04.10.2019

Towers chancenlos im ersten Heimspiel

Towers chancenlos im ersten Heimspiel

Der Chef unterliegt seinem einstigen Co. Mike Taylor und seine Hamburg Towers haben gegen Wojciech Kaminski, fünf Jahre lang Taylors Assistent in Polen, und den SYNTAINICS MBC im ersten Erstliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte eine bittere 83:104 (64:82, 40:46, 17:27)-Niederlage bezogen. Damit bleibt der Aufsteiger Schlusslicht in der easyCredit Basketball Bundesliga.

Als 13. Mann setzte diesmal Nummer 13 aus: Center Jannik Freese. Für ihn rückte aufgrund der guardlastigen Aufstellung der Wölfe Urgestein René Kindzeka in den Kader, aus dem Heiko Schaffartzik, Tevonn Walker, Malik Müller, Marshawn Powell und Prince Ibeh die Starting Five bildeten. Es dauerte nur 17 Sekunden, ehe „Dad Canada“ Walker die 3400 Fans in der ausverkauften edel-optics.de Arena per erfolgreichem Up-and-Under-Move vom Stehen erlöste. Vor allem war es aber Powell, der mit all seiner Erfahrung und Old-Man’s-Game die Gastgeber in Schlagdistanz hielt. Das Leben an Dreier- und Freiwurflinie ist im modernen Basketball jedoch lukrativer, weswegen die Ostdeutschen sich leicht absetzten (19:12/6. Minute). Immerhin hielt Hamburg die Anzahl der Ballverluste (3) sowie den Rückstand zur Viertelpause einigermaßen in Grenzen (17:27).

Die Hereinnahme von Beau Beech verhieß nach Wiederbeginn Vielversprechendes. Zunächst bediente der Kapitän Kevin Yebo per Alley-Oop, dann verwandelte er einen Dreier. Letzteres, nur zwei Kategorien rotzfrecher, ließ Schaffartzik folgen. Da die Defense nun etwas solider stand und weniger Penetrationen zuließ, arbeiteten sich die Towers heran (31:35/14.). Auf einen Block von Marvin Ogunsipe folgten stehende Ovationen. Eine weitere Schaffartzik-Distanzbombe ließ den Rückstand auf einen Zähler schmelzen (34:35/15.), zur Halbzeit stand es aufgrund der starken Dreierquote der Gäste jedoch wieder 40:46.

Trotz eines erfolgreichen Dunks wurden die Wilhelmsburger zu Beginn des dritten Abschnitts geschwächt. Der Grund: Powell, der beim Stopfen gefoult wurde, prallte dabei unglücklich auf den Boden und musste von Mannschaftsarzt Helge Beckmann am ausgekugelten Daumen behandelt werden. Für ihren bis dato besten Akteur kämpfte sich der Aufsteiger abermals auf einen Punkt heran (45:46), mitunter kämpften sie aber zu sehr, so wie Beech, der ein unsportliches Foul kassierte. In Folge der fälligen Freiwürfe zogen die Weißenfelser wieder auf 55:45 davon (23.), dafür war Powell bald zurück auf dem Court. Ohne Erfolg, denn der MBC und insbesondere der überragende Kaza Kajami-Keane spielten Showstopper, nach dem Assist des Kanadiers auf Dreierschütze Michael Gbinije zum 61:48 (25.) wurde es in der Arena kurzzeitig leise, laut waren nur Taylors Ansagen in der Auszeit. Und als die Towers schon geschlagen schienen (54:71/27.), führte Kahlil Dukes das Comeback eigenhändig an. Drei Freiwürfe sowie ein Stepback-Dreier führten zum 60:71. Hamburg agierte nun besonders klein mit drei Guards (Dukes, Hollatz, Yanna Franke) sowie den Forwards Marvin Ogunsipe und Yebo. Doch die Dreierquote der Ostdeutschen war viel zu stark, als dass etwas anbrennen könnte. Vor dem finalen Viertel hatten sie sich auf 82:64 davongestohlen.

Wie schon in München ist es dem Taylor-Team aber hoch anzurechnen, dass es sich seinem Schicksal nicht freimütig ergab, sondern zumindest leidenschaftlich fightete. Das Publikum honorierte dies, wie nach einem Korbleger von Hollatz und feurigen Dunking von Yebo. Es blieb allerdings bei der Ergebniskosmetik gegen an diesem Abend bärenstarke Wölfe.

„Wir haben noch viel zu tun, vor allem defensiv. Im zweiten und Anfang des dritten Viertels hatten wir die Chance zur Führung, uns hat aber die emotionale Disziplin gefehlt, der Fokus war nicht da. Dennoch sind wir nicht so weit weg, wie es momentan scheint“, sagte Taylor.

Hamburg Towers: Franke (15 Punkte), Ibeh, Beech (6), Walker (8), Schaffartzik (10), Dukes (4), Kindzeka, Müller (1), Hollatz (4), Ogunsipe (2), Powell (13), Yebo (14).

Den ersten Sieg möchten die Towers nun am Freitag, 11. Oktober, bei den JobStairs GIESSEN 46ers einfahren. Tip-Off in Mittelhessen ist um 20.30 Uhr.

Sa 19. Oktober 19

@ FRAPORT SKYLINERS

Sa 26. Oktober 19

vs. Brose Bamberg

Fr 01. November 19

@ MHP RIESEN Ludwigsburg

Sa 16. November 19

vs. BG Göttingen