08.11.2020

Historischer Sieg zum Saisonstart

Die Hamburg Towers sichern sich mit einem fulminanten Schlussviertel einen 78:75-Erfolg gegen Brose Bamberg und feiern den ersten BBL-Heimsieg der Vereinsgeschichte. Routinier Bryce Taylor gibt nach neunmonatiger Verletzungspause sein Comeback.

Gute Nachrichten bereits vor Spielbeginn. Knapp 90 Minuten vor Tipoff betrat Bryce Taylor vollständig in Towers-Uniform gekleidet das Parkett. Zu Beginn des zweiten Viertels gab der 34-jährige Routinier dann nach mehr als neun Monaten sein lang ersehntes Comeback. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Towers, die sich zwischenzeitlich eine 21:14-Führung (7.) erarbeiteten, mit einem Punkt in Rückstand. Das größte Problem bis dahin stellen die zahlreichen Fouls dar, die das Team von Head Coach Pedro Calles vor allem im zweiten Abschnitt daran hindern, die Gäste aus Bamberg in ihrem Wirken einzuschränken. Mit zwei Läufen geht die Mannschaft von Johan Roijakkers zur Halbzeit mit 40:50 in Führung. Zum Start der zweiten Hälfte zeigen sich die Towers wie ausgewechselt. Mit deutlich mehr Energie an beiden Enden des Feldes gehen die Towers durch einen Dreier von DiLeo Mitte des dritten Viertels wieder in Führung. Erneut schlugen die Bamberger mit einem Lauf zurück und gingen mit einem Neun-Punkte-Vorsprung (55:64) in die letzten zehn Minuten der Partie. Doch auch von der höchsten Führung des Spiels ließen sich die Towers nicht aus dem Konzept bringen. Punkt um Punkt kämpften sich die Hansestädter zurück und schafften drei Minuten vor Schluss durch Freiwürfe von Kameron Taylor perfekte Bedingungen (70:71) für die wohl spannendste Crunchtime am ersten BBL-Spieltag. Ein frecher Dreier von Allen, ein riesiger Korbleger von Shorts und zwei nervenstarke Freiwürfe von Swing später war der erste Towers-Heimsieg der Clubgeschichte dann unter Dach und Fach. Die wohl beste Nachricht des Tages.

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

Pedro Calles: „Ich als Coach möchte den Sieg Hendrik Drescher widmen, der sich in der Saisonvorbereitung voll reingehangen hat und jetzt verletzt leider nicht dabei sein konnte. Und das komplette Team möchte diesen Sieg unseren Fans widmen, die uns von zu Hause unterstützt haben. Wir mussten heute unsere eigene Atmosphäre kreieren. Und egal ob Zuhause oder Auswärts, es wird immer auf diese Stimmung im Team ankommen.“

Terry Allen: „Ich wollte heute unbedingt gewinnen. Zudem war es etwas Besonderes, gegen meinen ehemaligen Coach zu spielen. Unser Coach hat uns in der Halbzeit gesagt, wir müssen aggressiver auf beiden Seiten des Feldes sein. Und das hat uns am Ende den Sieg gesichert.“

Bryce Taylor: „Es ist etwas komisch, wenn es so leise ist in der Halle. Deswegen kommt es jetzt noch mehr auf unsere Unterstützung und Energie von der Bank an. In der ersten Halbzeit haben wir Bamberg zu viele Punkte erlaubt. In der zweiten Hälfte haben wir physischer gespielt und besser kommuniziert.“

Marvin Willoughby: „Dass wir heute unseren ersten Bundesliga-Heimsieg in unserer Geschichte geholt haben, ist schon etwas Besonderes. Aber wie wir diesen Sieg eingefahren haben, ist noch spezieller. Wir haben nie nachgelassen, wir haben immer an uns geglaubt. Vom ersten Tag an zeigt sich das Team als Einheit. Ich glaube, wir können von so einem Spiel gleich zum Saisonstart noch lange zehren.“

Das Spiel im Detail:

Den Tipoff beförderte Maik Kotsar direkt in die Hände von Kameron Taylor. Der bedankte sich postwendend und bediente Kotsar für die ersten Towers-Punkte der soeben gestarteten Bundesliga-Saison. Gemeinsam blieb das Duo der Aktivposten in den Anfangsminuten. Weitere fünf Punkte von Taylor und Kotsar sorgten für einen 14:8-Vorsprung nach fünf gespielten Minuten. Dann gab es für das Duo die erste Pause, was zunächst für keinen Bruch im Spiel der Towers sorgte. Erst Hollatz mit einem lupenreinen Stepback aus der Mitteldistanz, ein Dreier von Jordan Swing und dann ein Layup von Ogunsipe sorgten für ein 21:14 (7.) auf der Anzeigetafel. Weniger Glück hatte Swing in dieser Phase mit der Regelauslegung der Unparteiischen, die ihn erst in der Defensive und im Anschluss auch in der Offensive mit zwei Foulpfiffen bedachten und so für eine Zwangspause des Scharfschützen sorgten. Während die Bamberger vor allem von der Freiwurflinie den Anschluss suchten, war es Marvin Ogunsipe, der mit drei Abschlüssen in Korbnähe versuchte die Gäste aus Oberfranken auf Distanz zu halten. Doch eine Minute vor dem Ende des ersten Spielabschnittes unterlief dem Big Man ein Ballverlust an der Mittellinie, den die Bamberger zum direkten Anschluss verwandelten (25:24, 9.). Die letzte Szene des ersten Abschnitts gehörte ebenfalls den Gästen. Im Fastbreak stopfte Chase Fiedler den Ball energisch über Jordan Swing und brachte die Bamberger nach 10 Minuten 25:26 in Front.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts checkte Bryce Taylor nach neunmonatiger Verletzungspause ein – ein ganz besonderer Moment, nicht nur für den 34-jährigen, der zuletzt am 11. Februar in der Partie der Hamburger in Bamberg auf dem Feld stand. Fast zwei Minuten vergingen, ehe TJ Shorts die nächsten Towers-Punkte auflegte. Da den Bambergern in dieser Zeit allerdings auch nur vier Zähler gelangen, reichten drei Freiwürfe von Allen, um das Spiel wieder auszugleichen (30:30, 13.). Das größte Problem blieben die vielen Fouls – bereits vier Towers-Akteure waren zu diesem Zeitpunkt mit jeweils zwei Fouls belastet. Während bei TJ Short trotz viel Kontakt ein akustisches Signal ausblieb, nutze Bamberg in Person von Dominic Lockhart, der drei Distanzwürfe in Folge versenkte, diese Phase, um auf 32:41 (17.) davonzuziehen. So sah sich Towers Head Coach Pedro Calles nach 16 Minuten zur Auszeit gezwungen. Diese führte umgehend zu zwei starken Defensivsequenzen, gefolgt von vier Punkten durch DiLeo und Shorts, die Bambergs Coach Roijakkers ebenfalls zu einer Spielunterbrechung veranlassten. Und schon wechselte das Momentum zurück auf die Seite der Gäste. Mit einem 3:9-Schlussspurt sorgte Brose Bamberg für den 40:50-Halbzeitstand und damit für die erste zweistellige Führung in diesem Spiel.

