09.01.2018Piraten erleiden Schiffbruch

Der Jahreswechsel ist den Piraten Hamburg nicht gut bekommen. Während die NBBLer von Headcoach Felix Banobre vor heimischer Kulisse gegen den Topfavoriten ALBA Berlin mit 62:112 unter die Räder kamen, mussten auch die „Junior Piraten“, die bis dato im Verlauf der JBBL-Hauptrunde noch ungeschlagen waren, im Spitzenspiel bei den Metropol Baskets Ruhr ihre erste Niederlage (66:86) nach zuvor vier siegreichen Partien einstecken.

Bereits am Freitag empfingen die U19-Piraten den Tabellenführer aus der Hauptstadt, und aufgrund von Verletzungen sowie Krankheiten sahen die Gastgeber gegen den Favoriten kein Land, das Fehlen von drei Leistungsträgern wollte Co-Trainer Thore Pinkepank aber nicht als Ausrede für die einseitige Partie gelten lassen. „Was ALBA in den vergangenen Jahren in der Jugendausbildung aufgebaut hat, ist schon beeindruckend. Dennoch war im Lauf der Partie viel entscheidender, dass wir dem Druck nicht standhalten konnten, den sie auf uns ausgeübt haben.“

Am Anfang gelang es den Wilhelmsburgern noch, sich ein ums andere Mal durchzusetzen und das erste Viertel (14:26) sowie das Kräfteverhältnis zumindest phasenweise ausgeglichen zu gestalten. Doch mit zunehmender Spieldauer ließen sich die Hausherren immer mehr den Schneid abkaufen. „Wir haben aufgrund der Verletzungen mit einer sehr jungen Mannschaft gespielt, und mit Semjon Weilguny und Linus Hoffmann haben gleich zwei JBBL-Spieler den Weg in die Starformation gefunden.“

Im zweiten Spielabschnitt brachen alle Dämme, weil die die Schützlinge von Banobre zusammen mit ihrer Linie auch ihr Selbstbewusstsein verloren. Die Folge war ein 28:0-Lauf der Albatrosse, der die Partie vorzeitig entschied, als es mit einem 23:63-Defizit in die Pause ging.

Nach der Halbzeit bäumten sich die Hausherren, die in All Star Aleksandar Postic (16 Zähler) und Small Forward Jens Großmann (14 Punkte) ihre treffsichersten Akteure hatten, nochmals auf und gestalteten das dritte Viertel ausgeglichen. „Wir haben uns die Partie hereingekämpft, besser verteidigt und sind aggressiver unter den Körben zu Werke gegangen“, sagte Pinkepank. Dennoch blieb den Piraten eine Ergebniskosmetik verwehrt, da die Berliner, die in Power Forward Hendrik Drescher (50 Zähler bei 19 von 25 Versuchen aus dem Feld und 17 Rebounds) den alles überragenden Akteur auf dem Feld hatten, auch weiterhin keinen Bruch im Spiel zuließen, sodass die Gastgeber im Schlussviertel erneut Federn lassen mussten.

Federn musste auch die U16 im Kampf um die Tabellenführung in der Hauptrundengruppe 1 lassen. Im Spitzenspiel bei den Metropol Baskets Ruhr wurde dem jungen Team von Headcoach Özhan Gürel ebenfalls das zweite Viertel zum Verhängnis. Während im ersten Spielabschnitt noch die Defensive auf beiden Seiten dominierte und schlechte Trefferquoten das Spiel prägten, fanden die Baskets in den zweiten zehn Minuten ihr Zielwasser, als die Wilhelmsburger noch immer mit ihrer schlechten Wurfauswahl haderten. Am Ende stand zum Pausentee ein 22:41-Defizit zu Buche.

Die hohe Hypothek ließ sich trotz eines engagierten dritten Abschnitts nicht mehr wettmachen, indem die Piraten vieles von dem zeigten, was sie im Lauf der Spielzeit erfolgreich gemacht haben. Doch neben der Variabilität der Metropol Baskets – gleich fünf Spieler punkteten zweistellig – sorgten vor allem die insgesamt 30 Ballverluste dafür, dass eine Aufholjagd an diesem Tag außer Frage stand. „Wir haben den Kampf unter den Körben nicht angenommen und hatten die gesamte Zeit über Probleme mit dem körperbetonten Spiel des Gegners“, erklärte Gürel nach der Partie.

Lange müssen seine Schützlinge aber nicht auf eine Möglichkeit warten, um sich für die Niederlage zu rehabilitieren. Bereits am nächsten Wochenende (Sonntag, 14. Januar, um 12.30 Uhr) empfangen die JBBLer die YOUNG RASTA DRAGONS, während sich die NBBL noch eine weitere Woche gedulden muss, bevor das Team zu den Junior Löwen Braunschweig reist.