09.05.2021

Dreierregen bringt Niederlage in Frankfurt

Ersatzgeschwächte Hamburg Towers unterliegen zum Abschluss der Hauptrunde 96:89 (46:39) gegen die FRAPORT SKYLINERS. Im Playoff-Viertelfinale wartet Vorjahresmeister ALBA BERLIN.

Bereits vor Beginn der Partie stand fest, dass die Hamburg Towers als Tabellensiebter im Playoff-Viertelfinale auf den Tabellenzweiten ALBA BERLIN treffen würden. Sportlich ging es in der Partie gegen die FRAPORT SKYLINERS folglich weder rauf noch runter. Entsprechend räumte Pedro Calles Maik Kotsar, den Rückenprobleme plagten, eine Pause ein. Vertreten wurde der Este nicht nur in der Starting Five von Johannes Richter, der mit 12 Punkten und zehn Rebounds eine starke Partie ablieferte. Zusammen mit Patrick Spencer, der ebenfalls zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kam, stemmte sich Richter gegen den zerfahrenen Start der Towers. Guten Defensivaktionen von Osaro Jürgen Rich war es zu verdanken, dass die Hamburger zum Ende des ersten Viertels (20:15) in Schlagdistanz blieben. Doch wie schon in den letzten Partien lag das größte Manko an der Dreierlinie. Während sich die Skyliners treffsicher präsentierten – teils schwierige Würfe einnetzten –, ließen die Towers auch offene Möglichkeiten ungenutzt (FRA 53,6%, HAM 26,3%). So sorgte ein Frankfurter 11:2-Lauf Mitte des zweiten Viertels, nachdem sich das Team von Pedro Calles zwischenzeitlich auf vier Punkte herangekämpft hatte, für den ersten zweistelligen Rückstand der Partie. Angeführt von Johannes Richter gelang den Towers vor der Pause aber der erneute Anschluss – nur sieben Punkte trennten beide Teams zur Halbzeit (46:39).

Angeführt vom 17-Punkte-Duo Allen/Shorts stemmten sich die Towers gegen die Niederlage. | Foto: Julian Reckmann

Dank acht Punkten von TJ Shorts, der am Ende genau wie Terry Allen 17 Punkte erzielte, reduzierten die Hamburg nach dem Seitenwechsel den Rückstand. Doch während Bryce Taylor zunächst per Jumper auf drei Punkte verkürzen konnte, war es Frankfurts Routinier Robertson, der die zweistellige Punkte-Hypothek durch zwei Dreier erneuerte. Defensiv schafften es die Hamburger nicht, die Wirkungskreise der Gastgeber entscheidend einzuschränken – nur dreieinhalb Minuten nach dem vermeintlichen Anschluss sahen sich die Towers mit dem höchsten Rückstand des Abends konfrontiert. Mit zwei starken Aktionen vertagte Terry Allen aber eine verfrühte Entscheidung, am zweistelligen Rückstand (73:62) vor dem Schlussviertel änderte sich jedoch nichts. Gemeinsam mit Johannes Richter sorgte der Forward zu Beginn des vierten Viertels dann für ein kurzes Hoch, kurze Zeit später leuchtete jedoch wieder ein deutlicher Rückstand auf der Anzeigetafel. Abermals schaffte es das Team von Pedro Calles jedoch die Last von seinen Schultern zu schütteln, verkürzte mit starken Aktionen in der Crunchtime auf vier Punkte. Doch wieder hatten die Skyliners, die insgesamt 15 von 28 Dreier versenkten, aus der 6,75-Meter-Distanz eine Antwort. Besser gesagt gleich zwei Antworten, die den Towers die Chance auf ein erfolgreiches Comeback in Frankfurt verwehrten.

Dauerbrenner Terry Allen startete als einziger Towers-Akteur in allen 34 Saisonspielen. | Foto: Julian Reckmann

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

Pedro Calles: „Gratulation an Frankfurt zum verdienten Sieg. Wir haben heute keinen guten Job in der Verteidigung gemacht, vor allem im Pick&Roll, das hat Frankfurt die gewünschten Würfe ermöglicht. Zudem haben wir ihnen auch im Lowpost zu viele Punkte gestattet. Ich bin stolz auf den Kampf meiner Spieler, auch weil uns heute einige Schlüsselspieler gefehlt haben. Ich hoffe sie erholen sich schnell, damit wir uns vernünftig auf die Playoffs vorbereiten können.“

Bryce Taylor: „Ich denke, wir haben zu Beginn nicht mit genug Energie gespielt. Dadurch haben wir Frankfurt erlaubt, in einen guten Rhythmus zu kommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir Momente, in den wir etwas besser gespielt haben. Aber letztendlich hat Frankfurt heute eine sehr solide Leistung auf das Parkett gebracht. Ich habe mich relativ gut gefühlt. Meine Kondition ist ok, aber ich brauche etwas mehr Training, um mein Timing zu finden. Ich würde sagen, die Playoffs sind eine ganz neue Phase. Wir müssen mit voller Energie in die Serie gehen. Ich glaube, dann ist in den Playoffs alles möglich. Wenn wir unser Spiel finden, dann schauen wir mal, wozu wir in der Lage sind. Alles in diesem Jahr fängt mit dem Trainer an. Pedro macht einen super Job mit den Jungs. Wir haben hart im Training gearbeitet, haben eine sehr gute Teamchemie – das hat uns einen Extra-Push in dieser Saison gegeben.“

Das Spiel im Detail:

