05.12.2017Piraten bringen Eisbären ins Schwitzen

Beide Teams der Piraten Hamburg haben sich von den Eisbären Bremerhaven nicht kalt erwischen lassen. Während die JBBL-Mannschaft nach dem 71:61-Auswärtserfolg weiterhin in der Hauptrunde ungeschlagen blieb, rehabilitierten die NBBLer sich für die Niederlage am vorherigen Wochenende mit einem deutlichen 88:61-Heimsieg.

Gleich fünf U19-Piraten trugen sich mit zweistelliger Punkteausbeute in den Statistikbogen ein, während in der Defensive ganze 34 Ballverluste der Gäste forciert wurden. Diese Ausgeglichenheit in der Offensive und die Intensität in der Verteidigung zeigten sich von der ersten Sekunde an. Die Hamburger kamen ausgezeichnet aus den Startblöcken und begannen mit einem 16:0-Lauf. „Wir haben in einigen Bereichen einen Schritt nach vorne gemacht“, erklärte Co-Trainer Thore Pinkepank nach dem Spiel. „Vor allem haben wir in der Verteidigung so viel Druck auf den Gegner ausgeübt, dass die Bremerhavener ihre Qualitäten nicht ausspielen konnten.“

Der überragende Auftakt ließ sich natürlich nicht über das gesamte Viertel durchhalten, da Headcoach Felix Banobre das deutliche Ergebnis nutzte, um viel zu wechseln, worunter der Rhythmus des Teams litt. Gleichzeitig erholten sich die Gäste von der ersten Lawine und verkleinerten den Vorsprung in der Folgezeit auf 23:15.

Im zweiten Abschnitt fanden die Wilhelmsburger wieder zu ihrem druckvollen Spiel aus den Anfangsminuten zurück und kontrollierten fortan das Geschehen förmlich nach Belieben, sodass beim Spielstand von 51:33 zur Halbzeit die Vorentscheidung bereits gefallen war.

Nach der Pause experimentierten die Piraten munter weiter, ließen sich das Spiel aber zu keiner Zeit aus der Hand nehmen, sondern bauten den Vorsprung sogar sukzessive aus. „Justus Hollatz hat eine tolle Partie abgeliefert und besonders mit seinen Pässen die Defensive der Eisbären immer wieder ausgehebelt“, hob Pinkepank die Leistung seines Aufbauspielers hervor, der mit 11 Zählern, 12 Assists und 9 Steals in nur 26 Minuten haarscharf an einem Triple Double vorbeischrammte. Topscorer der Partie war allerdings Aleksandar Postic mit 17 Punkten gefolgt von Tobias Möller (15), Nicolas Aldag (13) und  Jens Großmann (12).

Ganz so ausgeglichen gestaltete sich der Statistikbogen der JBBL nicht. Dennoch schwimmt die U16 der Wilhelmsburger nach dem Gastspiel in Bremerhaven weiter auf der Erfolgswelle und fuhr ihren dritten Sieg in der Hauptrunde ein. „Es war keine leichte Partie“, resümierte Cheftrainer Özhan Gürel. „Der Gegner hat sich sehr gut auf uns eingestellt, sodass wir nur sehr wenige unsere Systeme erfolgreich abschließen konnten.“

Dennoch fanden die Piraten durch ihre individuelle Klasse, die sich hauptsächlich durch gelungene Einzelaktionen manifestierte, immer wieder Mittel und Wege, um der ersten Halbzeit (37:24) ihren Stempel aufzudrücken.

Nachdem die Gäste das Geschehen in den ersten 20 Minuten kontrolliert hatten, zeigte sich nach dem Seitenwechsel ein etwas anderes Bild. Die Hausherren legten zunehmend ihren Respekt ab und gingen in der Verteidigung noch aggressiver zu Werke. Die fehlenden Erfolgserlebnisse in der Offensive wirkten sich auf Seiten der Piraten auch auf die Arbeit gegen den Ball aus. „Die Eisbären haben uns in der zweiten Halbzeit vor große Probleme gestellt“, bemängelte Gürel die Leistung seiner Schützlinge, bei denen Ibrahim Jabby (20 Zähler, 7 Rebounds und 3 Steals), Linus Hoffmann (14 Punkte und 10 Rebounds) sowie Noah Torriente Bacallao (12 Zähler) am auffälligsten agierten, nach dem Seitenwechsel. „Wir müssen in solchen Situationen lernen, schneller und kreativer zu spielen.“

Genau diese fehlende Kreativität ermöglichte es dem Gegner, nach einem 10:0-Run beim Stand von 45:42 nochmals Morgenluft zu schnuppern. Am Ende setzten sich aber der Wille und die überlegene Athletik auf Seiten der Piraten durch, sodass die Gürel-Fünf sich mit breiter Brust auf die nächste Aufgabe konzentrieren kann.

Und diese hat es in sich. Mit den Hamburg Sharks kommt es am nächsten Sonntag, 10. Dezember, um 11 Uhr vor heimischer Kulisse zum zweiten Derby mit dem Stadtrivalen. Nach der 63:69-Niederlage in der Vorrunde haben die Piraten noch eine offene Rechnung zu begleichen und hoffen dabei auf die tatkräftige Unterstützung des Publikums. Derweil muss die NBBL erst wieder am 17. Dezember bei der Baskets Akademie Weser-Ems antreten. Keineswegs eine einfache Aufgabe, da die Oldenburger nach der deutlichen Hinspiel-Pleite in der Hansestadt alles daran setzen werden, die Wilhelmsburger nicht mit einem weiteren Erfolgserlebnis nach Hause zu schicken.