12.12.2017

Piraten feiern Derbysieg

Es war nicht immer schön anzuschauen, doch am Ende sprang das gewünschte Ergebnis heraus. Mit 83:80 gewann die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg ihr viertes Spiel in Serie und bleibt weiterhin ungeschlagen in der Hauptrunde. Dabei glückte dem Team von Headcoach Özhan Gürel im Derby gegen die zuvor noch unbesiegten Hamburg Sharks nicht nur der Sprung an die Tabellenspitze, sondern vor allem die Revanche für die Niederlage in der Vorrunde.

Engagiert gingen die Wilhelmsburger von Beginn an zu Werke und starteten wie die Feuerwehr mit einem 9:0-Lauf ins erste Viertel. Völlig indisponiert fanden die Gäste aus Hittfeld zunächst gar nicht statt, bevor die erste Auszeit ein wenig Ruhe ins Angriffsspiel der Sharks brachte. Daraufhin entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, da beide Mannschaften mit offenem Visier spielten. Dennoch kontrollierten die Piraten größtenteils das Geschehen, ohne sich aber entscheidend absetzen zu können. Eine Tatsache, die sich kurz vor Schluss beinahe noch gerächt hätte. Hauptverantwortlich für den vergleichsweise knappen 31:25-Vorsprung zum Viertelende waren die zum Teil haarsträubenden Ballverluste und Unkonzentriertheiten, die sich das Gürel-Team im Ballvortrag und während der Set-Plays leistete.

Im zweiten Spielabschnitt verlegten sich die Piraten dann aber wieder auf das Wesentliche und spielten ihre körperlichen Vorteile aus. „Wir haben in dieser Phase sehr stark agiert, zeitweise das Geschehen dominiert – vor allem unter den Brettern“, machte Gürel den wohl entscheidenden Faktor für den Erfolg aus. Die Überlegenheit zeichnete sich ebenfalls in den Statistiken ab. Die Wilhelmsburger holten in der Partie 65 Rebounds, 30 davon am offensiven Glas, während die Sharks sich insgesamt nur 38 Rebounds sicherten. Besonders Linus Hoffmann (20 Zähler und 22 Rebounds), Fabien Kondo (17 Punkte und 12 Rebounds) sowie Dionys Meister (18 Zähler und 11 Rebounds) taten sich im Verlauf des Spiels immer wieder im Getümmel unter den Körben hervor, sodass die Hausherren mit einem komfortablen 54:42 in die Halbzeit gingen.

Nach der Pause verpassten die Gastgeber um den wiedergenesenen Aufbauspieler Semjon Weilguny (14 Zähler, 8 Assists und 4 Steals) es aber aufgrund von fehlender Körperspannung, den Sack endgültig zuzumachen. Stattdessen zeigten die Sharks dank der hohen Intensität ihre Zähne. Allen voran Topscorer Matteo Marco Boerries, der mit 30 Zählern erfolgreichster Punktesammler der Partie war, bekamen die Piraten kaum noch in den Griff.

Im Schlussviertel endwickelte sich die Begegnung dann zu einem absoluten Krimi. Die Piraten machten sich das Leben in der Offensive unnötig schwer und ließen den Gästen in der Defensive einen Tick zu viel Platz. Hinzu kamen kostspielige Ballverluste (insgesamt 25 Turnover), die den Haien in den intensiven finalen zehn Minuten immer wieder Oberwasser bescherten, sodass die Sharks knapp zwei Minuten vor dem Ende beim Stand von 80:79 zum ersten, aber auch einzigen Mal in Führung gingen. „Wir haben hier als Mannschaft besonders in der Verteidigung eine unglaubliche Geschlossenheit gezeigt und die Nerven bewahrt, um so eine knappe Partie nach Hause zu bringen“, lautete Gürels Fazit. Besonders  Hoffmann und Ibrahim Jabby (12 Zähler und 2 Steals) stellten in der Offensive wie Defensive durch starke Antizipation, den richtigen Einsatz und unbändigen Willen sicher, dass die Piraten am Ende als verdienter Sieger vom Parkett gingen.

Nach diesem Erfolg können die Schützlinge von Gürel zunächst erstmal die besinnliche Weihnachtszeit genießen, bevor es erst am 7. Januar 2018 wieder ans Eingemachte geht. Dann kommt es auswärts um 14 Uhr zum ersten Aufeinandertreffen mit den Metropol Baskets Ruhr. Während die JBBL erst im neuen Jahr wieder antreten muss, bekommen es die NBBLer von Felix Banobre am nächsten Sonntag, 17. Dezember, mit der Baskets Akademie Weser-Ems zu tun. Beim Gastspiel in Oldenburg müssen die Wilhelmsburger aufpassen, da die Niedersachsen nach der deutlichen Niederlage in der Hansestadt auf Revanche aus sind.