07.05.2021

Hauptrunden-Abschluss in Frankfurt

Für die Hamburg Towers endet am Sonntag (15 Uhr) bei den FRAPORT SKYLINERS eine ganz spezielle Hauptrunde. Magenta Sport überträgt die Partie aus Mainhattan ab 14.45 Uhr live.

Offiziell – und unter normalen Umständen – bildet der 34. Spieltag den Abschluss jeder BBL-Hauptrunde. Doch was war 2020/21 schon normal? Keine Zuschauer, der Pokal-Wettbewerb vor, während und dann doch erst nach der regulären Saison, und zu guter Letzt eine Entscheidung über die endgültigen Playoff-Platzierungen, die womöglich erst nach dem letzten offiziellen Spieltag fällt. Trotz aller Widrigkeiten zieht Pedro Calles aber ein positives Fazit. „Die Liga und alle Klubs haben einen guten Job gemacht, dass wir die Saison spielen und unseren Job machen können“, so der Hamburger Head Coach. Auch Hamburgs Kapitän Bryce Taylor hält fest: „Basketballerisch war der Unterschied nicht so groß.“

Huddle up - Kapitän Bryce Taylor ruft seine Teamkollegen zusammen. | Foto: MSSP

Einen Aspekt vermissen beide dennoch unisono. „Das Fehlen der Fans und die fehlende Möglichkeit, Emotionen mit anderen Menschen zu teilen, sind dieses Jahr die größten Unterschiede gewesen“, beschreibt es Pedro Calles. „Spiele ohne Zuschauer fühlen sich immer noch komisch an“, bestätigt Bryce Taylor. Der Towers-Kapitän absolviert derzeit seine 13. Profisaison. Nachdem er sich vergangene Spielzeit noch vor der corona-bedingten Unterbrechung verletzt hatte, freut er sich in diesem Jahr umso mehr über das erfolgreiche Comeback. „Für mich war es unglaublich toll, wieder auf dem Feld zu stehen und zusammen mit meinen Mitspielern zu spielen. Ich bin stolz auf das, was wir bisher geschafft haben“, strahlt Bryce Taylor vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde am Sonntag gegen die FRAPORT SKYLINERS.

Frankfurt wird extrem motiviert sein

Den Frankfurtern steht vor dem Hauptrunden-Abschluss gegen die Hamburg Towers am Freitagabend noch ein Duell mit Tabellennachbar Würzburg bevor. Sportlich haben die letzten beiden Partien für das Team von Sebastian Gleim, der kommende Saison in Crailsheim an der Seitenlinie stehen wird, allerdings keinen Wert. Zudem wird wohl die Hälfte des Profikaders nicht zur Verfügung stehen. „Wir konnten uns nicht wirklich auf Frankfurt vorbereiten, da wir über ihren jetzigen Kader und die jungen Spieler nicht viel wissen“, erklärt Pedro Calles. Neben Topscorer Matt Mobley fehlt dem Team aus der hessischen Metropole derzeit auch Toprebounder Michael Kessens, sowie das deutsche Trio um Konga, Freudenberg und Schoormann.

Beim 98:70-Hinspielsieg gegen Frankfurt traf Bryce Taylor zwei Dreier. | Foto: Dennis Fischer

Zuletzt mussten die Frankfurter notgedrungen ihren Kader mit Akteuren aus dem ProB-Team auffüllen. Folglich schrumpfte der offensive Output, mit durchschnittlich 75,7 PpS liegen die SKYLINERS deutlich abgeschlagen auf dem letzten Rang im Ligavergleich – während der letzten fünf Niederlagen gelangen sogar nur 67 Zähler im Schnitt. Das große Gefälle zwischen BBL-Veteranen wie Quantez Robertson einerseits und BBL-Rookies wie dem erst 16-jährigen Joshua Bonga andererseits wirkt sich direkt auf das Zusammenspiel aus – mit 16,9 Vorlagen liegen die Frankfurter ebenfalls am hinteren Ende des Rankings. Vor dem letzten Frankfurter Auftritt 20/21 warnt Pedro Calles aber vor dem Charakter des Teams: „Die jungen Spieler werden sich bestmöglich präsentieren wollen. Sie werden also auf jeden Fall extrem motiviert sein.“

Das Playoff-Geheimrezept

Bryce Taylor bestritt Anfang April seine letzte Partie, ehe ihn Schmerzen an der Achillessehne zu einer Pause zwangen. Doch auch während der verletzungsbedingten Auszeit konnten sich die Towers auf ihren Kapitän verlassen. „Dieses Jahr habe ich mich darauf fokussiert, ein Anführer zu sein und den anderen Spielern zu helfen. Dazu zählt auch, die Mannschaft abseits des Feldes, mit Tipps positiv zu beeinflussen. Das macht mir viel Spaß“, so der 388-fache BBL-Spieler. „Wenn ich nicht spielen kann, dann bin ich der größte Fan. Ich liebe einfach Basketball“, schwärmt Taylor, der gegen Frankfurt in den Hamburger Kader zurückkehren könnte.

