22.10.2017

Towers feiern Zittersieg in Heidelberg

Die Hamburg Towers haben ein Ausrufezeichen gesetzt und ihr Auswärtsspiel bei den starken MLP Academics Heidelberg mit 74:71 (60:54, 43:32, 20:15) gewonnen. In einer besonders gegen Ende dramatischen Begegnung avancierte Jonathon Williams mit 15 Punkten zum Topscorer, gefolgt vom unermüdlich kämpfenden Big Man Enosch Wolf (14). Durch den vierten Sieg im fünften Saisonspiel festigen die Norddeutschen ihren vierten Tabellenplatz.

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Center Justin Raffington, der an einer Fußverletzung laboriert, war Headcoach Hamed Attarbashi gezwungen, erstmals seine Starting Five zu verändern. Neben Anthony Canty, Hrvoje Kovacevic und Williams begannen diesmal Lucas Gertz sowie Wolf.

Die vor allem defensiv geprägte Identität beider Mannschaften war vom Sprungball an ersichtlich. Wovon sich Williams allerdings nicht beeindrucken ließ. Der vielseitige Flügelspieler erzielte die ersten sechs Punkte der Gäste und assistierte Greg Logins bei dessen Dreier zur 9:6-Führung (5. Minute), die Wolf wenig später per Korbleger nach Offensivrebound auf 11:6 ausbaute und Heidelbergs Trainer Frenkie Ignjatovic zur ersten Auszeit veranlasste. Bis zum Viertelende blieb der Vorsprung konstant bei fünf Zählern (20:15).

Bei seinem bis dato stärksten Auftritt im Trikot der Hamburger sorgte Will Darley mit zwei Dreiern im zweiten Spielabschnitt für offensive Entlastung. Auf der Gegenseite gelang Heidelberg nun aber häufiger der Abschluss in Korbnähe, was nach einem Layup von Evan McGaughey in einer 29:28-Führung resultierte (15.). Attarbashi reagierte auf den immensen Druck, den die Gastgeber zum Teil übers ganze Feld ausübten, mit einer extrem kleinen Aufstellung mit drei Ballhandlern (Canty, Kovacevic, Kamp), Williams auf Power Forward und Logins als Smallball-Center. Eine Maßnahme, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Zur Pause lagen die Wilhelmsburger wieder mit 43:32 in Front. Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte der gut aufgelegte Canty aus der Distanz.

Überhaupt trug die starke Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie maßgeblich dazu bei, dass die MLP Academics im dritten Viertel nie näher als bis auf sechs Punkte aufschlossen. Außerdem verhalf die extrem gute Reboundarbeit, bei der sich insbesondere Wolf und Logins hervortaten, über die diesmal unterdurchschnittliche Freiwurfquote hinweg. Das Duell an den Brettern ging mit 41:32 an das Attarbashi-Team. Mit 60:54 wiederum ging es in den finalen Abschnitt.

Und der hatte in puncto Spannung allerhand zu bieten. Während die Gäste vom Wurfglück verlassen schienen, knabberten die Neckarstädter ihren Rückstand kontinuierlich ab. Höhepunkt des Laufs der Gastgeber: das 71:71 durch einen Dreier von Routinier Shy Ely 1:05 Minuten vor Spielende. Canty konterte umgehend mit einem langen Zweier zum 73:71 und legte 15,6 Sekunden vor Ultimo von der Freiwurflinie auf 74:71 nach. Heidelberg verblieb ein Angriff, um die Partie in die Verlängerung zu schicken. Doch Ely scheiterte mit seinem Dreier-Stoßgebet an der hinteren Ringkante.

Dementsprechend erleichtert hielt Attarbashi anschließend fest: „Die ersten beiden Viertel sind wir dominant aufgetreten, am Ende hatten wir ein bisschen Glück. Da wir heute ungewöhnlich schwach von der Freiwurflinie getroffen haben, war die Überlegenheit beim Rebound umso wichtiger.“

Hamburg Towers: Canty (13 Punkte), Kamp (4), Wolf (14/9 Rebounds), Kovacevic (6), Kindzeka (2), Darley (8), Gertz (0/7 Rebounds), Williams (15), Logins (12/9).

Bereits am Freitag, 27. Oktober, treten die Towers erneut an. Zu Gast in der edel-optics.de Arena ist dann ab 19.30 Uhr der Nürnberg Falcons BC.