10.04.2018

Playoff-Traum in der JBBL geplatzt

Endstation Achtelfinale. Die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg hat nach der knappen Hinspiel-Niederlage (74:78) auch im zweiten Aufeinandertreffen mit dem TuS Lichterfelde das Nachsehen gehabt. Die Wilhelmsburger mussten sich am Ende deutlich mit 74:88 vor heimischen Publikum geschlagen geben und zusehen, wie die Hauptstädter das Ticket für die nächste Runde lösten.

Dabei hatten sich die Hamburger nach der unglücklichen Pleite in Berlin für das Rückspiel so einiges vorgenommen, was sie aber im Verlauf der Partie zu selten aufs Parkett brachten, um den sicheren Erfolg der Gäste ernsthaft zu gefährden. Dennoch gestalteten die Hausherren das erste Viertel beinahe ausgeglichen und überzeugten besonders unter den Körben. „Wir haben gut begonnen und die ersten sechs Minuten genauso umgesetzt, wie wir es uns vorgestellt hatten.“, beschrieb Headcoach Özhan Gürel den Anfang der Partie. Die letzten vier Minuten gehörten dann allerdings dem Favoriten, und so ging es mit einem knappen 17:19-Rückstand in den zweiten Abschnitt.

Hier schlichen sich wieder die Fehler ein, die dem Gürel-Team bereits im ersten Spiel in der Hauptstadt das Genick gebrochen hatten. Die aggressive Verteidigung des TuS Li brachte die Gastgeber immer wieder in Verlegenheit.  Fahrlässige und teils haarsträubende Ballverluste (insgesamt 31 Turnover) waren das Resultat, das die Berliner auf der Gegenseite immer wieder in leichte Punkte ummünzten, sodass die Piraten sich zur Halbzeit ein 29:37-Loch gegraben hatten.

Nach der Pause gaben die Schützlinge von Gürel sich aber keineswegs auf, sondern legten die richtige Einstellung in einer K.o.-Partie an den Tag und verpassten den Lichterfeldern eine gehörige Breitseite. Allerdings ließen die Gäste sich nicht verunsichern. Ganz im Gegenteil, sie reagierten ihrerseits mit einer Abgeklärtheit, die nur ganz wenigen JBBL-Teams beschieden ist. Vor allem Lamin Sabally (28 Zähler und 7 Rebounds) und Anton Hübotter (26 Punkte, 9 von 11 aus dem Feld) sind hier hervorzuheben. Das Duo erzielte zusammen 54 der 88 Lichterfelder Punkte. Die Berliner hatten einfach immer die richtige Antwort parat, wenn es schien, dass die Partie auf Messers Schneide stand, sodass die Gäste mit einem komfortablen 60:51-Vorsprung in den Schlussabschnitt gingen.

Im vierten Viertel versuchten die Hamburger noch einmal alles, allen voran Linus Hoffmann (25 Zähler und 15 Rebounds) sowie Ibrahim Jabby (19 Punkte und 4 Steals), doch an diesem Tag war einfach kein Kraut gegen TuS Li gewachsen. Die Hauptstädter hielten über die gesamte Partie den Druck in der Defensive aufrecht und fanden immer wieder Mittel und Wege, um die Verteidigung der Hausherren clever auszuspielen, sodass das der Einzug in die nächste Runde absolut in Ordnung ging, auch wenn das den Hamburgern natürlich ganz und gar nicht schmeckte. „Die Athletik von TuS Lichterfelde war am Ende der ausschlaggebende Faktor, zudem hatten wir einfach nicht mehr die Kraft, um im letzten Viertel nochmal einen richtigen Run zu starten“, resümierte Gürel.  „Dennoch bin ich ungemein stolz auf die Jungs, weil sie sich zu keinem Zeitpunkt der Partie aufgegeben haben. Insgesamt ist festzuhalten, dass ich bin mit der Entwicklung der Saison und vor allem von einigen Spielern, die einen großen Sprung gemacht haben, sehr zufrieden bin. Wir wissen jetzt, was auf uns zukommt, was wir verbessern müssen und freuen uns bereits, in der kommenden Spielzeit einen neuen Versuch zu starten.“