11.10.2019

Erster Sieg gelingt wieder in Gießen

Erster Sieg gelingt wieder in Gießen

Gießen ist und bleibt ein Ort für Historisches bei den Hamburg Towers. Einst gelang hier der erste Erfolg der Vereinsgeschichte, nun der erste in der easyCredit Basketball Bundesliga. Es war ein hart erkämpfter, letztlich aber verdienter 79:75 (61:54, 36:46, 17:21)-Sieg, bei dem die Jungs von Cheftrainer Mike Taylor, der nach dem Ende unter einer Spielertraube begraben wurde, besonders in der Verteidigung große Verbesserungen zeigten.

Nach der Freistellung von Kahlil Dukes musste diesmal kein Akteur aus dem Zwölfer-Kader gestrichen werden. So begannen Heiko Schaffartzik, Tevonn Walker, Beau Beech, Marshawn Powell und Prince Ibeh – auf spektakuläre Weise. Walker stopfte nach schönem Ibeh-Durchstecker zur Führung ein. Dies konterte Gießen mit zwei eigenen Dunkings, ehe Ibeh die Flugshow auf ein neues Level hob und keinen Geringeren als „Big“ John Bryant auf die falsche Seite des Posters brachte (4:4/2. Minute). Der Erste, der auf die altmodische Variante punktete, war Powell, der von der Freiwurflinie einmal erfolgreich war. Es passte ins Bild, denn die Gäste mussten sich ihre Zähler hart erarbeiten, da die Hausherren enorm viel Druck auf den Ball ausübten, besonders gegen Schaffartzik, der sich an alter Wirkungsstätte aber nicht aus der Ruhe bringen ließ. Ibeh gelang es zudem, Bryant zu kontrollieren, Yanna Franke überzeugte als aggressiver Scorer. All das führte gegen ruhelos zum Korb ziehende Mittelhessen dazu, dass Hamburg nach Viertel eins auf 17:21 dran blieb.

Nach seitenübergreifend neun Fehlwürfen waren es die 46ers, die zuerst von der Dreierlinie erfolgreich waren und Taylor zu einer schnellen Auszeit zwangen (19:28/12.). Der Aufsteiger besaß vor allem mit der Athletik des Widersachers, der bis zur Halbzeit bereits sieben einschüchternde Blocks auspackte, Schwierigkeiten. Mit einer Zonen-Verteidigung versuchten sich die Towers nun, den Drives zu erwehren und den Rhythmus zu brechen. Dies gelang jedoch nur bedingt, da offensiv wenig ging. Vor allem die mangelnde Feuerpower von der Dreierlinie war ein Manko. Das starke Guard-Duo Walker und Franke sorgte zumindest dafür, dass sich die Mittelhessen nicht zu sehr auf ihrem Vorsprung ausruhen durften. Beim Stand von 36:46 ging es in die Kabinen.

Miese Dreier-was? Nach Wiederbeginn zupfte zunächst Beech Back-to-Back-Triples, dann krönte Franke dies per Vierpunktspiel zum 46:49 (22.), und das Spiel war wieder offen. Defensiv zeigte das Taylor-Team in diesem Abschnitt die beste Saisonleistung, was mit der Führung durch einen Schaffartzik-Mitteldistanzwurf belohnt wurde (50:49/25.). Vor allem „Captain America“ Beech hatte nun Feuer gefangen, legte einen weiteren Distanztreffer nach. Da Justus Hollatz den fünften Towers-Dreier verwandelte, gelang ein eindrucksvoller Turnaround auf 61:54.

Dass beide Opponenten sieglos in die Begegnung gingen, war in der von Nervosität geprägten Schlussphase spürbar. 2:48 Minuten blieb es punktelos, ehe Stephen Brown per Dreipunktspiel erfolgreich war – ausgerechnet gegen Powell, für den das Match anschließend aufgrund des fünften Fouls vorzeitig beendet war. Die Antwort war eiskalt – Schaffartzik für drei. Doch für die Gastgeber war der Abend auch noch nicht vorbei. Keine zwei Minuten später war das Momentum (wissenschaftlich übrigens nicht nachweisbar) dahin, und Gießen auf 64:66 dran (35.). Nun entschied die Nervenstärke von der Freiwurflinie, da beide Mannschaften längst über dem Limit waren. Die Wilhelmsburger ließen Zähler liegen, der Rivale glich aus (69:69/38.). Der enorm lauten Unterstützung der heimischen Fans in der Sporthalle Gießen-Ost zum Trotz bewahrten die Towers die Ruhe. Franke und Schaffartzik avancierten in der Crunchtime zu den Garanten. Die Entscheidung besorgte allerdings Marvin Ogunsipe, der Teyvon Myers 19 Sekunden vor Schluss bei 75:73-Führung per LeBron-esquem Chasedown-Block vom potenziellen Ausgleich abhielt, bevor Franke auf der Gegenseite alles klarmachte.

„Das war ein ganz wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen. Die Jungs haben alles gegeben und vor allem in der Verteidigung einen großen Schritt nach vorne gemacht, ich bin sehr stolz. Es macht uns glücklich, heute an der Geschichte der Towers weitergeschrieben zu haben“, kommentierte Taylor.

Hamburg Towers: Franke (19 Punkte), Ibeh (3), Beech (13/10 Rebounds), Walker (13), Schaffartzik (9/8 Assists), Müller, Freese (2), Hollatz (3), Ogunsipe (12), Powell (5), Yebo.

Um ihre nächste Begegnung zu bestreiten, müssen die Towers erneut nach Hessen. Am Samstag, 19. Oktober, sind sie zu Gast bei den FRAPORT SKYLINERS aus Frankfurt. Tip-Off ist diesmal bereits um 18 Uhr.

Sa 22. Januar 22

@ JobStairs GIESSEN 46ers

Sa 29. Januar 22

vs. ratiopharm ulm

Sa 05. Februar 22

@ medi bayreuth

Fr 11. Februar 22

vs. s.Oliver Würzburg