06.11.2017Piraten ziehen den Kürzeren

Nach drei Siegen in Serie hat die NBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg die erste Niederlage der laufenden Saison einstecken müssen. Vor heimischen Publikum verlor das Team von Cheftrainer Felix Banobre gegen die Artland Young Dragons mit 75:91.

Damit zeigten die „Drachen“, dass sie auch in dieser Spielzeit wieder ein heißer Kandidat auf den Einzug ins Top4-Finale der U19-Bundesliga sind. Dennoch überzeugten die Piraten in den ersten zehn Minuten auch ihrerseits und ließen sich nicht von der Qualität der Niedersachsen einschüchtern. Stattdessen waren die Wilhelmsburger immer wieder in Lage, den Ball in der Offensive zu bewegen, um mit konsequenten Korbaktionen die Partie offen zu halten. Ein Umstand der dringend notwendig war, weil die Gäste aus Quakenbrück sich keine Schwächephase leisteten und aufgrund der besseren Trefferquote mit einer 27:19-Führung in die Viertelpause gingen.

Anfang des zweiten Spielabschnitts erlitten die Piraten dann allerdings ein wenig Schiffbruch. Das Team verlor in der Offensive völlig den Faden und erzielte für fünf Minuten keinen Punkt. Auf der anderen Seite ließen sich die Young Dragons nicht zweimal bitten. Im Stil einer absoluten Topmannschaft nutzten sie jeden Fehler der Gastgeber eiskalt aus, um sich Punkt für Punkt abzusetzen und den Vorsprung zwischenzeitlich von acht auf 30 Zähler (25:55) zu erhöhen. „Sie haben uns für jede Unachtsamkeit, jeden Ballverlust sofort bestraft“, erklärte Co-Trainer Thore Pinkepank den Einbruch seines Teams. „Die Dragons haben eine Abgeklärtheit in ihrem Spiel, über die nur ganz wenige Mannschaften in dieser Altersklasse verfügen.“

Doch wo andere Teams aufstecken und sich ihrem Schicksal ergeben, zeigten die Piraten eine tolle Moral und besannen sich wieder auf ihre Stärken. Insgesamt hoben sie den Einsatz auf eine neue Stufe, gingen energischer zum Rebound, verteidigten aggressiver und spielten auch offensiver wieder deutlich ansehnlicher, was sich ebenfalls im Halbzeitstand (37:58) niederschlug.

Dennoch war der berühmte Drops bereits gelutscht. Nicht zuletzt, weil die Quakenbrücker auch das dritte Viertel mit 26:20 für sich entschieden. Im Schlussabschnitt nahmen die Gäste sich ein wenig zurück, was den Hausherren die Chance gab, ein wenig Ergebniskosmetik zu betreiben. „Wir sind sehr stolz auf das Team, dass es nach dem Einbruch nicht einfach aufgesteckt hat“, resümierte Pinkepank nach der ersten Saisonniederlage.

Währenddessen hat die JBBL nach der Derby-Pleite bei den Hamburg Sharks am vergangenen Wochenende wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Den Grundstein für den überzeugenden 75:50-Sieg gegen die Baltic Sea Lions legten die Wilhelmsburger am finalen Vorrundenspieltag vor allem in der Defensive. „Besonders zu Beginn der Partie haben wir stark verteidigt“, erklärte Headcoach Özhan Gürel. Einzig über die Offensive im dritten Viertel haderte der Übungsleiter etwas: „Die Verteidigung war weiterhin ausgezeichnet. Doch im Angriff haben wir einiges liegengelassen.“

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie allerdings schon entschieden, sodass im Schlussabschnitt einige Piraten noch etwas für ihre individuellen Statistiken tun konnten. Neben Dionys Meister (20 Zähler) und Ibrahim Jabby (10 Punkte) stach ganz besonders Topscorer Linus Hoffman heraus, der nicht nur 25 Punkte erzielte, sondern mit 23 Rebounds ordentlich unter den Körben aufräumte.

Während die JBBL der Piraten ein kurze Pause vor sich hat und zum Auftakt der Hauptrunde am 19. November bei den YOUNG RASTA DRAGONS antreten muss, hat das Team von Felix Banobre in der NBBL am nächsten Wochenende direkt den nächsten dicken Brocken vor der Brust. Dann wollen die Wilhelmsburger am 12. November um 15 Uhr beim ungeschlagenen Tabellenführer ALBA Berlin bestehen.