16.01.2018

Piraten zähmen feuerlose Drachen

Die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg hat nach der deutlichen 66:86-Niederlage zu Jahresbeginn im Spitzenspiel bei den Metropol Baskets Ruhr dank einer fulminanten Leistung wieder zurück in die Erfolgspur gefunden. Mit dem souveränen 97:53-Heimerfolg gegen die Young Rasta Dragons zementierten die Wilhelmsburger ihren Platz in der Spitzengruppe und setzten sich auf dem zweiten Rang in der Hauptrundengruppe 1 fest.

Von Beginn an war deutlich, dass die Schützlinge von Headcoach Özhan Gürel nach der Pleite am vergangenen Wochenende ordentlich Wut im Bauch hatten. So legten sie umgehend mit einer Intensität los, die die Drachen nicht nur zähmte oder gar ins Schwimmen brachte, sondern buchstäblich zu einer Havarie auf der Elbinsel führte. Vor allem die Defensive in den ersten beiden Vierteln stellte die Gäste, die ohne ihren nominellen Aufbauspieler antraten, vor anscheinend unlösbare Aufgaben, was sich auch in aller Deutlichkeit auf der Anzeigentafel widerspiegelte. 30:13 hieß es nach der ersten Viertelpause, aber wer glaubte, dass die Mannschaft von Gürel die Segel raffen und das Tempo etwas rausnehmen würde, musste sich schnell eines Besseren belehren lassen. Ganze acht Zähler ließen die Hamburger im zweiten Spielabschnitt zu und kamen selber auf stolze 25, um jegliche Comeback-Hoffnungen der Niedersachsen bereits zur Halbzeitpause (55:21) im Keim zu ersticken. „Wir haben in der ersten Halbzeit einen enormen Druck aufgebaut und so die Dragons im Spielaufbau immer wieder zu Fehlern gezwungen, sodass wir viele einfache Punkte verzeichnen konnten“, erklärte Gürel die Formel zum Erfolg.

Nach dem Pausentee nahmen die Piraten dann allerdings doch etwas Fahrt raus, beschränkten sich darauf, das Spielgeschehen zu kontrollieren, sodass die Gäste etwas besser mit dem Druck klarkamen. In der Offensive leisteten sich die Hausherren zunehmend ein paar Konzentrationsschwächen, die sowohl dem Spielstand als auch den vielen Wechseln geschuldet waren. Dennoch behielten die Hanseaten weiterhin die Oberhand und entschieden jedes Viertel für sich. Neben Topscorer Semjon Weilguny (35 Zähler, 4 von 10 Dreier und 8 Steals), der von den Gästen nur zu kontrollieren war, wenn er das Geschehen von der Seitenlinie beobachtete, trugen sich mit Linus Hoffmann (24 Punkte und 9 Rebounds), Ibrahim Jabby (12 Zähler), Fabien Kondo und Alonzo Bakija (je 11 Punkte)  gleich vier weitere Piraten zweistellig in den Statistikbogen ein. „Wir waren heute einfach zwei Stufen besser als der Gegner“, resümierte Gürel. „Natürlich freuen wir uns über den Sieg und wollen in den nächsten Begegnungen dort anknüpfen, wo wir heute aufgehört haben.“

Da die vorgezogene Partie gegen Paderborn bereits erfolgreich in den Büchern steht, kann sich das Team am kommenden Wochenende zurücklehnen und in Ruhe die Konkurrenz beobachten, bevor es am 4. Februar um 12.30 Uhr vor heimischer Kulisse zum Aufeinandertreffen mit den Eisbären Bremerhaven kommt.

Ein Luxus, den sich die NBBL-Mannschaft nicht leisten kann. Im Kampf um die Playoffs sind die Mannen von Headcoach Felix Banobre bereits am 21. Januar um 14 Uhr bei den Junior Löwen Braunschweig gefragt. Dort wollen sie nach der deutlichen Niederlage gegen ALBA Berlin zu Jahresbeginn einen wichtigen Schritt in Richtung K.o.-Runde machen.