19.12.2017

Rückschlag im Kampf um Platz drei

Das Jahr endete für die Piraten Hamburg leider nicht wie gewünscht. Beim Gastspiel in Oldenburg zog das NBBL-Team von Headcoach Felix Banobre mit 57:60 gegen die Baskets Akademie Weser-Ems den Kürzeren.

Verletzungen und Krankheiten bei unterschiedlichen Leistungsträgern, unter anderem auch beim Topscorer und frischgebackenen NBBL-Allstar Aleksandar Postic, sorgten dafür, dass die Wilhelmsburger nur mit einer Rumpftruppe aufliefen. Dieser Umstand führte zu Abstimmungsproblemen, die sich insbesondere in der ersten Hälfte auf beiden Seiten des Balls deutlich abzeichneten. Der schwache Start war aber nicht einzig und allein darauf zurückzuführen, da die Gastgeber von der ersten Minute an aggressiv zu Werke gingen. „Wir sind sehr schlecht in die Partie gekommen. Gleichzeitig haben die Oldenburger uns kalt erwischt“, konstatierte Amir Zohri, der für den kranken Co-Trainer Thore Pinkepank mit nach Oldenburg gefahren war. „Sie haben es immer wieder verstanden, in der Offensive Druck aufzubauen und uns in der Defensive mit ihrer Presse erst zu verwirren, um uns dann zu schwierigen Würfen zu zwingen.“

Während die Hanseaten den Schaden im ersten Viertel (12:17) noch in Grenzen hielten, brachen im zweiten Abschnitt alle Dämme. Die Piraten fanden überhaupt nicht zu ihrem Spiel, während die Oldenburger vielleicht das beste Viertel der Saison absolvierten und wie aus einem Guss agierten. Schnell, beharrlich, immer mit der richtigen Entscheidung. Zur Halbzeit hatten die Hamburger sich ein so tiefes Loch (20:38) gegraben, sodass es einer riesigen Kraftanstrengung bedurfte, sich selber aus dem Schlamassel herauszuziehen.

Allerdings schien Banobre während des Pausentees seinen Schützlingen die richtige Botschaft vermittelt zu haben. Die Piraten kamen mit neuem Elan aus der Kabine und gestalteten fortan die Partie nicht nur ausgeglichen. Tatsächlich ließen sie nun ihr Können nicht nur phasenweise aufblitzen, sondern übernahmen im Verlauf der Partie mehr und mehr das Zepter. Während die Hausherren das Spiel im dritten Viertel (35:51) noch beinahe ausgeglichen gestalteten, kamen sie im vierten Abschnitt ganz schön ins Schwimmen.

In diesen zehn Minuten zeigten die Gäste, was in dieser Spielzeit in ihnen steckt, ob nun ersatzgeschwächt oder nicht. Der Ball lief gut in den eigenen Reihen, die Würfe fielen, und in der Defensive wurde konsequent der Zug zum Korb unterbunden, ohne dabei großartig viele freie Würfe zuzulassen. Punkt um Punkt schwand so der Vorsprung der Hausherren und ein sichergeglaubter Heimsieg wurde zunehmend zu einer Zitterpartie. Dass die Partie am Ende nicht noch zu einem kompletten Desaster für die Niedersachsen wurde, lag auch daran, dass den Piraten am Ende in den beiden entscheidenden Offensivaktionen die nötige Durchschlagskraft und letzte Konsequenz fehlte.

„Wir hatten die Chance, die Partie noch zu drehen, aber es war etwas unserer Unerfahrenheit geschuldet, dass wir den Sack nicht zumachen konnten“, erklärte Zohri. „Dennoch ist positiv festzuhalten, dass die Jungs sich nicht einfach haben hängen lassen, sondern zwei verschiedene Gesichter gezeigt haben und am Ende fehlte einfach das Quäntchen Glück und vielleicht ein bisschen die Kraft, um uns für den couragierten Auftritt in der zweiten Hälfte selbst zu belohnen.“

Auch wenn die Niederlage insgesamt ärgerlich war, lässt sich doch festhalten, dass die Wilhelmsburger über einen breiten Kader und die entsprechende Qualität verfügen, sodass das neue Jahr mit den neuen Aufgaben kommen kann. Dort wollen dann beide Piraten-Teams dann wieder angreifen und den Einzug in die Playoffs perfekt machen. Die Herausforderungen werden dabei nicht geringer. Denn während die NBBLer nach dem Jahreswechsel ALBA Berlin (5. Januar, 18 Uhr) empfangen, bekommt es die in der Hauptrunde noch ungeschlagene JBBL-Mannschaft von Headcoach Özhan Gürel am 7. Januar um 14 Uhr mit den Metropol Baskets Ruhr zu tun.