshalb aber nicht verzichten. „Wir werden nur aufgrund von Statistiken nicht viel verändern. Wenn wir von Spiel zu Spiel alles auf den Kopf stellen würden, bedeute das, dass uns eine Identität fehlen würde. Wir versuchen, so gut es geht, unser System umzusetzen und sie zu schlechten Würfen im Zweier- und Dreier-Bereich zu zwingen“, setzt Calles auf das Vertrauen in die eigenen Stärken.

Das Gefühl, alles zu geben

Das Fehlen der BBL-erfahrenen Akteure ermöglichte zuletzt weniger erfahrenen Towers mehr Spielzeit. So kam Patrick Spencer in drei Partien bisher durchschnittlich auf fast 19 Minuten – Osaro Jürgen Rich stand in Crailsheim fast 13 Minuten auf dem Feld. „Nicht nur gestern hat Osaro einen guten Job gemacht, das macht er über die gesamte Sasion – bei uns und auch im ProB-Team. Die Belohnung dafür ist, dass er mehr und mehr einen Platz in unserer Rotation einnimmt“, erklärt Pedro Calles. Gleichzeitig ist Rich’s Leistung für ihn ein Zeichen des Teamworks: „Ich muss ein großes Lob an Benka verteilen, der die meiste Zeit mit ihm gearbeitet hat.“

Jürgen Osaro Rich gibt keinen Ball verloren. | Foto: Thorsten Ochs

Teamwork steht für Calles auch während der verbleibenden beiden Hauptrundenspiele ganz oben auf der Prioritätenliste. „Wichtiger als die Ergebnisse ist es für mich, dass wir jedes Spiel mit dem Gefühl beenden, dass wir alles gegeben haben“, erklärt der Hamburger Head Coach seine Zielsetzung. Voller Einsatz bleib auch für Dauerbrenner Maik Kotsar der Schlüssel: „Bei uns beginnt alles mit der Defensive. Wenn wir dort Stopps generieren, dann bekommen wir Fastbreaks und einfache Korbleger. Wenn es also offensiv nicht rund läuft, dann müssen wir defensiv noch aggressiver sein, um unser Spiel wieder anzukurbeln.“

Im Hinspiel markierte Maik Kotsar 10 Zähler. | Foto: MSSP

Kurzer Schnack vor dem Spiel:

Pedro Calles: „Sie haben ihre Minuten im Spiel gegen München auf viele Spieler verteilt. Das macht auch Sinn, immerhin haben sie für zwei Wochen nicht als Team trainiert. Wir werden aber nur aufgrund von Statistiken nicht viel verändern. Wenn wir von Spiel zu Spiel alles auf den Kopf stellen würden, bedeute das, dass uns eine Identität fehlen würde. Wir versuchen, so gut es geht, unser System umzusetzen und sie zu schlechten Würfen im Zweier- und Dreier-Bereich zu zwingen. Wir müssen einfach bessere Optionen als zuletzt herausspielen. Wichtiger als die Ergebnisse ist es für mich, dass wir jedes Spiel mit dem Gefühl beenden, dass wir alles gegeben haben. Darum wird es in den letzten beiden Spielen gehen, wir wollen uns als Team weiterentwickeln. Nicht nur gestern hat Osaro einen guten Job gemacht, das macht er über die gesamte Sasion – bei uns und auch im ProB-Team. Die Belohnung dafür ist, dass er mehr und mehr einen Platz in unserer Rotation einnimmt. Ich freue mich sehr für ihn. Gleichzeitig muss ich ein großes Lob an Benka verteilen, der die meiste Zeit mit ihm gearbeitet hat.“

Maik Kotsar: „Augenscheinlich ist es hart, da wir mit einer kürzeren Rotation spielen müssen. Aber daran können wir nichts ändern. Um mich zu erholen, mache ich gern einen langen Spaziergang mit meiner Hündin Rosie durch den Wilhelmsburger Inselpark. Da bin ich an der frischen Luft, bekomme ein wenig Bewegung und kann mein Energielevel wieder auffrischen. Solange wir nicht gewinnen, bedeuten persönliche Statistiken nichts. Ich würde lieber keine Punkte erzielen und dafür gewinnen, statt 26 Punkte aufzulegen und zu verlieren. Bei uns beginnt alles mit der Defensive. Wenn wir dort Stopps generieren, dann bekommen wir Fastbreaks und einfache Korbleger. Wenn es also offensiv nicht rund läuft, dann müssen wir defensiv noch aggressiver sein, um unser Spiel wieder anzukurbeln.“

PLAYOFFS, BABY! Am 20. Mai geht es los!