23.01.2018

Sieg und Niederlage für Piraten

Gemischte Ergebnisse bei den Piraten Hamburg: Während die NBBL-Mannschaft der Freibeuter dank eines überragenden zweiten Viertels einen umkämpften 98:79-Erfolg bei den Junior Löwen Braunschweig einfuhr, mussten die „Junior Piraten“ im Kampf um die Playoff-Platzierungen einen herben Rückschlag hinnehmen. Die unglückliche 82:85-Heimniederlage gegen den Nachwuchs der Uni Baskets Paderborn könnte den Schützlingen von Headcoach Özhan Gürel in der Endabrechnung der Tabelle in der Hauptrundengruppe 1 ganz schön wehtun.

Beide Teams begannen sehr couragiert, spielten mit hoher Intensität auf beiden Seiten des Balls und kämpften um jeden Zentimeter. Dementsprechend gestaltete sich das erste Viertel beim Stand von 22:22 absolut ausgeglichen. Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Hausherren kamen dabei durch ihre augenscheinliche Überlegenheit unter dem Brett zu einfachen Punkten, während die Paderborner das Offensivspiel in die Hände des überragenden Peter Hemschemeier legten. Der Aufbauspieler erzielte nicht nur herausragende 51 Zähler, sondern stellte sowohl die Piraten als auch das Schiedsrichtergespann immer wieder vor die schwierige Aufgabe, eine und vor allem die richtige Entscheidung zu treffen. Insgesamt pfiffen die Unparteiischen 19 Fouls gegen die Gegenspieler des 1,80 Meter großen Aufbauspielers, der damit eine ganze Reihe von Piraten noch vor der Halbzeitpause in Foulprobleme brachte. Zunächst ließen sich die Gastgeber davon aber nicht beirren und gingen beim Stand von 47:44 mit einem knappen Vorsprung in die Kabine.

Nach dem Pausentee änderte sich nicht viel am Spielverlauf. An der Linie der Schiedsrichter allerdings schon. „Linus Hoffmann und Fabien Kondo wurden zuweilen sehr hart unter dem Korb angegangen, ohne Freiwürfe zu bekommen, während auf der anderen Seite kleinste Kontakte geahndet wurden“, zeigte sich Cheftrainer Gürel von der Schiedsrichterleistung sehr irritiert. Gleiches galt auch für seine Akteure, die im dritten Abschnitt ohne nominellen Point Guard auf dem Spielfeld komplett die Ordnung verloren und das Viertel mit 13:25 abgaben.

Im Schlussabschnitt fanden sich die Spieler dann wieder und machten angeführt von Kondo (21 Zähler und 9 Rebounds) sowie Hoffmann (20 Punkte und 10 Rebounds) die Begegnung noch einmal spannend. Für mehr reichte es am Ende aber nicht. „Wir haben heute nicht unsere beste Leistung gezeigt“, resümierte Gürel. „Dennoch hätten wir aufgrund unseres Einsatzes ein besseres Ergebnis verdient gehabt, jedoch haben uns die Schiedsrichter diese Chance verwehrt.“

Während die JBBLer weiterhin an ihrer Niederlage zu knabbern haben werden, können die ersatzgeschwächten Mannen von Headcoach Felix Banobre positiver die nächsten Aufgaben in der NBBL angehen. Nach dem Pflichtsieg bei den Junior Löwen Braunschweig, der sich auf dem Papier einfacher darstellt, als er schlussendlich war, schoben sich die Wilhelmsburger auf den dritten Platz in der Hauptrundengruppe 1 vor.

Danach sah es zunächst aber gar nicht aus, da die Gäste suboptimal in die Partie starteten und schnell mit 7:13 zurücklagen. Ausgezeichnetes Teamplay brachte die Hamburger Mitte des 1. Viertels nicht nur zurück in die Partie, sondern war auch im weiteren Verlauf der Garant für den Erfolg beim Tabellenschlusslicht aus Niedersachsen. „Die Löwen haben sehr groß angefangen und uns am Anfang der Partie mit ihrer tiefstehenden 2-3-Zone vor einige Probleme gestellt“, gab Co-Trainer Thore Pinkepank, der für Chefcoach Banobre an der Seitenlinie stand, zu Protokoll. „Mit zunehmender Dauer haben wir trotz einiger Foulprobleme die richtigen Mittel und Wege gefunden, die Verteidigung der Braunschweiger zu knacken.“

Dies spiegelte sich auch der Anzeigentafel wider, als die Gäste mit einem knappen Vorsprung (19:17) in den zweiten Abschnitt starteten. Dort zeigten die Auswechselspieler, welches Potenzial in ihnen steckt und dominierten jede Facette des Spiels. „Die Bank hat einen überragenden Job gemacht“, lobte Pinkepank seine Schützlinge, deren Einsatz die Partie zugunsten der Gäste entschied. „Es war ein Teamerfolg, wie er im Buche steht. Wir sind das ganze Viertel über ein unglaubliches Tempo gegangen, immer wieder ins Laufen gekommen und haben dem Gegner keine Luft zum Atmen gelassen.“ Insgesamt bewerkstelligten die Hausherren nur neun Zähler und mussten zusehen, wie Gaste bis zur Halbzeit auf 44:26 davonzogen.

Nach der Pause legten die Piraten, bei denen sich mit Linus Hoffmann (16 Zähler), Jens Großmann (15), Carlo Torelli (14) und Gian Luca Facchini (11) gleich vier Akteure zweistellig in den Statistikbogen eintrugen, nicht mehr die letzte Konsequenz an den Tag. Dennoch spielten die Wilhelmsburger in der Offensive aber immer noch einen ansehnlichen Ball, sodass der Erfolg zu keiner Zeit mehr in Gefahr geriet. „Wir haben ausgezeichnet beim Rebound gearbeitet und dem Gegner nur sehr wenige zweite Wurfchancen gegeben, was bei einer so großen und athletischen Mannschaft keine leichte Aufgabe war“, hob Pinkepank die Arbeit unter den Körben als einen der entscheidenden Faktoren im Spiel hervor.

Nach einer kurzen Pause bekommen es beide Piraten-Teams jeweils mit den Nachwuchsmannschaften aus Bremerhaven zu tun. Während die JBBLer die Eisbären am 4. Februar um 12.30 Uhr vor heimischer Kulisse empfangen, ist die NBBL-Mannschaft allerdings erst am 11. Februar um 15 Uhr auswärts gefragt.