04.04.2021

Das nächste große B – Towers zermürben Bamberg

Die Hamburg Towers sichern sich dank starker Defensive einen 64:76 (25:42)-Auswärtssieg bei Brose Bamberg und damit den sechsten Sieg in Serie. Bereits am Mittwoch (19 Uhr) geht es in Vechta weiter.

Ohne Head Coach Pedro Calles, den ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht setzte, fanden die Hamburg Towers nach schnellem Fünf-Punkte-Rückstand ihr Spiel und erdrückten fortan die Gastgeber mit ihrem defensiven Powerplay förmlich. Nachdem Maik Kotsar – der in den ersten zwanzig Minuten bereits 15 seiner 22 Punkte auflegte – für den Führungswechsel gesorgt hatte, setzten sich die Towers durch einen 8:0-Run erstmalig ab und verteidigten ihren Sechs-Punkte-Vorsprung bis zum Ende des ersten Abschnittes (16:22). Im zweiten Viertel offenbarte die dominante Towers Defensive dann gnadenlos die Bamberger Schwächen an diesem Nachmittag. Weil das von Miguel Zapata gecoachte Towers-Team den Bambergern keine Freiräume gestattete und immer wieder zum Doppeln ansetzte, versuchten die Oberfranken ihr Glück aus der Distanz – mit nur drei Treffern bei 21 Versuchen bis zur Pause allerdings zumeist erfolglos. Die Hamburger dagegen powerten sich vornehmlich zum Korb, gewannen das zweite Viertel mit 9:20, auch weil Bamberg in den letzten viereinhalb Minuten vor der Pause kein Punkt mehr gelang. Mit einer 17-Punkte-Führung (25:42) ging es in die Kabinen.

Miguel Zapata ersetzte Pedro Calles an der Seitenlinie. | Foto: Daniel Löb

Auch nach dem Seitenwechsel blieben beide Teams zunächst ihrer Linie treu. Nachdem Maik Kotsar und Max DiLeo per Doppel-Team an der Mittellinie für den Ballgewinn gesorgt hatten, nutzte Kameron Taylor die Freiräume im Fastbreak und erhöhte. Mit einem Fünf-Mann-Wechsel sorgten die Bamberger kurzzeitig für Verwirrung und nutzten Hamburger Unachtsamkeiten zu einem 7:0-Lauf. Doch davon erholten sich die Towers schnell, auch weil sie dem unglücklichen Hundt gleich drei Mal in Folge den Ball klauten. Von der Freiwurflinie sorgte Marvin Ogunsipe dann zunächst für die höchste Führung der Partie, ehe Seric mit einem Dreier das dritte Viertel (43:63) beendete. Im Schlussabschnitt zeigte sich die Defensive, das Hamburger Sahnestück zur Kaffeezeit an diesem Ostersonntag, dann nicht mehr so erdrückend. Was Bamberg prompt nutzte und mit einem 7:0-Lauf den Vorsprung nochmals merklich schrumpfen ließ. Doch eine Auszeit und ein anschließender Hamburger 5:0-Run waren dann Balsam auf die Hamburger Seele und die Vorentscheidung zum 64:76-Auswärtssieg in Bamberg, bei dem Kameron Taylor von der Freiwurflinie den Schlusspunkt erzielte.

Mit 22 Punkten gelingt Maik Kotsar in Bamberg eine neue BBL-Bestleistung. | Foto: Daniel Löb

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

Miguel Zapata: „Am Ende zählt nur der Sieg. Ich bin nicht wirklich zufrieden, wie wir gewonnen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mit dem gleichen Einsatz gespielt, wie noch in den ersten zwanzig Minuten. Hier in Bamberg zu gewinnen ist dennoch immer ein wichtiger Erfolg.“

Maik Kotsar: „Uns sind im vierten Viertel ein paar Fehler unterlaufen, das sollte uns eigentlich nicht passieren. Das hat die Partie am Ende noch mal interessant gemacht. Wir haben die ersten dreißig Minuten aber sehr gut und aggressiv gespielt. Ich freue mich sehr über den Sieg. Meine Mitspieler haben mich sehr gut gefunden. Das hat mir einige einfache Korbleger ermöglicht. Wir bleiben weiterhin dabei, uns immer nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Gedanken, ob wir gegen ein Team verlieren könnten oder ob es leichter ist zu gewinnen, wird es bei uns nicht geben. Wir müssen aggressiv in jede Partie gehen. Dafür ist die BBL zu ausgeglichen, das hat man nicht zuletzt gestern am Erfolg von Gießen gegen Bayern gesehen.“

Benka Barloschky: „Ich glaube, wir haben heute mehr Energie gebracht, vor allem in der ersten Halbzeit. Im zweiten Viertel haben wir sehr gut gespielt und haben uns abgesetzt. Wir haben dann doch deutlich nachgelassen. Wir waren nicht zufrieden, wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben. Hier sind uns defensiv auch einige Fehler unterlaufen. Da müssen wir uns steigern. Wir sind ein Team – alle arbeiten sehr hart, damit die Mannschaft erfolgreich ist. Wir Trainer versuchen einen Weg vorzugeben, einen Rahmen zu schaffen und bereiten die Mannschaft vor. Am Ende geht es aber um die Spieler. Und die haben das heute gut gemacht und sich für ihre Arbeit belohnt. Defensiv zu spielen und Stopps zu generieren, das ist unsere DNA. Das ist die Grundlage unseres Spiels. Immer wenn wir das schaffen, dann hilft das auch unserer Offensive. Das trainieren wir natürlich auch viel. Heute haben wir das gut hinbekommen.“

Das Spiel im Detail:

Die ersten fünf Zähler des Abends gingen auf das Bamberger Konto, auch weil Kameron Taylor seinen Gegenspieler Hall beim Dreierversuch foulte. Doch der Hamburger Guard machte seinen Fehler schnell wett und initiierte per Jumper und zwei Vorlagen auf Maik Kotsar den Führungswechsel (5:6, 3.). Dank aggressiver Defensive, die Bamberg in Fehlwürfe – unter anderem einen Airball von Hall – zwang, und offensiver Powerplays – einem frechen Dunk von Justus Hollatz – hielt der Vorsprung (9:10, 6.). Nach einem Dreier der Gastgeber legten die Towers in nur 60 Sekunden einen 8:0-Lauf, gekrönt von einem Swing-Dreier, auf das Parkett und nötigten Bamberg so zur Auszeit (12:18, 8.). Auch nach der Unterbrechung machten die Hamburger hinten gut dich. Weil nach zwei erfolgreichen Abschlüssen von Terry Allen jedoch kein weiterer Korberfolg mehr glückte, blieb es bei der Sechs-Punkte-Führung zum Ende des ersten Viertels (16:22).

Defensiv hellwach starteten die Towers auch den zweiten Abschnitt, sorgten mit dem Doppeln unter dem Korb für den bereits fünften Bamberger Ballverlust. In drei Minuten ließen die Towers nur drei Punkte zu – die Defensive blieb erdrückend. Und anders als zum Ende des ersten Viertels gelang es den Hamburgern jetzt auch offensiv, daraus Kapital zu schlagen. Aus einem lehrbuchhaften Pick & Roll von TJ Shorts und Maik Kotsar resultierte die erste zweistellige Führung (19:30, 13.). Kravish hielt Bamberg mit vier schnellen Zählern im Spiel, Maik Kotsar und Justus Hollatz setzten dagegen (23:34, 15.). Die Bamberger suchten den Anschluss vornehmlich aus der Distanz, blieben allerdings ausnahmslos erfolglos. Die von Miguel Zapata gecoachten Towers suchten dagegen vermehrt den Weg zum Korb. Nach einem freien Layup von Maik Kostar war es dann Max DiLeo, der mit einem Dreier aus dem Fastbreak den Vorsprung auf 16 Punkte ausbaute (25:41, 19.). Per Freiwurf setzte Terry Allen den Schlusspunkt zur 25:42-Halbzeitführung.

TJ Shorts führte mit 7 Assists stark Regie. | Foto: Daniel Löb

Nach dem Seitenwechsel war es wieder der Bamberger Hall, der – wieder nach Foul von Kameron Taylor – für den ersten Punkt in der zweiten Hälfte sorgte. Doch ebenso wie Bamberg blieben auch die Towers ihrer Linie treu, verteidigten aggressiv und attackierten konsequent den Korb. Sinnbildhaft dafür das Doppeln von Max DiLeo und Maik Kotsar gegen Larson an der Mittellinie – den daraus resultierenden Ballgewinn nutzte Kameron Taylor für zwei einfache Fastbreak-Punkte (29:52, 25.). Die Gastgeber griffen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, wechselten gleich alle fünf Spieler aus. Den daraus resultierenden 7:0-Lauf der Bamberger beendete TJ Shorts per Dreier (36:55, 27.). Und es blieb bei der kurzen Unaufmerksamkeit. Die Towers zwangen Hundt zu drei Ballverlusten in Serie und machten auch am offensiven Ende keine Kompromisse (39:63, 29.). Nach einem Dreier von Seric, dem zuvor mit einem Glückstreffer aus fast zehn Metern gegen die ablaufende Shotclock ein Zufalls-Highlight gelang, endete das dritte Viertel (43:63).

Im Schlussabschnitt dauerte es fast zwei Minuten, bis Maik Kotsar die ersten Towers-Zähler gelangen. Doch die Defensive, das Hamburger Sahnestück zur Kaffeezeit am Ostersonntag, blieb zunächst weiter standhaft. So hatte sich nach Freiwürfen von Maik Kotsar an der Führung nicht merklich etwas verändert (48:66, 33.). Und auch wenn die Towers nicht mehr so aggressiv wie in den ersten dreißig Minuten zu Werke gingen, hielt der Vorsprung, auch weil Maik Kotsar seinen Gegenspieler abräumte (53:69, 35.). Mit einem Alley-Oop sorgte Kravish dann noch einmal für einen Hallo-Wach-Moment bei den Bambergern. Weil gleich zwei Hamburger Angriffe innerhalb der 24-Sekunden-Angriffszeit ohne Abschluss endeten, reichte den Oberfranken ein 7:0-Lauf, um den Vorsprung unter die Zehn-Punkte-Marke zu drücken (61:70, 38.). Eine Auszeit von Miguel Zapata kam genau zur richtigen Zeit. Fünf Punkte – Justus Hollatz mit dem Korbleger und dem Assist auf den freistehenden Kameron Taylor – ließen den Blutdruck der Towers-Anhänger wieder auf Normalniveau sinken. Mit einem Freiwurf setzte Kameron Taylor von der Freiwurflinie den Schlusspunkt zum 64:76-Auswärtssieg beim Rekordmeister.

Towers-Statistiken: Shorts (10 Punkte, 4 Reb., 7 Ass.), Swing (3), DiLeo (3), Rich, Taylor K. (16, 5 Reb., 5 Ass.), Kotsar (22, 8 Reb.), Hollatz (8), Allen (10, 4 Stl.), Ogunsipe (2), Cuthbertson (2)

Fr 23. April 21

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Do 29. April 21

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So 02. Mai 21

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Di 04. Mai 21

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