Captain speaking! Bryce Taylor muntert die Towers nach der knappen Niederlage in Oldenburg wieder auf. | Foto: Ulf Duda

Auch der Coach kommt bei Bryce Taylor ins Schwärmen. „Er bringt nicht nur viel Positivität, er bleibt gleichzeitig immer realistisch. Diese Ehrlichkeit gegenüber seinen Mitspielern und mir zeichnet ihn ebenfalls aus“, beschreibt Pedro Calles seinen Kapitän, den er nicht nur als „wichtig, sondern sehr wichtig“ erachtet. Seit 2009 erreichte jedes der sechs Teams, für die Bryce Taylor aktiv war, die Playoffs. Als Glücksbringer sieht sich der 34-Jährige aber nicht. „Eher würde ich sagen, dass ich das Glück hatte, bei diesen Vereinen spielen zu dürfen“, so Taylor. Sein Geheimrezept: „Man braucht etwas Glück, gute Coaches, gute Spieler und einen guten Verein.“ Zudem eine gesunde Portion Zuversicht. „Wir hatten viel Arbeit vor uns, es gab keine Garantie – aber ich hatte den Glauben daran und wir hatten die Chance. Wir haben hart für dieses Ziel gearbeitet“, so Taylor, der seit der Saisonvorbereitung an die erste Playoff-Teilnahme der Hamburg Towers geglaubt hat. Gegen Frankfurt will er zunächst aber erst einmal zurück auf das Parkett.

Bryce Taylor freut sich auf die Rückkehr aufs Parkett. | Foto: Dennis Fischer

Kurzer Schnack vor dem Spiel:

Pedro Calles: „Das Fehlen der Fans und die fehlende Möglichkeit, Emotionen mit anderen Menschen zu teilen, sind dieses Jahr die größten Unterschiede gewesen. Die Liga und alle Klubs haben einen guten Job gemacht, dass wir die Saison spielen und unseren Job machen können. Wir konnten uns nicht wirklich auf Frankfurt vorbereiten, da wir über ihren jetzigen Kader und die jungen Spieler nicht viel wissen. Auch wenn es sportlich für Frankfurt um nichts mehr geht, die jungen Spieler werden sich bestmöglich präsentieren wollen. Sie werden also auf jeden Fall extrem motiviert sein. Bryce Taylor ist nur wichtig, sondern sehr wichtig. Für das Team und für den Verein sind seine Erfahrung, seine Führungsqualitäten und sein Spiel sehr wichtig. Er bringt nicht nur viel Positivität, er bleibt gleichzeitig immer realistisch. Diese Ehrlichkeit gegenüber seinen Mitspielern und mir gegenüber zeichnet ihn ebenfalls aus.“

Bryce Taylor: „Spiele ohne Zuschauer fühlen sich immer noch komisch an. Die Emotionen fehlen einfach. Basketballerisch war der Unterschied nicht so groß. Für mich war es unglaublich toll, wieder auf dem Feld zu stehen und zusammen mit meinen Mitspielern zu spielen. Ich bin stolz auf das, was wir bisher geschafft haben. Ich würde mich nicht als Glücksbringer bezeichnen. Eher würde ich sagen, dass ich das Glück hatte, bei diesen Vereinen spielen zu dürfen. Man braucht etwas Glück, gute Coaches, gute Spieler und einen guten Verein. Ich bin stolz darauf, jetzt auch im 13. Jahr in den Playoffs zu stehen. Besonders in diesem Jahr ist es sehr toll. Dieses Jahr habe ich mich darauf fokussiert, ein Anführer zu sein und den anderen Spielern zu helfen. Dazu zählt auch, die Mannschaft abseits des Feldes, mit Tipps positiv zu beeinflussen. Das macht mir viel Spaß. Wenn ich nicht spielen kann, dann bin ich der größte Fan. Ich liebe einfach Basketball.“

OFF SEASON, BABY! #WemissTowersBasketball