12.04.2019

Towers gehen 2:1 in Führung

Towers gehen 2:1 in Führung

K.o.-Duell abgewendet. Vorerst. Durch den 84:74 (58:58, 46:40, 31:15)-Sieg über die ROSTOCK SEAWOLVES können die Hamburg Towers stattdessen im vierten Viertelfinal-Duell bereits den Halbfinaleinzug perfekt machen. Großen Anteil an der 2:1-Führung in der Serie besaß das treffsichere Triumvirat aus Malik Müller, Beau Beech und Cha Cha Zazai.

Obwohl die Startformation um Zazai, Müller, Drew Barham, Beech und Jannik Freese unverändert blieb, war Towers-Headcoach Mike Taylor zu einer Umstellung gezwungen. Er musste Backup-Guard René Kindzeka ersetzen, der sich aufgrund einer bakteriellen Infektion am linken Arm einem minimalen operativen Eingriff unterziehen musste. Dafür durfte Müller nach seinem foulbedingten Kurzeinsatz in Spiel zwei diesmal länger mitwirken und brannte erstmal darauf und dann die Netze ab. Mit zwei Dreiern und einem beherzten Drive zum Korb eröffnete der Flügelspieler die Partie für seine Mannschaft (8:4/3. Minute). Seine Mitspieler ließen sich inspirieren. Zwei Dreier von Zazai sowie einer von Beech später war der Vorsprung (19:6/5.) so angeschwollen wie die Halsschlagader von Gästetrainer Milan Skobalj. Es nahm kein Ende. Sieben der ersten acht Versuche von Downtown zischten durch den Ring. Zum Abschluss des Viertels wirkte das Match bereits außer Reichweite für die Seawolves, während Hamburg komfortabel mit 31:15 führte.

Das erste Ausrufezeichen des zweiten Abschnitts setzte Beech, der spektakulär über die gegnerische Verteidigung dunkte (36:23/13.). Ganz so entspannt wie zuvor gestaltete sich der Auftritt von da an jedoch nicht mehr. Rostock kämpfte und entnervte den Gastgeber so sehr, dass Taylor sich gezwungen sah, per Auszeit eine Kurskorrektur vorzunehmen (41:32/15.). Die sah vor, seine Schützlinge häufiger zum Korb ziehen zu lassen – eine Anweisung, an die sie sich hielten. Besonders Beech war öfters in Brettnähe anzutreffen als in den vorherigen beiden Duellen zusammen. Ballverluste gegen Ende der ersten Hälfte verhinderten eine beruhigende Pause (46:40).

Was nach dem Seitenwechsel geschah, war dann schlicht besorgniserregend. Es dauerte 3:16 Minuten, dann ging der Aufsteiger durch Tony Hicks mit 49:48 in Führung. Scootie Guyton übernahm Verantwortung, Müller setzte dort an, wo er zu Beginn aufgehört hatte. In der Konsequenz kippte das Spiel erneut. Angetrieben von einer Zonen-Verteidigung gestatteten die Towers keine Zähler bis zum 55:50 (27.). Der Druck lag eindeutig auf den Hausherren, die zwingend vermeiden mussten, mit einem 1:2-Rückstand an die Ostsee zu reisen. Das hemmte das in der Offensive lahmende Taylor-Team, wenngleich das 58:58 keinerlei als Ventil diente, sondern die Spannung nur erhöhte.

Die Initialzündung zum Endspurt setzte Tevonn Walker, der trotz Gegenverkehrs zum 61:58 dunkte (32.). Nun machte sich auch die Erfahrung einer mehr als 15-jährigen Profikarriere und von zwei Aufstiegen bemerkbar, über die Zazai verfügt. Rotzfrech ging der 1,72-Meter-Mann in den Passwegen wildern, um den Wilhelmsburgern wieder ein 65:58-Polster (34.) zu verschaffen. Wobei unter dem Polsterbezug eher Beton als Federn waren, denn sonderlich weich war es nicht. Rostock kam immer wieder heran. Und immer wieder hatten die überragenden Müller und Zazai per Dreier die Antworten parat. Zweitgenannter zeigte nach seinem Distanzwurf zum 73:63 (37.), gestenreich was während der Begegnung beinahe auf Länge seiner Körpergröße angewachsen war. Es war ausgestanden, und die 3400 Zuschauer in der ausverkauften edel-optics.de Arena feierten den immens wichtigen Erfolg.

„Auf diesen starken Auftritt bin ich sehr stolz. Wir haben mit viel Energie gespielt, wenngleich uns Rostock durch ihr kampfstarkes und intelligentes Spiel sehr gefordert hat. Besonders Malik und Cha Cha haben uns extrem geholfen“, sagte Taylor.

Hamburg Towers: Guyton (5 Punkte), Zazai (15), Beech (15/12 Rebounds), Walker (5), Montana (12/7), Kovacevic, Müller (21), Freese (3), Hollatz, Raffington, Barham (8).

Um den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen, müssen die Towers die nächste Partie bei den Seawolves gewinnen. Spiel vier wird am Montag, 15. April, um 19.30 Uhr in der Rostocker Stadthalle ausgetragen.