12.03.2018

JBBL: Piraten machen nächste Runde klar

Die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg kann für die nächste Runde der Playoffs planen. In einer nervenaufreibenden Partie, die in Sachen Spannung beinahe einer Kopie des ersten Aufeinandertreffens mit den Jungwölfen des MBC glich, setzten sich die Piraten am Ende erneut hauchdünn mit 57:56 in Weißenfels durch und buchten somit das Ticket für das Viertelfinale.

Wie bereits in der ersten Begegnung starteten die Norddeutschen unkonzentriert in die Partie. In der Offensive unterliefen den Wilhelmsburgern zu viele Fehler, und die Wurfquote entsprach zu Beginn mehr dem Gefrier- als dem Siedepunkt. Auch die Defensive stand in Anfangsphase nicht gut, sodass das junge Wolfsrudel zu Beginn förmlich schalten und walten konnte, wie es wollte. Die Quittung folgte auf dem Fuß, und die Hanseaten lagen schnell mit 5:14 in Rückstand. Doch aber der siebten Spielminute hatten sich die Nordlichter an den Gegenwind in Weißenfels gewöhnt und nahmen plötzlich mit vollen Segeln richtig Fahrt auf. „Wir haben wieder schlecht angefangen“, kommentierte Headcaoch Özhan Gürel die ersten Minuten. „Doch dann haben wir uns vor allem durch unsere Defensiv- und Reboundarbeit wieder in die Begegnung zurückgekämpft.“ Angespornt durch die Arbeit gegen den Ball, lief dann auch die orangene Murmel in den eigenen Reihen besser. Die logische Konsequenz: Die Piraten verkürzten bis zur Sirene auf 14:17.

Im zweiten Abschnitt entwickelte sich dann eine Partie auf absoluter Augenhöhe. Die Piraten hatten jetzt auch den letzten Rost abgeschüttelt, während die Gastgeber deutlich machten, dass sie keineswegs daran dachten, sich kampflos in die Offseason zu verabschieden. Bis zur Pause hatten die Gäste dann aber ein ums andere Mal das Glück des Tüchtigen und nahmen beim Stand von 28:27 einen hauchdünnen Vorsprung mit in die Pause.

Nach der Halbzeit änderte sich nicht viel am Spielverlauf, auch wenn die Hamburger erneut mit Bleigewichten an den Füßen aus der Kabine kamen. „Wir haben wie im ersten Spiel den Fehler gemacht, dass wir nicht mit der richtigen Intensität in die zweite Halbzeit gestartet sind“, so Gürel. Doch dieses Mal ließ sein Team den Abstand nicht weiter als auf fünf Punkte (35:40/25. Minute) anwachsen und gestaltete bis zum Ende des dritten Viertels die Partie beim 44:44 wieder ausgeglichen.

Im Schlussabschnitt entwickelte sich dann ein regelrechtes Hin und Her, ohne die entscheidenden Nadelstiche von einem der beiden Kontrahenten. Drei Minuten vor dem Ende schienen die Hausherren aber die richtigen Lösungen gefunden zu haben, um ein drittes und entscheidendes Spiel um den Einzug in die nächste Playoff-Runde zu forcieren. Als dann auch noch Gürel mit dem zweiten technischen Foul die Trainerbank verlassen musste, sah es plötzlich zappenduster für die Hamburger aus. Doch wie es die ganze Saison über war, wuchsen die Piraten in den entscheidenden Momenten über sich hinaus und kanalisierten die Disqualifikation ihres Trainers, um einen letzten Run zu starten. Ein Dreier von Semjon Weilguny plus ein verwandelter Freiwurf von Linus Hoffmann brachten die Gäste wieder in Schlagdistanz, bevor Kapitän Ibrahim Jabby kurz vor Schluss den spielentscheidenden Dreier versenkte.

Dass die Partie aber nicht nochmal eine negative Wendung nahm, hatten die Wilhlemsburgern auch den Nerven der Hausherren zu verdanken. Gleich vier Versuche von der Freiwurflinie fanden in der Crunchtime nicht ihr Ziel, sodass der längere Atem und das sicherere Händchen der Gürel-Schützlinge Zünglein an der Waage waren.  „Wir wollten den Gegner unter 60 Punkten halten und das haben wir geschafft, was sicherlich ein Schlüssel zum Erfolg war“, gab der Cheftrainer einen weiteren Grund für den positiven Ausgang der Partie an.

Nun gilt die volle Konzentration dem nächsten Gegner. „Wir freuen uns über den Erfolg und gleichzeitig auf die Herausforderung gegen TuS Lichterfelde“, richtete der Headcoach direkt nach der Partie den Blick bereits nach vorne. Denn Gürel weiß, dass gegen die Berliner, die sich ebenfalls in zwei Partien gegen UBC/SCM Baskets Münsterland durchsetzten, noch eine ganze Menge Arbeit auf sein Team zukommt. Die Hauptstädter sind nochmal ein ganz anderes Kaliber, welches jede kleine Schwächephase gnadenlos ausnutzen wird. Das erste Duell steigt am Sonntag, 25. März, in Berlin.