Mit viel Energie kamen die Towers aus der Kabine. Justus Hollatz und Kameron Taylor zogen Angriff um Angriff konsequent zum Korb. Daraus resultierten neben sechs Punkten auch gleich vier Fouls auf Bamberger Seite. Doch damit nicht genug. Terry Allen ließ einen Dreier folgen und sorgte für den Anschluss (49:51, 24.). Und auch ohne die leider schmerzlich vermisste Towers-Family auf den Rängen wurde es lauter in der edel-optics.de Arena. Ein Ballgewinn von Kameron Taylor wurde noch während des laufenden Spiels lautstark gefeiert. Als dann Max DiLeo einen weiteren Dreier versenkte (52:51, 26.) und die Towers erneut in Führung brachte, war die lang vermisste Heimspielatmosphäre in der Arena am Inselpark deutlich spürbar. Nach zwei punktlosen Minuten meldeten sich die Gäste aus Bamberg mit sieben Punkten in Folge wieder zurück. Kameron Taylor setzte dem Mini-Run einen Korbleger entgegen (53:58, 29.). Doch zwei Dreier von Bambergs Neuzugang Devon Hall sorgten pünktlich zum Ende des dritten Spielabschnitts wieder für einen Vorsprung der Gäste (55:64).

Und das Momentum blieb auf Bamberger Seite. Während Maik Kotsar nach einem Foul nur einen der beiden Versuche an der Freiwurflinie verwandelte, gelangen den Bambergern gleich fünf Punkte. Ein Dreier von Michele Vitali (58:69, 33.) brachte den Gästen die höchste Führung des Spiels. Das konnten die Towers natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Maik Kotsar und Terry Allen verkürzten mit zwei Zweiern und der bis dato eher glücklos agierende Jordan Swing schickte einen schwierigen Dreier hinterher (65:69, 35.). Der Wille, den ersten Saisonsieg und damit den ersten BBL-Heimsieg der Clubgeschichte einzufahren. war spürbar. Auf einen Layup von Bamberg Odiase brachte sich Jordan Swing mit einem energischen Zug zum Korb an die Freiwurf-Linie – verwandelte aber nur einen der zwei Versuche (66:71, 35.). Die Towers-Akteure fighteten jetzt um jeden Ball. Auf Höhe der Mittellinie schmiss sich Kameron Taylor nach einem freien Ball und eroberte den Ballbesitz. Aus einem Drive von Kotsar von der Dreierlinie direkt zum Korb resultierte der 68:71-Anschluss. Zwei Freiwürfe von Kameron Taylor, der zuvor von Dominic Lockhart umgerannt wurde, brachten die Towers wieder auf einen Punkt heran (70:71, 37.). Perfekte Voraussetzungen für eine spannende Crunchtime. Ein weiterer Freiwurf von Kotsar und ein frecher Dreier von Terry Allen brachten die Towers bei noch 90 Sekunden auf der Uhr wieder in Führung (74:73, 39.). Direkt im Anschluss schickte Fieler mit einem Korbleger die Führung auf die andere Seite. Über eine Minute gaben beide Teams alles, um die nächsten Zähler ihres Kontrahenten zu verhindern. Doch TJ Shorts fand einen Weg, die Verteidigungsreihen der Bamberger zu überwinden und brachte die Towers erneut in Front (76:75, 40.). Und diese Führung sollte, da Jordan Swing nervenstark zwei Freiwürfe drauflegte und die Hamburger Defensive weiter sicher stand, nicht mehr aus der Hand gegeben werden.

Towers: Shorts (6 Punkte, 6 Assists), Swing (9), DiLeo (5), Taylor K. (12, 7 Rebounds, 5 Assists), Kotsar (14, 8 Reb), Hollatz (5), Allen (20, 9 Reb), Ogunsipe (7)

Do 03. Dezember 20

@ Telekom Baskets Bonn

So 06. Dezember 20

@ SYNTAINICS MBC

Do 10. Dezember 20

vs. JobStairs GIESSEN 46ers

So 13. Dezember 20

vs. ratiopharm ulm