01.03.2019

Towers geben Spiel auf Schalke aus der Hand

Towers geben Spiel auf Schalke aus der Hand

Die Hamburg Towers haben das vorzeitige Erreichen der Playoffs verpasst. Durch die 90:99 (79:79, 66:52, 45:38, 17:21)-Pleite nach Verlängerung beim FC Schalke 04 muss der Einzug in die Aufstiegsrunde zunächst warten. In Oberhausen erlebte die Mannschaft von Headcoach Mike Taylor einen fatalen Einbruch im Schlussviertel und gab einen sicher geglaubten Sieg aus den Händen. Jedoch gingen während der Begegnung vier Akteure sowie mehr oder minder die Linie der Schiedsrichter verloren.

Den vorzeitigen Playoff-Einzug sollten zu Beginn Scootie Guyton, Malik Müller, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese klarmachen. Erstgenannter hatte das Vergnügen auf dem Parkett lediglich für 37 Sekunden, ehe er unmittelbar nach schönem Assist auf Freese aufgrund einer Knöchelverletzung Cha Cha Zazai weichen musste. Der Schock darüber warf die Gäste offensiv etwas aus der Bahn, woran auch die physische Schalker Spielweise und Zonen-Verteidigung ihren Anteil besaßen (8:12/5. Minute). Defensiv packten jedoch auch die Hamburger zu – und eine Ganzfeldpresse aus. Diese erwies sich als semi-effektiv, während die Gastgeber zur Begeisterung der 450 Zuschauer in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle auf 19:8 (7.) davonzogen und Taylor zur ersten Auszeit bewegten. Einzig Freese wusste am von ihm wöchentlich zelebrierten „Freezy-Friday“ zu überzeugen, hielt seine Mannschaft mit elf Punkten im ersten Viertel eigenhändig in Schlagdistanz (17:21).

Unterstützung bekam der Center von Hrvoje Kovacevic, der eine seiner besten Leistungen der bisherigen Saison zeigte. Der erfahrene Kroate glänzte als Distanzschütze und besonnener Strippenzieher für eine ultragroße Formation um ihn, Müller, Barham, Justin Raffington und Freese. Und der Teamälteste war es auch, der die Towers per Korbleger im Fastbreak wieder auf 26:26 (14.) heranbrachte. Taylors Team nahm das körperbetonte Auftreten nun an und bewegte den Ball besser. Gleichzeitig fiel die Trefferquote der Gelsenkirchener in ähnlicher Art wie der königsblaue Fußballverein im Vergleich zum Vorjahr. Resultat: eine 45:38-Führung zur Halbzeit.

Beech setzte an seinem 25. Geburtstag direkt zu Wiederbeginn ein Ausrufezeichen, indem er per spektakulärem Dunk fürs 47:40 (22.) sorgte. Von da an blickten die Norddeutschen nicht mehr in den Rückspiegel. Anfangs noch von der Härte der Malocher aus dem Pott eingeschüchtert, nutzte der Tabellenzweite seine athletischen Vorteile inzwischen gekonnt aus. Jedes Viertel schien einem Spieler zu gehören (außer Barham, der mal wieder unauffällig über die komplette Partie verteilt Punkte sammelte). Abschnitt drei war der von Defense-Manipulator Zazai. Beim Stand von 66:52 fehlten noch zehn Minuten zu den Playoffs.

Doch noch hatte der widerspenstige Hausherr etwas daran auszusetzen. Abermals zeigte der Aufsteiger eine leidenschaftliche Kampfleistung. Der Wiederabstieg wäre äußerst unverdient. Bis auf 60:66 (33.) kam Schalke heran und ließ Hamburg zittern. 3:33 Minuten dauerte es, ehe Beech per Dreier den ersten Korb des Schlussviertels erzielte (69:60). Kurze Zeit später durfte das Geburtstagskind aufgrund des fünften Fouls vorzeitig zum Duschen. Der Anwesenheit von Raffington war der Favorit bereits seit Beginn des vierten Viertels aus gleichem Grund beraubt worden. Das beeinträchtigte die Towers merklich. Punkt um Punkt holten die Blau-Weißen auf und vollendeten einen 14:0-Lauf zum 75:75 (39.), während die Taylor-Fünf nun auch noch Freeses Foul-Aus verkraften musste und 4:38 Minuten ohne Score blieb, bis Max Montana von der Freiwurflinie das 77:75 besorgte. Dann wurde es dramatisch. Einen 77:79-Rückstand glich Barham 9,4 Sekunden vor Ultimo per Layup aus. Das Stoßgebet von Shavar Newkirk guckte zwar in den Ring, sprang aber wieder heraus – Verlängerung.

In die erwischte Schalke den besseren Start. Durch zwei Dreier zog S04 auf 85:81 davon, indes vergaben die Wilhelmsburger einfache Korbleger. Zwischenzeitlich mit riesiger Aufstellung agierend, mussten die Gäste ohne etatmäßigen Big Men auskommen, ließen den kräftigen Müller mitunter aufposten. Es half nichts. Stattdessen reihte sich technisches Foul an technisches Foul. Selbst Taylor kassierte eines. Extrem ersatzgeschwächt, durch 34 Fouls und 32 Punkte des überragenden Courtney Belger hart getroffen, mussten sich die Towers schließlich mit 90:99 geschlagen geben.

„Ich bin der Erste, der auf die eigenen Fehler schaut. Heute bin ich jedoch komplett enttäuscht aufgrund der extrem schwachen Leistung der Schiedsrichter. Die Pfiffe, die sie getätigt haben, waren respektlos uns und dem Spiel gegenüber. Es kann nicht sein, dass mit Belger ein Spieler fast so viele Freiwürfe bekommt wie unser ganzes Team. Die Foulbilanz von 34:21 spricht Bände“, übte Taylor im Anschluss harsche Kritik an den Offiziellen.

Hamburg Towers: Guyton, Zazai (14 Punkte/8 Rebounds/9 Assists), Rich, Beech (5), Walker (14), Montana (8), Kovacevic (10), Müller (4), Freese (15/5 Assists), Raffington (3), Barham (17).

Mo 30. September 19

vs. FC Bayern München

Fr 04. Oktober 19

@Hamburg Towers

Fr 11. Oktober 19

vs. GIESSEN 46ers

Sa 19. Oktober 19

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