13.03.2018

NBBL: Piraten entern Playoffs

Die NBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg kann sich auf die Playoffs vorbereiten. In einer hartumkämpften Partie, in der nur ein Erfolg gegen den direkten Konkurrenten der BG Göttingen die Teilnahme an der Postseason ermöglichte, stand am Ende ein verdienter 76:69-Erfolg in Wedel zu Buche.

Ausschlaggebend für das positive Ergebnis war dabei vor allem das erste Viertel, in dem die Wilhelmsburger nach Strich und Faden dominierten. Das Team von Felix Banobre verpasste den niedersächsischen Gästen gleich zu Beginn des ersten Viertels eine volle Breitseite. Schnörkel- und kompromisslos in allen Bereichen setzten sich die Hamburger früh ab und schienen alles daran zu setzen, den Göttinger Widerstand möglichst schon im ersten Abschnitt brechen zu wollen. „Wir waren in den ersten Minuten absolut überlegen“, kommentierte der Co-Trainer Amir Zohri die starke Anfangsphase. „Wir haben auf beiden Seiten des Balls sehr gut gespielt, den Ball ausgezeichnet laufen lassen, offene Würfe kreiert und sind immer wieder dazu gekommen, aus unserer gut stehenden Verteidigung das Spiel schnell zu machen und Fastbreaks zu laufen.“ So ging es mit einem komfortablen 23:12-Vorsprung und einer ganzen Menge Rückenwind ins zweite Viertel.

Dort sammelten sich die Gäste und fanden so etwas wie Struktur gegen eine bis dahin überragende Hamburger Defensive. Angefeuert durch die eigenen Korberfolge bekamen die Göttinger nun auch auf der anderen Seite besseren Zugriff und machten den Piraten das Leben zunehmend schwer. Dennoch ließen sich die Schützlinge von Banobre nicht aus dem Konzept bringen und nahmen die Herausforderung an, sodass sich eine muntere Partie entwickelte, in der beide Teams genau wussten, was auf dem Spiel stand. Bis zur Halbzeit bauten die Gastgeber den Vorsprung auf 42:29 aus. Doch trotz der Führung war den Nordlichtern klar, dass noch lange zu spielen war und die BG alles daran setzen würde, ihrerseits die Wende und damit den Einzug in die Playoffs aus eigener Kraft zu schaffen.

Mit dieser Verzweiflung kamen die Niedersachsen auch aus der Kabine und legten in Sachen Intensität, Kampfgeist und Willen noch mal eine Schippe drauf. Ein Kombination, die den Nordlichtern zunächst gar nicht zu schmecken schien, da das Banobre-Team etwas von seiner Linie abrückte, sich zu schwierigen Würfe provozieren ließ und auch in den defensiven Rotationen zunächst einen Schritt zu spät kam. „Wir waren nicht mehr ganz so fokussiert“, erklärte Zohri. „Allerdings muss man den Göttingern auch ein Kompliment aussprechen. Sie haben nicht aufgesteckt, obwohl sie bis zur Halbzeit nicht einen Dreier getroffen hatten, um dann in zweiten Hälfe eine ganze Reihe von schwierigen Würfen zu versenken.“ Dies spiegelte sich auch auf dem Scoreboard wider, als sich beim Stand von 58:50 im Schlussviertel noch eine ganz enge Kiste androhte.

Angeführt vom Topscorer der Partie Jef De Vries (24 Zähler) und Lukas Heidelberg (19 Punkte) schöpfte Göttingen vor den letzten zehn Minuten wieder Hoffnung. Dass das Spiel sich aber nicht noch zu einem richtig heißen Tanz entwickelte, hatten die Piraten vor allem dem Triumvirat aus Justus Hollatz (19 Punkte, 6 Steals, 5 Rebounds und 4 Assists), Carlo Torelli (14 Zähler, 11 Rebounds) und Leevi Erkkilä (17 Punkte) zu verdanken. Das Dreigestirn wusste, die gefährlichsten Klippen zu umschiffen und holte immer dann die Kohlen aus dem Feuer, wenn eine Reaktion auf einen möglichen BG-Run nötig war, um die Gäste auf Armlänge zu halten.

Obwohl die Piraten von jenseits der Dreierlinie nur 6 von 26 Versuchen (23,1 Prozent) trafen, spielte die Wurfquote doch eine entscheidende Rolle in der Partie. Am Ende fanden 31 von 66 Würfen (47 Prozent) ihr Ziel, während die Gäste nur auf 27 erfolgreiche von 67 (40,3 Prozent) Korbversuchen kamen. Da die Hamburger auch den Kampf unter den Körben mit 44:40 Rebounds entschieden, behielten die Piraten am Ende die Oberhand und können sich über den Einzug in die Playoffs freuen.

Dort stehen die Wilhelmsburger vor der Aufgabe, am 25. März beim TSV Bayer 04 Leverkusen antreten zu müssen. Der Divisionssieger der Hauptrundengruppe 2, der nur zwei seiner 14 Partien verlor und eine Korbdifferenz +225 aufweist, wird eine große Herausforderung darstellen. Doch wenn die Hamburger einen guten Tag erwischen, können sie auch beim Gastspiel in Nordrhein-Westfalen dem Favoriten mehr als nur ein Bein stellen.