03.03.2019

Towers machen Playoff-Einzug nahezu klar

Towers machen Playoff-Einzug nahezu klar

Das erste Etappenziel ist erreicht. Die Hamburg Towers haben den Einzug in die Playoffs so gut wie geschafft. Dazu langte fünf Spieltage vor Ende der regulären Saison ein beherzt erkämpfter 89:76 (67:61, 40:42, 29:19)-Heimsieg gegen die Artland Dragons. Der Aufsteiger bot der Mannschaft von Headcoach Mike Taylor, dem langsam die Spieler ausgehen, lange mutig die Stirn. Laut Rahmenspielplan der BARMER 2. Basketball Bundesliga beginnt die Aufstiegsrunde am Samstag, 6. April. Sofern die Towers nun nicht sämtliche vier Partien verlieren und Phoenix Hagen, die RÖMERSTROM Gladiators Trier sowie die Tigers Tübingen alle gewinnen – inklusive mit mindestens 24 Punkten im direkten Duell am 30. März – kann nichts mehr anbrennen.

Aufgrund der Bänderverletzung von Scootie Guyton musste Taylor seine Startformation adjustieren. Kapitän Cha Cha Zazai rutschte als Aufbauspieler hinein, neben ihm begannen Malik Müller, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese. Wie üblich verstand es der Playmaker, seine Mannschaftskameraden in Szene zu setzen, vor allem standen die Gastgeber aber defensiv ihren Mann. Lediglich sechs Punkte gestatteten sie in den ersten fünfeinhalb Minuten, legten 14 eigene auf. Der Ball wurde exzellent bewegt, nach Viertel eins hatten bereits sechs Akteure gescort. Was die überwältigende Mehrheit der 3400 Zuschauer in der natürlich ausverkauften edel-optics.de Arena noch mehr freute, war aber der Einsatz und die Leidenschaft, mit der ihre Lieblinge zum Job schritten. Gegen die 29:19-Viertelführung hatten sie allerdings auch nichts einzuwenden.

Im zweiten Abschnitt erhöhte sich jedoch der Widerstand – was nicht primär auf die Drachen zurückging. Stattdessen dünnte sich die Guard-Rotation auf organischem Weg weiter aus, da der zuletzt so starke Hrvoje Kovacevic bei einer Defensivaktion verunglückte und für die restliche Partie nicht mehr zur Verfügung stand. Der Kroate zog sich eine Wadenverletzung zu, was die Wilhelmsburger spürbar aus der Bahn warf. Die Offensive war in dieser Phase ähnlich ästhetisch anzusehen wie die einhändige Freiwurftechnik von Artlands Demetrius Morant – der seines Zeichens dafür verantwortlich war, die Gäste auf 35:37 heranzubringen (18. Minute). Zeitweise standen mit Justus Hollatz und Jürgen Rich zwei blutjunge Hamburger gleichzeitig auf dem Court. Sie leisteten sich keine nennenswerten Fehler, waren aber nicht in der Lage, den 40:42-Rückstand zur Halbzeit zu verhindern.

Nachdem die Dragons den Vorsprung eingeschmolzen hatten, waren es nach der Pause die Towers, die feurig aus der Kabine kamen. Tevonn Walker übernahm Verantwortung, Freese setzte per Dunk das I-Tüpfelchen auf einen 10:2-Run zum 50:44 (23.). Überhaupt war der Center im Duell gegen seinen ehemaligen Mitspieler Florian Hartenstein, der mittlerweile Artland coacht, gut aufgelegt und wurde nach seiner Auswechslung mit stehenden Ovationen in Richtung Bank verabschiedet (56:47/25.). Dennoch war der Tabellendritte weit davon entfernt, das Nord-Derby zu kontrollieren, woran unter anderem die erneut hohe Foulbelastung Schuld war. Mit Beech, Walker und Barham waren gleich drei Türme einen weiteren Pfiff vom Feierabend entfernt. Rich gab den Gastgebern wichtige Minuten, sodass sie mit einer 67:61-Führung in die letzte Runde gingen.

Wie man den Ball erfolgreich im Korb unterbringt, bewies in der Viertelpause ein Zuschauer, der den „LOTTO Hamburg Lucky-Shot“ von der Mittellinie verwandelte, was in der Vereinsgeschichte zuvor niemandem gelang. Er darf sich über 13000 Euro freuen.

Weniger treffsicher zeigten sich beide Opponenten im richtigen Spiel. Nach vier Minuten hatten sich die Towers zumindest minimal auf 73:66 abgesetzt. Barham sorgte für weitere Entspannung mit seinem Dreier zum 76:66 (35.). Und anstelle des US-Forwards der Hamburger war es Quakenbrücks Guard Pierre Bland, der mit fünf Fouls raus musste. Hohe Führungen herauszuspielen, ist keine Schwierigkeit für Taylors Team, sie zu verteidigen, war dagegen zuletzt höchst problematisch. Nicht dieses Mal. Es blieb zwar mühselig und semi-attraktiv, doch dem Favoriten gelang der dreckige Sieg, nach dem jeder kriselnde Fußballverein lechzt. Letztlich war es wieder einmal Barham, der mit gelungenen Offensivaktionen alles klarmachte.

„Das war kein einfacher Sieg. Artland hat uns alles abverlangt. Daher bin ich komplett begeistert von meinen Jungs, die trotz der Verletzungsmisere zusammengeblieben sind. Das war ein Mannschaftserfolg, und nun ist der Weg frei für unser Traumziel vom Aufstieg“, jubelte Taylor.

Hamburg Towers: Zazai (11 Punkte), Rich (4), Beech (6), Walker (12), Montana (8), Kovacevic (7), Müller (5), Freese (16), Hollatz, Raffington (4), Barham (16).

Weiter geht es für die Towers bei der Überraschungsmannschaft dieser Saison. Am Sonntag, 10. März, steht das Duell beim TEAM EHINGEN URSPRING an. Tip-Off ist um 17 Uhr.

Mo 30. September 19

vs. FC Bayern München

Fr 04. Oktober 19

@Hamburg Towers

Fr 11. Oktober 19

vs. GIESSEN 46ers

Sa 19. Oktober 19

vs. FRAPORT SKYLINERS