21.11.2017

Erfolgreiche Beutezüge für Piraten

Mit zwei Erfolgen haben die Piraten Hamburg brilliert. Während das NBBL-Team nach zwei Niederlagen in Serie mit dem klaren 79:61-Heimerfolg gegen die Baskets Akademie Weser-Ems wieder zurück auf die Siegerstraße fand, feierten die JBBLer im ersten Spiel der Hauptrunde einen Start nach Maß. Mit 81:77 gewann das Team von Headcoach Özhan Gürel ein spannendes Duell bei den YOUNG RASTA DRAGONS.

Dabei war es von Beginn an die erwartet schwierige Aufgabe. Denn die Drachen hatten sich einiges vorgenommen und gingen direkt nach dem Sprungball mit einer Intensität zu Werke, die die Wilhelmsburger in den ersten beiden Vierteln nicht ganz mitgehen konnten. Nicht zuletzt, weil die Piraten immer wieder beim Rebound das Nachsehen hatten. Eine Tatsache, die sich auch zur Halbzeit beim Stand von 35:40 auf der Anzeigentafel widerspiegelte. „Wir mussten uns in der ersten Hälfte etwas finden, da mit Leonidas Zolakidis, Semjon Weilguny und Dionys Meister gleich drei Leistungsträger verletzungsbedingt gefehlt haben“, erklärte Gürel nach der Partie.

Trotz höherem Einsatz sah es auch zu Beginn der zweiten Hälfte lange nicht so aus, dass die Hanseaten für ihren Aufwand belohnt würden. So mussten sie zusehen, wie die Gastgeber sich zwischenzeitlich auf 56:46 absetzten. Im Zuge des dritten Viertels fanden die Piraten dann aber ihren Rhythmus und legten zunehmend den Fokus auf das Spiel in der Zone. Besonders Fabien Kondo (18 Zähler und 14 Rebounds) sowie Linus Hoffmann (20 Punkte und 16 Rebounds) taten sich  hervor und ließen den Vorsprung Punkt um Punkt zusammenschmelzen. Die stärkste Phase schlossen die Wilhelmsburger mit einem 11:0-Lauf ab, der ihnen einen 66:58-Vorsprung bescherte. Wenig später führten die Gäste bereits mit 75:64, bevor sich das Team vom letzten Aufbäumen der Dragons etwas aus der Fassung bringen ließ, sodass es noch einmal spannend wurde. In einer hitzigen Schlussphase behielten die Hamburger aber dann die Nerven und zeigten, wie weit die Entwicklung des Teams fortgeschritten ist.

„Wir haben eine tolle Moral bewiesen und trotz nicht ganz einfacher Voraussetzungen durch unseren Zusammenhalt einen wichtigen Erfolg verbucht.“

Letztendlich hatten die „Junior Piraten“ es ihrer Defensive und der eigenen Treffersicherheit zu verdanken. Dennoch lässt sich diese Partie auch ein bisschen als statistischer Ausreißer bezeichnen, da der Spielberichtsbogen nicht die ganze Wahrheit erzählt. Während die Wilhelmsburger zwar die Punkte in der Zone (46:36) dominierten und mit 44,9 Prozent die deutlich bessere Quote aus dem Feld aufwiesen, hatten die YOUNG DRAGONS, die nur 34,5 Prozent ihrer Würfe trafen, in vielen anderen Kategorien die Nase vorn. Die Hausherren holten mehr Rebounds (53) als die Mannschaft von Gürel (46), erzielten deutlich mehr Fast-Break-Punkte (13:2) und hatten bei 22 Ballverluste noch drei Turnover weniger als die Piraten.

Ballverluste spielten auch zu Beginn der NBBL-Partie gegen die Gäste von der Baskets Akademie Weser-Ems eine entscheidende Rolle. Allerdings forcierte das Team von Trainer Felix Banobre die Turnover und stellte die Offensive der Oldenburger ein ums andere Mal vor ganz große Probleme, sodass sich die Hausherren zum Ende des ersten Viertels auf 23:10 absetzten.

In der Folge dümpelte das Spiel etwas vor sich hin, und die Wilhelmsburger verteidigten nicht mehr mit derselben Konsequenz wie im ersten Abschnitt. Das Resultat folgte auf dem Fuße, und die Hausherren verloren den zweiten und dritten Spielabschnitt mit 15:18 sowie 16:17. Dennoch liefen sie zu keinem Zeitpunkt wirklich Gefahr, die Partie aus der Hand zu geben. „Der Vorsprung pendelte sich immer zwischen zehn und 20 Punkten ein“, verdeutlichte Co-Trainer Thore Pinkepank, der das Team an der Seitenlinie begleitete, weil Headcoach Banobre mit dem ProB-Ligisten SC Rist Wedel in Bochum zu Gast war.

Ausschlaggebend dafür war jedoch mehr die schlechte Trefferquote der Piraten, als die 2-2-1-Zonenpresse und die 2-3-Zone, die die Gäste in der Verteidigung aufs Parkett brachten. „Wir haben den Ball ausgezeichnet bewegt, in den richtigen Momenten attackiert und uns so viele freie Würfe erspielt. Allerdings haben wir uns mit den vielen Fehlwürfen um den verdienten Lohn gebracht“, zeigte sich Pinkepank zufrieden mit dem Spiel seiner Schützlinge, auch wenn er von der Abschlussschwäche wenig angetan war.

Im vierten Viertel zeigten die Piraten dann aber noch einmal ihre ganzen Qualitäten. Besonders das Zusammenspiel auf den großen Positionen führte gegen die Zonenverteidigung immer wieder zu einfach Punkten unterm Brett, sodass am Ende ein klarer Sieg zu Buche stand.

Auf der Erfolgswelle wollen beide Teams auch in der nächsten Woche schwimmen. Die Aufgaben werden aber keineswegs einfacher. Während die NBBLer am Samstag, 25. November um 17.00 Uhr bei den BG Göttingen Juniors antreten müssen und auf dem Papier als klarer Favorit gehandelt werden, warnt Pinkepank vor dem Gegner: „Die Göttinger haben bisher vielleicht nur ein Spiel gewonnen, doch die Ergebnisse täuschen nicht darüber hinweg, dass die Jungs einen guten Ball spielen.“ Gleiches gilt auch für die Uni Baskets Paderborn, die der Cheftrainer der JBBL „noch stärker“ als die Dragons einschätzt. Seine Schützlinge müssen aufgrund eines Spieltagtausches am Samstag um 13 Uhr zunächst auswärts auf dem Parkett stehen.