13.02.2018

Piraten: Jubel und Enttäuschung

Die Jugendmannschaften der Piraten Hamburg haben sich am vergangenen Wochenende mit gemischten Ergebnissen zufrieden geben müssen. Während in der NBBL ein weitestgehend ungefährdeter 79:72-Auswärtserfolg eingefahren wurde, mussten sich die „Junior Piraten“ im JBBL-Derby bei den Hamburg Sharks mit 70:82 geschlagen geben.

Das U16-Team von Headcoach Özhan Gürel startete dabei ausgezeichnet in die hochklassige Partie, in der sich beide Teams vor allem in der ersten Hälfte keinen Millimeter schenkten. „Wir haben unglaublich konzentriert begonnen und tollen Basketball gespielt“, erklärte Gürel nach der Partie. „Besonders hervorzuheben ist dabei Alonzo Bakija, der zu Beginn gleich drei Dreier in Serie getroffen hat.“ Das Spiel der Wilhelmsburger bekam dadurch auf beiden Seiten des Balls den richtigen Zug, sodass schnell einen Vorsprung von zehn Punkten herausgespielt wurde. Bakija kam auf 11 Zähler ohne Fehlwurf, bevor er in der sechsten Minute unglücklich umknickte und den Rest der Partie von der Bank aus verfolgen musste.

Infolgedessen kamen auch die Sharks besser in die Begegnung und hatten nun sprichwörtlich Blut geleckt. Vor allem Matteo Marco Boerries brachte die Hausherren wieder zurück. Der Combo-Guard überzeugte mit 29 Zählern, 8 Rebounds, 5 Steals und 4 Assists, sodass es beim Stand von 26:24 mit einer knappen Führung für die Wilhelmsburger in die erste Viertelpause ging. Auch im zweiten Abschnitt bekamen die knapp 120 Zuschauer ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu sehen. Beide Mannschaften zeigten sehr unterhaltsamen Basketball, kein Team setzte sich ab. Einzig die Schiedsrichter, die zuweilen jeden kleinen Kontakt ahndeten, unterbrachen hin und wieder den Spielfluss. Dennoch ließen sich beide Teams davon nur bedingt aus dem Konzept bringen, weshalb es mit 48:44 zu Gunsten der Piraten beinahe im Gleichschritt in die Kabine ging.

Nach der Halbzeitpause zeichnete sich allerdings ein völlig neues Bild ab. Während sich Gürels Schützlinge in der ersten Hälfte auf ihre Stärken konzentrierten wie ein klassischer Maler, schienen sie in den zweiten 20 Minuten zunehmend in die Expressionismus abzurutschen. Ohne klare Linienführung und zuweilen konfus leistete sich das Team eine Vielzahl von Ballverlusten (24 Turnover), die den Sharks nicht nur Auftrieb gaben, sondern auch die Möglichkeit, das Duell zu drehen. Zu allem Überfluss erhielt Gürel auch noch zwei technische Fouls in kurzer Abfolge und musste die Halle verlassen. Zum Ende des dritten Viertels hatten die Gastgeber den Vier-Punkte-Rückstand zur Pause in einen knappen Vorsprung (62:61) umgewandelt.

Wer jetzt glaubte, dass die Piraten sich im letzten Viertel wieder fangen würden, sah sich getäuscht. Tatsächlich bekamen die Wilhelmsburger, die in Linus Hoffmann (24), Ibrahim Jabby (14), Fabien Kondo (13) und Bakija (11) ihre erfolgreichsten Korbjäger hatten, im Schlussabschnitt offensiv kaum noch ein Bein auf den Boden. Am Einsatz lag es dabei nicht, doch am Ende ging den Piraten, die zu Beginn der zweiten Halbzeit durch die Verletzung von Leif Möller noch einen weiteren Spieler in der Rotation verloren, vielleicht auch etwas die Puste aus. Insgesamt erzielten sie nur neun Punkte, während die „Haie“ ihren Stiefel ruhig herunterspielten und am Ende einen ungefährdeten Erfolg einfuhren. „Wir haben trotz der schwierigen Situation die ganze Partie über gekämpft, und auch wenn das Ergebnis am Ende etwas zu hoch ausgefallen ist, kann ich sagen, dass ich stolz auf die Leistung meines Teams bin“, konstatierte Gürel.

Zufrieden mit der Leistung seiner NBBL-Mannschaft zeigte sich auch Co-Trainer Thore Pinkepank nach einer Woche voller Erkältung und Krankheiten, in der seine Schützlinge nur eingeschränkt trainieren konnten. Dennoch kamen die Piraten beim Gastspiel in Bremerhaven sehr konzentriert aus den Startlöchern und legten bereits in der ersten Halbzeit den Grundstein für den Erfolg in einer sehr physischen Partie. „Wir wussten, dass wir den Gegner sehr ernst nehmen müssen, da Bremerhaven in der Woche zuvor nur knapp gegen ALBA verloren hatte“, so Pinkepank. „Deshalb sind wir umso zufriedener, dass wir von Beginn an der Partie unseren Stempel aufdrücken und den Eisbären vor allem in Person der beiden Topscorer Johannes Heiken und Menno Möller in der Defensive viele Sachen wegnehmen konnten.“

Andere Spieler auf Seiten der Eisbären mussten sich unweigerlich in der Vordergrund spielen, doch das war eine Strategie, mit der das Team von Headcoach Felix Banobre sehr gut leben konnte, da der offensive Rhythmus der Hausherren besonders im ersten Viertel kaum existent war. Dieser Umstand spiegelte sich auch auf der Anzeigentafel wider, weil die Wilhelmsburger sich in der Offensive auch für die starke Defensivarbeit belohnten. Am Ende des ersten Viertels führten die Gäste beim Stand von 22:16 mit sechs Zählern und bauten den Vorsprung bis zur Halbzeit auf elf Zähler (44:33) aus. Besonders hervorzuheben waren dabei Aleksandar Postic (18 Punkte und 5 Rebounds), Jens Großmann (18 Zähler), Justus Hollatz (11 Punkte, 6 Assists, 6 Steals und 4 Rebounds) sowie Carlo Torelli (10 Zähler und 7 Rebounds), die das Offensivspiel über die gesamte Länge der Partie trugen.

Im Schlussabschnitt kämpften sich die Eisbären, die jeden physischen Trick im Buch nutzten, aber noch einmal auf vier Punkte (71:75) heran, bevor Torelli mit zwei ganz starken Defensivaktionen dafür sorgte, dass die Polarraubtiere kurz vor Schluss die Partie nicht noch drehten. „Wir sind nach dieser schwierigen Woche sehr glücklich über den Erfolg. Der Sieg war, wie erwartet, ein ganz hartes Stück Arbeit, den wir uns mit unserer Leistung verdient hatten und zudem konnten wir auch noch feiern, dass Carlo den ersten Dreier seiner NBBL-Karriere versenkt hat“, freute sich Pinkepank über das Ergebnis.

Viel Zeit bleibt den NBBLern aber nicht, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Bereits am nächsten Wochenende (Sonntag, 18. Februar, um 16 Uhr) kommen die Uni Baskets Paderborn nach Hamburg, während die „Junior Piraten“ den Basketball-Sonntag zuvor um 13.30 Uhr im nächsten Spitzenspiel gegen die Metropol Baskets Ruhr in Wilhelmsburg einläuten.