10.09.2017

Lucas Gertz im Interview

Aus dem gebürtigen Argentinier Lucas Gertz ist inzwischen ein waschechtes Nordlicht geworden, das bei den Hamburg Towers eine größere Rolle als zuletzt in Crailsheim anstrebt. Im Interview verrät der 27-jährige Neuzugang, was er sich von der anstehenden Spielzeit erhofft und ob er Psycho-Tricks aus seinem Studium auf dem Parkett anwenden kann.

Moin Lucas, du bist nun schon seit einigen Wochen hier, hast du dich mittlerweile eingelebt?

Auf jeden Fall, ich fühle mich super wohl. Die Wohnung ist gut, die Verbindung in die Stadt top. Zudem besteht immer die Möglichkeit, in die Halle zu gehen. Ich merke, dass hier für die Spieler gesorgt wird, es fehlt einem an nichts. Während der Vorbereitung ist es aber echt stressig, da bin ich meistens nur zwischen zu Hause und der Halle unterwegs.

Du sagst es: Die Vorbereitung läuft, und ihr seid jetzt schon seit mehr als einem Monat im Training. Wie ist dein bisheriger Eindruck vom Team?

Wir wachsen als Mannschaft stetig zusammen, entwickeln uns von Training zu Training und treten nicht auf der Stelle. Alle sind hungrig und gehen mit hoher Intensität ans Werk. Wir verfügen über eine sehr gute Offensive und haben genug Scorer. Entscheidend wird sein, dass alle fünf Spieler, die auf dem Feld stehen, in der Verteidigung die gleiche Idee verfolgen. Bis zum Saisonstart gilt es jetzt noch, an Details zu arbeiten.

Und was können wir von dir persönlich erwarten?

Ich definiere mich durch aggressive Verteidigung. In dieser Saison werden sich für mich aber auch offensiv mehr Möglichkeiten ergeben. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, viel aus dem Pick & Roll für meine Mitspieler zu kreieren. Vorige Saison stand ich im Angriff hauptsächlich in der Ecke, das hat mir nicht so gefallen, jetzt bin ich viel öfters am Ball. Ich trage hier bei den Hamburg Towers mehr Verantwortung und es ist ein super Gefühl, gebraucht zu werden. Das war ich in den vergangenen Jahren nicht gewohnt.

Du studierst Psychologie an der Fern-Universität Hagen. Hast du als angehender Psychologe Vorteile auf dem Spielfeld?

Nein, soweit bin ich noch nicht. Vielleicht im Lauf der Saison (lacht).

Welche Teams siehst du in der anstehenden Saison als härteste Rivalen, auf welche Gegner freust du dich besonders?

Ich freue mich auf die Spiele gegen Crailsheim, die werden definitiv wieder oben mitspielen. Ein Superteam wie den MBC in der Vorsaison gibt es dieses Jahr allerdings nicht, stattdessen begegnen sich viele Mannschaften auf Augenhöhe. Vechta und Köln sind stark, auf Karlsruhe bin ich sehr gespannt, und wir wollen natürlich auch ein Wörtchen mitreden.

Der Season-Opener gegen die Oettinger Rockets war ein kleiner Vorgeschmack: Freust du dich schon auf die Heimspiele im Inselpark?

Na klar. Als ich im Vorjahr mit Crailsheim in der edel-optics.de Arena gespielt habe, ist mir die tolle Stimmung in Erinnerung geblieben. Ich denke schon, dass das Publikum viel ausmacht. Es gibt dir einen extra Push Motivation und Kraft, wenn die Fans richtig dabei sind.

Wird Zeit, dass die Vorbereitung endlich ein Ende findet, oder?

Ganz ehrlich: Es ist zwar anstrengend, aber ich mag den Prozess des Zusammenwachsens. Während der Saison verschiebt sich der Fokus ein wenig, dann geht es hauptsächlich um die Spielvorbereitung. Mir gefallen beide Phasen. Wichtig ist letztlich nur, dass wir uns im Saisonverlauf individuell und mannschaftlich verbessern, um dann in der entscheidenden Saisonphase unseren besten Basketball zu spielen.