04.05.2019

Towers sind ProA-Meister

Towers sind ProA-Meister

Die Hamburg Towers verabschieden sich als Meister aus der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Ein hochklassiges Endspiel gegen die Nürnberg Falcons, das erst im finalen Angriff entschieden wurde, endete mit 99:94 (77:68, 49:44, 28:29). Das erste Aufeinandertreffen hatte der Aufsteiger aus dem Süden noch mit 90:87 für sich entschieden.

Nachdem Rapper Gzuz von 187 Straßenbande die Mannschaften aus Feld rappte, begannen wie üblich Cha Cha Zazai, Malik Müller, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese. Und dieses Quintett wurde von den 3400 Zuschauern in der zum 18. Mal ausverkauften edel-optics.de Arena, unter ihnen Mode-Ikone und Edel-Optics-Testimonial Sylvie Meis, für jede gelungene Aktion ausgiebig gefeiert. Dafür gab es auch hinlänglich Grund, denn wie schon im Hinspiel entwickelte sich eine offensiv geprägte, attraktive Begegnung, in der sich die Towers durch elf Beech-Buckets auf 15:10 (5. Minute) absetzten. Nürnberg antwortete mit einem 9:0-Lauf, zum Viertelende hatte sich das Resultat bei 28:29 eingependelt.

Zu locker wollte Towers-Headcoach Mike Taylor die Zügel allerdings nicht lassen, auf eine etwas zu flapsige Minute seines Teams reagierte er umgehend mit einer Auszeit (28:32/11.). Zwar erarbeiteten sich die Gastgeber in Folge wieder offenere Abschlüsse, diese sprangen jedoch zu häufig aus dem Korb heraus, was den Franken in die Karten spielte (30:37/25.). Zwei Freese-Korbleger brachten die Türme wieder auf Kurs. Eine engagiertere Verteidigung erwies sich außerdem als durchaus nützlich. Dreier plus Layup von Max Montana zum 49:44, und schon war der Rückstand aus Spiel eins ausradiert. Reicht das zur Meisterschaft? „Türlich, türlich“, würde Das Bo wohl sagen, der den gleichnamigen Song in der Halbzeit zum Besten gab.

Es sollte sich als wahre Prophezeiung herausstellen. Hamburg zeigte sich wild entschlossen, vor eigenem Publikum den Titel klarzumachen. Die Hereinnahme von Kova Kovacevic, für den es Sprechchöre gab, war besonders defensiv ein Plus. Dazu ließ Zazai, der gegen Nürnberg regelmäßig besonders stark abliefert, den Ball flink rotieren. Seine besten Abnehmer: Montana, Beech und Freese. Bis auf 15 Zähler wuchs der Vorsprung an (69:54/27.). Dann reagierte Gästetrainer Ralph Junge mit einer Timeout. Zehn Minuten vor Ende galt, es sechs Zähler zu verteidigen, um die Acrylglas-Trophäe in die Höhe recken zu dürfen (77:68).

Aber genau das wollten die Falcons nach ihrer märchenhaften Saison, die mit dem ebenso verdienten wie absolut überraschenden Aufstieg endete, auch. Es wurde ein standesgemäß knappes Endspiel (81:76/34.), in dem der Gast allerdings mittlerweile ohne den ausgefoulten Star-Guard Jackson Kent auskommen musste. Auf dem besten Weg dazu, im selben Satz wie Kent genannt zu werden, ist Justus Hollatz. Highlights produziert der 18-Jährige inzwischen in jedem Match. Diesmal war es ein abgezockter Dreier mit ablaufender Wurfuhr und vorheriger Täuschung zum 84:76 (35.). Dann ging in einem sportlich angeblich doch so bedeutungslosen Duell das Zittern los. Meister ist eben doch ein prestigeträchtiges Siegel. Immer wieder kratzten die Nürnberger an der Egalisierung des kumulierten Rückstands. Ein Freiwurf von Nils Haßfurther zum 86:90 ließ die Towers nach insgesamt 77:50 Minuten nur noch mit einem Zähler führen. Die kleine Aufstellung der Wilhelmsburger, die in der Schlussphase zumeist ohne nominellen Center, sondern mit Beech und Montana als Stretch-Forwards agierten, bereiteten den Bayern, Pardon, Franken Schwierigkeiten. Nach und nach foulten sich weitere Akteure heraus, während Scootie Guyton von der Freiwurflinie Kapital daraus schlug (94:86). Nimmer müde kämpfende Gäste kamen erneut zurück (90:94). Natürlich ging der Ball im Gegenzug zu Crunchtime-Top-Performer Guyton, der zuverlässig scorte, was die Falken ein weiteres Mal nicht davon abhielt, selbst zu punkten. 24,2 Sekunden, Auszeit Hamburg, der Meister wurde tatsächlich in den letzten Angriffen der Saison ermittelt. Tatsächlich leisteten sich die Hausherren beim Einwurf einen Ballverlust, den der Ungar Marcell Pongo zum 94:96 ummünzte. 10,7 Sekunden verblieben. Die genügten Guyton, um Hollatz an der Dreierlinie zu finden, von wo der Youngster eiskalt zum 99:94 verwandelte. Ein abgezockter Freak, der Junge. Da die Falcons ihre letzte Chance verpassten, regnete es Konfetti vom Arenadach.

Hamburg Towers: Guyton (11 Punkte), Zazai (6/5 Assists), Beech (14/7 Rebounds), Walker (4), Montana (15), Kovacevic (6), Kindzeka (3), Müller (9), Freese (12/8 Rebounds), Hollatz (9), Raffington (8), Barham (2).

Wenn die Feierlichkeiten der kommenden Tage überstanden sind, wird sich die Mannschaft vorläufig in alle Himmelsrichtungen verteilen. Dann beginnen die Vertragsverhandlungen mit aktuellen und potenziellen Spielern. Anfang August startet die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison 2019/20. Dauerkarten dafür können ab Mitte Mai erworben werden.