27.03.2018

JBBL: Ballverluste kosten Piraten Sieg

Die JBBL-Mannschaft der Piraten Hamburg war drauf und dran, im Viertelfinale der Playoffs für eine Überraschung zu sorgen. Doch aufgrund der fehlenden Kaltschnäuzigkeit mussten sich die Schützlinge von Headcoach Özhan Gürel am Ende mit 71:76 beim TuS Lichterfelde geschlagen geben.

Dabei begann alles nach Plan. Die Wilhelmsburger spielten in den ersten Minuten stark auf und zeigten den Hausherren von Beginn an, dass sie nicht nach Berlin gereist waren, um als Kanonenfutter zu dienen. Von Nervosität also keine Spur, obwohl der etatmäßige Aufbauspieler Semjon Weilguny aufgrund von Knieproblemen nicht eine Sekunde auf dem Parkett stand. Stattdessen spielten die Hamburger ihre Stärken unter dem Korb aus. Die Dominanz unter den Brettern zeigte sich vor allem im Reboundverhältnis, das die Piraten über die gesamte Partie deutlich mit 53:26 für sich entschieden. „Wir haben sehr gut angefangen, mit unserer Defensive in der ersten Halbzeit der Partie unseren Stempel aufgedrückt und vorne immer wieder die richtigen Entscheidungen getroffen“, resümierte Gürel.

Einzig und allein Wehrmutstropfen waren die zum Teil haarsträubenden Ballverluste, die es den Gastgebern ermöglichten, den Abstand vor dem Gang in die Kabine nicht allzu groß werden zu lassen. Am Ende gingen die Piraten gegen den Favoriten dennoch mit einer komfortablen 41:34-Führung in die Halbzeit.

Nach dem Pausentee sollte sich aber ein etwas anderes Bild zeigen. Die Hamburger kamen zwar mit einer ganzen Menge Selbstbewusstsein zurück aufs Spielfeld, ließen sich aber trotz eines guten Starts zunehmend das Heft des Handelns aus den Händen nehmen. Vor allem der Ballvortrag stellte sich dabei als große Achillesferse der Gäste heraus. 36 Turnover standen beim Schlusspfiff zu Buche, wobei ein Großteil immer wieder zu einfachen Korblegern der Hauptstädter führte. Besonders stach dabei der Berliner Lamin Sabally hervor, der nicht nur auf 30 Zähler, 9 Rebounds und 5 Assists kam, sondern zudem auch noch mit überragenden 9 Steals ein ausgezeichneter Langfinger war, sodass die Partie bereits am Ende des dritten Viertels (54:53) zu kippen drohte.

Im Schlussabschnitt legte die Defensive der Berliner dann nochmals eine Schippe drauf. Lichterfelde machte beim gegnerischen Spielaufbau so viel Druck, dass man hätte erwarten können, irgendwo auf dem Parkett Diamanten zu finden. Und dennoch hielten die Piraten aufopferungsvoll dagegen. Wann immer sie in ihre Spielzüge kamen, den Ball unter den Korb bringen und ihre großen Spieler einsetzen konnten, waren ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt. Besonders stachen dabei Fabien Kondo (27 Punkte und 15 Rebounds) sowie Linus Hoffmann (19 Punkte und 17 Rebounds) heraus. Die beiden Big Men waren ein ständiger Unruheherd unter den Körben und sorgten dafür, dass die Lichterfelder sich bis zum Ende nicht entscheidend absetzte. Für die Überraschung reichte es letztlich nicht, obwohl die Chance gegeben war, den Berlinern den Heimvorteil zu entreißen.

Dennoch längst kein Grund für das Team von Gürel, die Segel zu streichen und sich in zwei Wochen (Sonntag, 8. März, um 12.30 Uhr) in ihr Schicksal zu fügen. Vielmehr hat die Partie gezeigt, dass man als David den Goliath ordentlich ins Wanken gebracht hat. „Wenn wir genauso couragiert zu Hause mit den eigenen Fans im Rücken auftreten und uns im Ballvortrag verbessern, können wir gegen TuS Lichterfelde nicht nur bestehen, sondern mit ein bisschen Glück ein drittes Entscheidungsspiel in Berlin erzwingen“, konstatierte Gürel.  „Und da ist dann alles möglich.“