16.10.2017

Piraten bestehen Belastungsprobe

Zwei Spiele an zwei Tagen: Eine Aufgabe, die die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg mit Bravour bestanden hat.

Trotz der Doppelbelastung erlitten die Schützlinge von Headcoach Özhan Gürel keinen Schiffbruch, sondern knüpften nahtlos an den erfolgreichen Saisonstart in Lübeck (89:56) an. Zunächst gewannen die Junior-Piraten mit 98:55 vor eigener Kulisse gegen den Nachwuchs der Eisbären Bremerhaven, ehe das Team keine 24 Stunden später die Heimspielstätte des Bramfelder SV mit 89:61 stürmte.

Die Marschrichtung gegen die Eisbären war von Beginn an klar: Die Piraten wollten unter den Brettern hochkonzentriert zu Werke gehen. „Wir haben in allen Phasen der Partie ausgezeichnet ausgeboxt und als Team unter den Körben hart gearbeitet, was am Ende einer der Schlüssel zum Erfolg war“, erklärte Trainer Gürel. Mit 55:35 stand am Ende ein deutliches Übergewicht auf Seiten der Piraten zu Buche, sodass die Gastgeber vom Start weg ihre Überlegenheit auch in anderen Facetten des Spiels unter Beweis stellten. Mit 24:16 ging es in die erste Viertelpause, bevor die Hamburger im zweiten Abschnitt für klare Verhältnisse sorgten und die Weichen noch vor der Halbzeit (47:27) auf Sieg stellten.

Auch der folgende Pausentee änderte nichts an der Dominanz. Ganz im Gegenteil: Motiviert durch die Ansprache von Marvin Willoughby, Sportlicher Leiter der Hamburg Towers, erzielte die Mannschaft 33 Punkte und zog uneinholbar auf 80:37 davon. Der Schlussabschnitt war dann ein munteres Schaulaufen, in dem das Trainergespann die Möglichkeit hatte, der gesamten Bank genug Einsatzzeit zu geben, sodass nicht nur alle Akteure spielten, sondern auch Gelegenheit hatten, sich in den Statistikbogen einzutragen. Besonders hervortaten sich erneut Linus Hoffmann (19 Zähler und 22 Rebounds), Topscorer Semjon Weilguny (24 Punkte, 4 Dreier und 4 Steals) sowie Ibrahim Jabby (15 Punkte).

Knapp einen Tag später gestaltete sich der Auftakt im ersten Hamburger Derby gegen den Bramfelder SV etwas schwieriger. Die Piraten starteten zwar gut in die Partie konnten sich trotz einer 23:20-Führung im ersten Viertel aber nicht absetzen. Im zweiten Abschnitt zeigten die bisher sieglosen Hausherren vielleicht ihre besten zehn Minuten der noch jungen Spielzeit. Auf der anderen Seite leisteten sich die Piraten zu viele einfache Fehler. „Wir waren in der ersten Hälfte einfach zu schläfrig. Und vor allem in der Defensive zu unaufmerksam und nachlässig“, bilanzierte Headcoach Gürel nach der Partie. Die Quittung für die Nachlässigkeiten spiegelte sich dann auch im Halbzeitergebnis wider (39:41).

Mit ordentlicher Wut im Bauch kam das Team aus der Kabine. Vor allem die Defensive stand deutlich besser und übte größeren Druck auf die Gastgeber aus, die mit zunehmender Spieldauer ihre liebe Mühe und Not mit der hohen Intensität hatten. Insgesamt 40 Ballverluste forcierten die Wilhelmsburger, was auf der Gegenseite immer wieder zu Überzahlsituationen und einfachen Punkten führte.

Aber auch in normalen Offensive lief der Ball deutlich besser, weil die Spieler aggressiver die Close-Outs attackierten und immer wieder das Auge für den besserpostierten Mitspieler hatten. Im vierten Viertel brachen dann endgültig alle Dämme. Die Bramfelder waren im Spielaufbau völlig überfordert und bekamen kein Bein mehr auf den Boden. Insgesamt gelangen den Hausherren nur vier Punkte und in den letzten acht Minuten fanden sie den Korb gar nicht mehr, während die Gäste dem Gegner weitere 20 Zähler einschenkten.

Besonders ragte Ibrahim Jabby im Wilhelmsburger-Dress heraus. Der 1,68 Meter große Aufbauspieler war mit 20 Zählern nicht nur bester Punktesammler der Partie, sondern zeigte mit 9 Rebounds, 8 Steals und 7 Assists eine rundum gelungene Leistung. Neben dem Point Guard punkteten ebenfalls Semjon Weilguny (15), Linus Hoffman (15) und Fabien Kondo (11 Punkte und 10 Rebounds) zweistellig.

Ungeschlagen schauen sich die Piraten mit einer Korbdifferenz von plus 104 Punkten das Geschehen in der Vorrundengruppe 1 von der Tabellenspitze an und haben nun zwei Wochen Zeit, sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Dann kommen die EBC Rostock Junior Talents in der Elbmetropole zu Besuch, um einen Sieg von der Pirateninsel zu entführen.