Sportlich ging es von Beginn an um wenig, entsprechend ließ Head Coach Pedro Calles früh rotieren. Für den pausierenden Maik Kotsar startete Johannes Richter, Patrick Spencer rückte für den weiterhin aussetzenden Kameron Taylor in die Starting Five. Trotz vier Rebounds von Richter und vier Punkten von Spencer lagen die Towers nach zerfahrenen Anfangsminuten aber in Rückstand (8:4, 5.). Mit der Einwechslung von TJ Shorts und Jordan Swing kam mehr Tempo in den Angriff der Hanseaten. Da die Frankfurter sich allerdings aus der Distanz treffsicherer präsentierten, blieben die Hausherren in Führung (16:7, 8.). Dass Head Coach Pedro Calles neue Impulse für die Defensive suchte, machte die Einwechslung von Osaro Jürgen Rich deutlich. Und der Youngster ging aggressiv zu Werke, brachte Frankfurts Gudmundsson zunächst an die Freiwurflinie. Zum Viertelende hatte Rich dann die schnelleren Hände, klaute dem Isländer den Ball und ermöglichte so den Anschluss zum Ende des ersten Viertels (20:15).

Und auch der Start des zweiten Abschnittes gehörte dem 22-Jährigen. Von Bryce Taylor – der sich nach vier Wochen Pause zurückmeldete – in Szene gesetzt, gelangen Osaro Jürgen Rich die ersten Zähler. Nach einem 5:0-Konter der Skyliners sah sich Pedro Calles dann zu einer Auszeit gezwungen (25:17, 13.). Nur dreißig Sekunden, und zwei einfachen Abschlüssen von Cuthbertson und Allen, später das gleiche Bild auf der anderen Seite – Auszeit Frankfurt. Routinier Robertson verschaffte seinem Team per Drei-Punkt-Spiel wieder etwas Luft, ehe Patrick Spencer nach vierzehn Minuten der erste Hamburger Distanztreffer des Nachmittags gelang (30:26, 15.). Doch einmal mehr hatten die Skyliners das heißere Händchen, sorgten durch einen 11:2-Lauf für den ersten zweistelligen Rückstand (41:28, 16.). Mit dem zweiten Towers-Dreier durch Jordan Swing und sechs Punkten vom hart arbeitenden Johannes Richter schmolzen die Hamburger den Rückstand zur Halbzeit aber wieder ein – beim Stand von 46:39 ging es in die Kabine.

TJ Shorts sorgte nach der Halbzeit für ein Towers-Comeback. | Foto: Julian Reckmann

Mit vier schnellen Zählern erneuerte Frankfurt direkt nach dem Seitenwechsel den zweistelligen Rückstand. Sichtbar angestachelt spielte Hamburgs Kleinster in der Folge groß auf. TJ Shorts brachte die ersten acht Towers-Punkte der zweiten Halbzeit auf die Anzeigetafel, indem er immer wieder mit schnellem Antritt den Weg zum Korb suchte. Nach einem Shorts-Assists auf Rich im Fastbreak dampfte Bryce Taylor mit einem lupenreinen Jumper von der Freiwurflinie den Rückstand weiter ein (54:51, 25.). Mit einer Auszeit versuchte Frankfurt das Hamburger Momentum zu unterbrechen, den sprichwörtlichen Bruch hatten die Skyliners allerdings ihrem Kapitän zu verdanken, der von der Dreierlinie für eine erneut deutliche Führung sorgte (62:51, 26.). Die Towers schafften es nicht, die Frankfurter Wirkungskreise aus der Distanz einzuschränken, Gudmundsson traf erst aus knapp neun Metern, dann auch direkt gegen den Mann. Dank eines Tip-Dunks und eines Drei-Punkt-Spiels von Terry Allen waren die Hausherren jedoch noch nicht gänzlich ‚out of reach‘. Doch auch zwei starke Abschlüsse von Patrick Spencer und Justus Hollatz konnten nicht verhindern, dass es mit einer Elf-Punkte-Hypothek (73:62) in das letzte Viertel ging.

Johannes Richter setzte seine harte Arbeit auch zu Beginn des Schlussabschnitts fort, war zunächst am Brett erfolgreich, angelte sich dann einen wichtigen Defensivrebound, der im folgenden Angriff einen Dreier von Terry Allen ermöglichte (73:67, 32.). Dann war die kurze Towers-Hochphase aber auch schon wieder vorbei. Frankfurt übernahm abermals die Kontrolle und ging dank zwei weiterer Distanztreffer erneut deutlich in Führung (83:68, 34.). Angeführt von TJ Shorts, der entweder selbst punktete oder Richter und Cuthbertson gut in Szene setze, starteten die Hamburger einen weiteren Comeback-Versuch. Zunächst kamen die Towers aber nicht näher als neun Punkte heran, auch weil TJ Shorts in kurzer Zeit zwei Fouls kassierte (88:79, 38.). Vorbei war die Partie jedoch noch nicht – erst Zac Cuthbertson von der Freiwurflinie, dann Patrick Spencer mit einem And-One-Dunk hielten die Chance am Leben (88:84, 39.). Die Towers verteidigten verbissen, konnten sich nach einem schweren Abschluss der Frankfurter den Rebound nicht sichern – ein Dreier eine Sekunde vor Ablauf der zweiten Angriffszeit sollte die Vorentscheidung bedeuten. Spätestens nach einem weiteren Dreier durch Robertson war die Partie dann vorbei – nach zwei Shorts-Punkten die 96:89-Niederlage besiegelt.

Towers-Statistiken: Shorts (17 Punkte, 6 Ass.), Swing (7), DiLeo, Rich (6), Richter (12, 10 Reb.), Hollatz (2, 7 Ass.), Allen (17), Cuthbertson (11, 6 Reb.), B. Taylor (5), Spencer (12, 5 Reb.)

OFF SEASON, BABY! #WemissTowersBasketball