03.04.2019

„Let’s play in May“

"Let's play in May"

Das Motto lässt keine Zweifel zu. „Let’s play in May“, hat Mike Taylor als Marschroute ausgegeben. Im Mai finden bekanntlich die Finalspiele der BARMER 2. Basketball Bundesliga statt, deren Teilnehmer als Aufsteiger feststehen. „Unser Traumziel lebt, jetzt kämpfen und arbeiten wir dafür“, sagt der Headcoach der Hamburg Towers, dessen Schützlinge am Samstag, 6. April, mit einem Heimspiel gegen die ROSTOCK SEAWOLVES ins Abenteuer Aufstieg starten. Tip-Off zur ersten Viertelfinalpartie ist um 19.30 Uhr in der edel-optics.de Arena.

Drei Siege stehen zwischen den beiden Rivalen und dem Halbfinale, wo der Gewinner der Best-of-Five-Serie zwischen den NINERS Chemnitz und PS Karlsruhe LIONS lauern würde. Doch an die Vorschlussrunde verschwendet in Wilhelmsburg noch niemand einen Gedanken. Der Fokus liegt auf den drei bis fünf voraussichtlich packenden Nord-Derbys. „Für die Fans ist das ganz interessant, sie können aufgrund der kurzen Distanzen zwischen beiden Städten auch Auswärtspartien besuchen“, betont Taylor erfreut. Die bisherigen beiden Aufeinandertreffen sind vielversprechend. In zwei „heißen Duellen“, so der US-Amerikaner, setzten sich die Towers vor jeweils gewaltiger und atmosphärischer Kulisse mit 83:69 in Hamburg und mit 74:68 an der Ostsee durch. Das macht Mut, ist in einer Serie, die beim Stand von 0:0 beginnt, jedoch weitgehend bedeutungslos. „Unser Respekt vor Rostock ist groß“, stellt Taylor klar.

Um gegen den fünftplatzierten Aufsteiger zu bestehen, müssen sich die Norddeutschen im Vergleich zu den Vorwochen verbessern. „Vor allem unsere Verteidigung hat mir zuletzt nicht gefallen, aber gerade die ist in den Playoffs besonders wichtig“, erklärt Taylor. Der 46-Jährige legt seinen Fokus in erster Linie darauf, das eigene System an beiden Enden des Courts zu etablieren. „Meine Philosophie ist 70:30 bezüglich der Konzentration auf die eigenen Stärken gegenüber dem Scouting des Gegners.“

Dennoch ist die Beobachtung der SEAWOLVES nicht zu kurz gekommen. Dabei dürfte dem Trainerstab um Assistent Benka Barloschky aufgefallen sein, dass der vom Serben Milan Skobalj gecoachte Gast vor allem von drei Akteuren getragen wird: Spielmacher Tony Hicks (14,4 Punkte pro Spiel), Scharfschütze Terrell Harris (13,4) und dem kanadischen Allrounder Yannick Anzuluni (14/5,8 Rebounds). „Rostock läuft sehr viele systematische Setplays, wir müssen auf die Kleinigkeiten achten, die sie im Vergleich zur regulären Saison verändert haben“, so Taylor. In der Abwehr sind die Ostdeutschen besonders stark (102,6 Defensiv-Rating/drittbester Wert), dafür rebounden die Towers deutlich besser und verlieren seltener das Spielgerät.

Wie in den Playoffs üblich, will der Coach die Rotation etwas verkürzen, mehr auf die routinierten Akteure setzen. Dazu zählen auch Scootie Guyton und Kova Kovacevic, die unter der Woche beide wieder ins Training eingestiegen und am Samstag voraussichtlich verfügbar sind. „Es ist hart, nach so langer Pause direkt wieder Leistung zu bringen. Wir müssen sehen, wie viel sie uns geben können. Ich bin allerdings sehr froh, beide wieder als Optionen zu besitzen“, sagt Taylor.

Erwartungsgemäß sind die Karten fürs Nord-Derby in Windeseile vergriffen gewesen. Für Leerausgegangene bleibt daher nur eine Alternative: der Livestream auf www.airtango.live. Ab 19.15 Uhr begrüßen Moderatorin Annie Brandt sowie die Kommentatoren Lars Mahrendorf und Fabian Tschakert das Publikum. Regie führt Isaac Duah Hoffmann.

Saison 19/20 für Towers vorzeitig beendet