14.12.2018

Heim-Serie hält gegen Rostock

Eine Serie musste enden, und es war die der ROSTOCK SEAWOLVES. Die Hamburg Towers bleiben daheim ungeschlagen und brachten dem Liganeuling von der Ostsee mit 83:69 (61:62, 42:43, 21:19) die erste Auswärtsniederlage der Saison bei. 3400 Zuschauer in der ausverkauften edel-optics.de Arena feierten den sieben Triumph im siebten Heimspiel. Der musste jedoch schwer erkämpft werden, aber der Reihe nach.

Keine Experimente bei der Starting Five: Achmadschah Zazai, Tevonn Walker, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese standen beim Tip-Off auf dem Parkett. Und dennoch brauchte die eingespielte Formation 2:45 Minuten, um durch Freese die ersten Zähler zu erzielen. Bis dato hatte Rostock bereits sechsfach gepunktet. Es entwickelte sich die erwartet intensive Begegnung zwischen der besten Heim- und erfolgreichsten Auswärtsmannschaft der ProA – in der die vermutlich potenteste Paarung der Liga herausstach. Dreimal in Serie assistierte Zazai seinem Pick&Roll-Partner Freese, was maßgeblich zum 21:19-Vorsprung nach den ersten zehn Minuten beitrug.

Angetrieben von ihren mehr als 300 mitgereisten Fans verschwendeten die Ostdeutschen keinen Gedanken daran, frühzeitig abreißen zu lassen. Insbesondere Terrell Harris stichelte die Gastgeber. Auf der Gegenseite hieß der Dynamo der Towers Justin Raffington. Der athletische Big Man schloss in Korbnähe ab, was immer ihm vor die Flinte kam. Nicht nur die besten Scorer, auch beide Teams neutralisierten sich weitgehend. Ein 7:0-Lauf gab Taylors Truppe etwas Luft (35:29/16. Minute), doch die wurde bald wieder dünn. Zur Pause waren die Gäste mit 43:42 vorne.

Im Anschluss packten die Wilhelmsburger überraschend eine Zonen-Verteidigung aus. Durchaus mit Erfolg. Ebenso wie die Trefferquote der Seawolves sank, fiel nun allerdings auch die eigene. Resultat: ein inflationäres Maß an Führungswechseln und ausgeglichenen Spielständen. Dem im Mikrowellen-Stil heißlaufenden US-Duo Beech und Barham war es zu verdanken, dass der Rückstand mit 61:62 moderat blieb. Das Publikum, in dem sich unter anderem Ex-Nationalspieler und HSV-Präsidentschaftskandidat Marcell Jansen sowie Beachvolleyball-Shooting-Star Julius Thole befanden, durfte sich auf einen Krimi einstellen.

Um darin nicht als Opfer, sondern als Killer der Rostocker Auswärtsserie aufzutreten, mussten die Hamburger dringend einen Gang höher schalten. Dies gelang mit Verzögerung und Barham in der Hauptrolle (68:65/35.). Und diesmal musste gezittert werden. Beide Fanlager auf den gegenüberliegenden Tribünen gaben alles, sorgten für die bislang beste Atmosphäre der Saison im Inselpark. Je mehr sich das Spiel dem Ende entgegen neigte, umso lauter wurde die Anhängerschaft der Hausherren. Zazai-Freiwürfe sorgten für ein 74:67 (37.). Ausschlaggebender Faktor war allerdings primär die herausragende Team-Defense des Tabellenzweiten, der penetrierende Akteure des Aufsteigers pünktlich mit Hilfsverteidigern umschwärmte und keine einfachen Würfe gestattete. 4:09 Minuten blieb Rostock ohne Korb. Zu lange, um die Türme ins Wanken zu bringen.

„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die gegen einen extrem starken Konkurrenten gewonnen hat. Vor dem Schlussviertel habe ich den Jungs gesagt, dass sie defensiv anziehen müssen – und genau das haben sie getan. Individuell und als Team“, sagte Taylor bei der Pressekonferenz.

Hamburg Towers: Zazai (13 Punkte/6 Assists), Beech (14/12 Rebounds), Walker (2), Kovacevic (2), Kindzeka (4), Müller, Freese (16), Raffington (12/9 Rebounds), Barham (20).

Standortbestimmung in Heidelberg

Regeneration ist der Schlüssel vor Teil zwei des Doppelspieltags. Keine 45 Stunden nach dem Auftritt gegen Rostock sind die Hamburg Towers bei den MLP Academics Heidelberg gefordert. Am Sonntag, 16. Dezember, um 17 Uhr ist Sprungball in der Halle des Olympiastützpunktes.

Auf dem Papier ist es die schwierigere der beiden Wochenendaufgaben für das Team von Headcoach Mike Taylor. Heidelberg zählte vor der Saison zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten. Einzige Konstante bislang ist allerdings die Inkonstanz. Mit einer 8:6-Bilanz belegt der von Trainerfuchs Frenkie Ignjatovic gecoachte Vorjahres-Viertelfinalist den fünften Platz, gewann am Freitagabend mit 84:69 bei den Tigers Tübingen.

„Wir haben einen Heidenrespekt vor Heidelberg, das von Frenkie exzellent gecoacht wird und über eine gute Balance zwischen erfahrenen Inside- und Outside-Spielern verfügt“, sagt Taylor. Wie abgezockt die defensivstarken Korbjäger aus der attraktiven Universitätsstadt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich ligaweit kein Team weniger Ballverluste leistet. Anführer ist seit Jahren der stets zuverlässig punktende Shy Ely, der sich mit Towers-Star Drew Barham ein Rennen um die ProA-Topscorer-Krone liefert. Akteure wie Center Phillipp Heyden, Neu-Akquisition Dan Oppland, Jaleen Smith, Niki Würzner und Eric Palm sind ebenfalls Qualitätsgaranten.

Nachdem den Wilhelmsburgern unlängst in Kirchheim ein souveräner Auswärtsauftritt gelang, versuchen sie nun, auf dieser Performance aufzubauen. „Das anstehende Duell ist ein toller Test im Hinblick auf die Playoffs. Wir müssen die Zeit ab Samstagmorgen gut nutzen, um so viel wie möglich vom Scouting-Report der MLP Academics zu lesen“, erklärt Taylor.

Der US-Amerikaner nimmt voraussichtlich alle Rotationsspieler mit nach Baden-Württemberg. Einen lässt er jedoch dort. Zumindest vorübergehend. Der 17-jährige Justus Hollatz ist von Rekord-Nationalspieler Patrick Femerling für den Lehrgang der U18-Nationalmannschaft nominiert worden – und genau dieser findet vom 16. bis 19. Dezember im Olympiastützpunkt in Heidelberg statt. „Wir sind sehr stolz auf Justus. Er sich diese Ehre redlich verdient als jemand, der seinem Alter zum Trotz schon wesentliche Minuten bei uns in der ProA bekommt und in der ProB für Wedel überzeugt. Er ist eines der größten Basketballtalente, das Hamburg hervorgebracht hat“, schwärmt Taylor vom seinem Youngster-Guard.

Hollatz‘ Auftritt in Heidelberg kann via www.airtango.live im Stream verfolgt werden. Die Übertragung beginnt gegen 16.45 Uhr.

Sa 23. März 2019

@NINERS Chemnitz

Sa 30. März 2019

@Tigers Tübingen