10.10.2021

Druckvolle Defensive sichert Erfolg in Frankfurt

Dank einer eindrucksvollen Defensivleistung feiern die Hamburg Towers mit 64:74 (12:22, 31:43, 50:65) in Frankfurt ihren ersten Saisonsieg. Jabril Durham schrammt nur knapp an Triple Double vorbei.

WIE LIEF’S Die Hamburg Towers fanden zunächst in der Offensive nur wenig Rhythmus. Defensiv lief es dagegen von Beginn an deutlich eher nach dem Geschmack von Pedro Calles – allen voran Jabril Durham stach mit gleich vier Steals in den ersten fünf Minuten hervor. Mit weiteren Ballgewinnen, insgesamt sollten es acht bis zur Halbzeit werden, brachten die Hamburger nun auch ihren Angriff auf Betriebstemperatur und lagen nach einem 13:0-Lauf zweistellig in Front. Weil im zweiten Viertel nun auch die Drei-Punkte-Würfe fielen, kletterte der Vorsprung bis auf 16 Punkte. Selbst kurze Phasen mit eigenen Fehlern steckten die Towers nervenstark weg und drückten dem Spiel mit aggressiver Defensive weiter ihren Stempel auf. Der dominante Eindruck ließ jedoch in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit etwas nach, als sich die Gastgeber per 7:0-Lauf zurückmeldeten. Fortan schickten die Hamburg Towers, die aufgrund ihrer aggressiven Defensive bereits früh über dem Foullimit waren, die Frankfurter zu häufig an die Freiwurflinie. Dank guter Abschlüsse von Max DiLeo und Lukas Meisner hielten sie ihre Gegner aber auf Distanz. Daran änderte auch Frankfurts Buzzerbeater nichts. Nach dem Seitenwechsel gelang es den Hausherren dann doch mit schnellen Abschlüssen den Rückstand kurzzeitig in den einstelligen Bereich zu drücken. Die Towers zeigten sich davon aber unbeeindruckt, ließen sich ihre Intensität nicht nehmen und zwangen Frankfurt nach dem dritten Dreier von Topscorer Robin Christen und erneuerter zweistelliger Führung zur Auszeit. Doch auch die Unterbrechung ließ den weiterhin treffsicheren Christen, dem am Ende 19 Punkte gelangen, kalt. Ebenso kalt stellte die Towers-Defensive die Frankfurter, wie bereits über weite Strecken des Spiels, auch im vierten Spielabschnitt – 26 Ballverluste aufseiten der Skyliners sind ein beeindruckender Arbeitsnachweis. Highlights gab es im Schlussviertel nur wenige, der Hamburger Vorsprung pendelte sich zunächst bei 15 Zählern ein. Ungewollte Spannung kam in den letzten Spielminuten auf, da es die Towers verpassten, knapp fünf Minuten lang Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Diese offensive Durststrecke drückte zwar die über weite Strecken starken Trefferquoten nach unten, gefährdete den verdienten Sieg in Frankfurt, nachdem in den Schlusssekunden Jabril Durham sein beeindruckendes Double Double perfekt gemacht machte, jedoch nicht mehr.

TOWERS-STATS Christen (19, 5/7 Dreier), Homesley (14), Durham (11, 11 Ass., 8 Stl.), Kotsar (10), Hinrichs (8, 4 Reb.), Meisner (5, 4 Reb.), Z. Brown (3), DiLeo (2), Edigin (2, 4 Reb.), J. Brown, Rich

Mit seinen 8 Steals brachte Jabril Durham auch die Towers-Defensive immer wieder auf Betriebstemperatur. | Foto: Julian Reckmann

DUELL IM FOKUS Lorenz Brenneke vs. Robin Christen – das Duell der Basketball-Arbeiter. Und einmal mehr haben beide Forwards ihren Stellenwert für ihre Klubs unterstrichen. Während Frankfurts Brenneke mit 14 Punkten und 9 Rebounds sein Career High feierte, gelang Hamburgs Christen eine neue persönliche Bestleistung von der Dreierlinie – fünf Triples in einer Partie bedeuten für den aktuell achtbesten Distanzschützen der Liga einen neuen Rekord. Zeitgleich waren beide die effektivsten Akteure in Weiß (24 Christen) und Blau (17 Brenneke), auch weil sich beide jeweils die meisten Rebounds (6 Christen, 9 Brenneke) für ihre Teams schnappten.

TOWER OF THE GAME Obwohl Topscorer Robin Christen mit 19 Punkten (71,4% Dreier) seine derzeitige Form einmal mehr eindrucksvoll unterstrich, kommt der Titel Tower of the Game nicht an Jabril Durham vorbei. Mit 11 Punkten, 11 Assists und 8 Steals schrammte der Floor General der Hamburg Towers nur knapp an einem Triple Double vorbei. Trotz noch ausbaufähiger Wurfquote (31,8%) unterstrich Durham ein weiteres Mal seine Führungsqualitäten in der Offensive und Defensive mit bemerkenswerten Zahlen. Mit 9,7 Assists pro Spiel ist er derzeit bester Vorlagengeber der easyCredit BBL, mit 3,7 Steals dazu zweitbester Balldieb im Ligavergleich.

WHAT’S NEXT Nach zwei Auswärtsspielen in Folge kehren die Hamburg Towers endlich zurück in die heimische edel-optics.de Arena. Gleich zwei Heimauftritte in nur drei Tagen stehen dem Team von Head Coach Pedro Calles bevor. Zuerst bietet sich am kommenden Sonntag (17.10., 15 Uhr) die Chance, sich in der easyCredit BBL bei medi bayreuth für das Ausscheiden im Pokalwettbewerb zu revanchieren. Nur 72 Stunden später startet am Dienstag (19.10., 19.30 Uhr) dann die Gruppenphase im 7DAYS EuroCup. Zur Premiere auf internationalem Parkett empfangen die Hamburg Towers den Titelkandidaten Partizan NIS Belgrad – mit Coachinglegende Zeljko Obradovic an der Seitenlinie. Tickets für beide Spiele gibt es ausschließlich hier im Online-Ticketshop.

Robin Christen fühlt sich sichtlich wohl im System von Pedro Calles. | Foto: Dennis Fischer

KURZER SCHNACK NACH DEM SPIEL

ROBIN CHRISTEN: „Ich glaube, der erste Sieg in der Saison ist erstmal der schwerste. Das hat man hinten raus auch gesehen, da haben wir uns echt schwergetan. Es tut einfach gut, mal wieder ein Spiel gewonnen zu haben. Wir wollten heute sehr aggressiv rauskommen. Uns hat unsere Verteidigung in den letzten Spielen nicht gefallen, da wollten wir heute besser sein. Wir haben 64 Punkte kassiert, das ist sehr gut. Und das reicht dann auch oft, um ein Spiel zu gewinnen. Dass Pedro in seinem System viel Wert auf das richtige Spacing legt, das kommt mir zugute. Ich bin einer, der gern mal einen aus der Ecke reinhaut, wenn ich dann noch von meinen Teamkollegen gefunden werde, macht es das noch einfacher.“

PEDRO CALLES: „Erstens möchte ich meinen Spielern zu unserem ersten Sieg der Saison gratulieren. Wir hatten die meiste Zeit des Spiels die Kontrolle, aber wie wir das Spiel beendet haben, war natürlich unnötig. Zweitens möchte ich diesen Sieg einem sehr guten Trainer und einem meiner besten Freunde widmen: Martin Schiller. Er ist für mich einer der besten Trainer und ein Vorbild.“

Fr 29. Oktober 21

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