28.11.2017Freud und Leid bei Piraten

Das Wochenende hat gemischte Ergebnisse für die beiden Nachwuchsteams der Piraten gebracht. Während die U16 von Headcoach Özhan Gürel beim 62:53-Auswärtserfolg in Paderborn den zweiten Erfolg in der JBBL-Hauptrunde einfuhr, mussten sich die NBBLer beim zuvor noch sieglosen Tabellenletzten aus Göttingen deutlich mit 72:87 geschlagen geben.

Für die Mannschaft von Felix Banobre stand das Spiel von Beginn an unter keinen guten Vorzeichen. Die Grippewelle hatte im Kader Einzug gehalten, sodass die Piraten unter der Woche eine ganze Menge Trainingsausfälle zu verzeichnen hatten. Dennoch ließ das Trainerteam diese Ausrede nicht gelten. „Entscheidend für die Niederlage war, und da muss ich Göttingen mein Kompliment aussprechen, dass die Mannschaft mit ungemein viel Energie gespielt, sich von der ersten bis zu letzten Sekunde förmlich auf dem Feld zerrissen und einen unglaublichen Kampfgeist bewiesen hat, den wir zu keinem Zeitpunkt etwas entgegenzusetzen hatten“, erklärte Co-Trainer Thore Pinkepank. „Genau das ist auch unser Anspruch, aber diese Intensität haben wir an diesem Tag einfach nicht aufs Parkett bringen können, weshalb wir auch verdient verloren haben.“

Dementsprechend verlief auch der Start in die Partie. Die Hausherren machten vom Sprungball direkt Druck und ließen keinen Zweifel daran, dass sie unter allen Umständen den ersten Saisonsieg einfahren wollten. Diese Einstellung spiegelte sich auch umgehend auf der Anzeigentafel wider. Denn die Piraten, die nur sehr schwerfällig und zugleich fahrlässig in die Partie starteten, fanden sich zum Ende des ersten Spielabschnitts beim Stand von 14:26 in einem 12-Punkte-Loch wieder.

Im zweiten Viertel ließen die Piraten dann aber zeitweise ihre Qualität aufblitzen. Die Schützlinge von Banobre stellten einige individuelle Fehler in der Defensive ab, hielten sich mit den Ballverlusten zurück und belohnten sich in der Offensive auch mit ein paar schönen Angriffen, die in erfolgreichen Korbaktionen mündeten. Zur Halbzeit verkürzten die Gäste den Rückstand auf 40:47.

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Wilhelmsburger zunächst dort an, wo sie vor dem Pausentee aufgehört hatten. Die Piraten erstickten den ersten Angriff der Hausherren und waren ihrerseits erfolgreich. Doch wie gewonnen so zerronnen. Nach dem positiven Auftakt stellten die Gäste aus Hamburg sich aufs Neue selber ein Bein. Überhastete Aktionen endeten in vermeidbaren Turnovern, die die Hausherren schnörkellos ausnutzten. Gleich drei Dreier in Folge führten dazu, dass die Hanseaten bei den Göttinger Veilchen jegliche Hoffnung auf ein Comeback begraben mussten.

„Unterm Strich muss man festhalten, dass wir es nicht geschafft haben, die Bürde, die wir uns im ersten Viertel aufgehalst haben, im Verlauf der Partie wettzumachen“, resümierte Pinkepank. „Gleichzeitig haben sich die Göttinger nicht aus der Fassung bringen lassen, wenn wir mal einen Run gestartet haben und diesen ihrerseits mit einem Lauf beantwortet.“

Einen Lauf haben derzeit auch die JBBLer. Die Mannschaft von Özhan Gürel zeigt seit dem Start der Hauptrunde ihr wahres Gesicht – und das trotz anhaltender Verletzungssorgen. Denn während die U19 sich in den ersten Minuten eine zu hohe Hypothek auflud, waren die „Junior Piraten“ vom ersten Moment an hellwach und spielten ein überragendes erstes Viertel, in dem sie den Gegner gar nicht zur Entfaltung kommen ließen und zeitweise förmlich dominierten. Besonders herausstach dabei die Defensive, die den Hausherren kaum Raum zum Atmen bescherte, sodass es mit einem Vorsprung von 18:9 in die Viertelpause ging.

Im zweiten Spielabschnitt nahm die Intensität ein wenig ab. „Wir konnten unser Niveau aus den ersten zehn Minuten nicht halten“, so Gürel, „ und haben den Vorsprung etwas nachlässig in der individuellen Verteidigung verspielt.“ Aber auch in der Offensive lief der Ball längst nicht mehr so flüssig, was aber nicht zuletzt auch am Einsatz der Gastgeber in der Defensive und der schlechten Reboundarbeit der Piraten am eigenen Brett lag, sodass die Uni Baskets aus Paderborn zunehmend an Selbstbewusstsein gewannen. Die sieben offensiven Rebounds waren ein entscheidender Faktor dafür, dass die Wilhelmsburger einen 0:11-Lauf abgaben und zur Pause nur noch mit 29:25 führten.

Gürel fand in der Halbzeit aber anscheinend die richtigen Worte, da die Piraten zu Beginn des dritten Viertels wieder die Körpersprache des ersten Spielabschnitts aufwiesen und auch unter den Brettern den Ton angaben. Fortan diktierten die Gäste wieder das Geschehen, ohne den Gegner zu beherrschen. „Die Geschlossenheit und Entschlossenheit unbedingt gewinnen zu wollen, hat am Ende den Unterschied gemacht“, führt Gürel die entscheidenden Punkte für den Auswärtserfolg an. Verlassen konnte sich der Headcoach dabei wieder auf Linus Hoffmann, der mit 21 Zählern und 12 Rebounds erneut ein sogenanntes Double-Double auflegte, und Dionys Meister, der ebenfalls auf 21 Punkte kam.

Zeit um sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, bleibt aber nicht. Denn am nächsten Samstag, 3. Dezember, um 12.30 Uhr werden sie von den Eisbären in Bremerhaven erwartet. Bereits einen Tag zuvor, am 2. Dezember um 13.30 Uhr, hat das NBBL-Team die Gelegenheit, sich vor heimischer Kulisse für die Niederlage in Göttingen zu rehabilitieren. Die Schützlinge von Banobre treffen dann ebenfalls auf den Nachwuchs der Eisbären Bremerhaven.