10.11.2017„Die Towers-Familie fehlt mir“

Drei Jahre ist er das Gesicht der Towers gewesen, und bis heute hat kein Akteur mehr Spiele für die Wilhelmsburger auf dem Buckel als Rob Ferguson. Im Sommer ist der Kapitän zum Ligakonkurrenten Young Pikes Baunach gewechselt. Nun steht das erste Duell mit seinem ehemaligen Klub bevor. Wir haben vorab mit Rob gesprochen.

Von Hamburg nach Baunach, in die Heimat deiner Frau Verena: Wie hast du den Umzug von der Großstadt ins Frankenland verkraftet?

Ganz hervorragend. Wir haben zwar sehr gerne in Hamburg gelebt, aber nun fühlt es sich an, als wären wir richtig nach Hause gekommen. Die ganze Familie ist an einem Ort. Ich bin sehr froh, dass sich die Möglichkeit ergeben hat, hier Basketball zu spielen.

So gut es dir persönlich ergeht, sportlich könnte es besser laufen, ihr seid nach acht Spielen noch ohne Sieg. Woran machst du den Fehlstart fest?

Wir sind abgesehen von mir alle extrem jung und haben noch keine richtige Identität als Mannschaft entwickelt. Zwar werden wir von Spiel zu Spiel besser, doch der Prozess benötigt Zeit. Aber ich mache mir keine Sorgen und vertraue meinen Mitspielern.

Die meisten eurer Niederlagen waren sehr knapp. Warum ist es euch noch nicht gelungen, ein enges Match zu euren Gunsten zu entscheiden?

Auch das hängt mit der mangelnden Erfahrung zusammen. Viele Partien sind uns im letzten Viertel entglitten, weil wir offene Würfe nicht verwandelt und entscheidende Rebounds abgegeben haben. Das passiert jungen Mannschaften häufig.

Euer Team nennt sich Young Pikes, „junge Hechte“. Nicht gerade die passende Bezeichnung für einen 32-Jährigen wie dich. Was ist deine Rolle als mit Abstand ältester Akteur?

Mein Job ist es, die Jungs mit meiner Routine anzuleiten, ihnen zu erklären, wie sich ein Profi verhält und sich physisch und mental auf die Belastungen vorbereitet.

Eines der vielversprechenden Baunacher Talente ist Louis Olinde, ein weiterer Ex-Hamburger. Wie verläuft seine Entwicklung?

Louis verbessert sich kontinuierlich, es lässt sich beinahe täglich beobachten. Er hat alles, was es braucht, um eine erfolgreiche Karriere hinzulegen. Er wird seinen Weg gehen.

Unbeirrt ihren Weg in Richtung der Topteams der ProA gehen derzeit auch die Towers. Bist du vom guten Saisonstart überrascht?

Überhaupt nicht, das hatte ich so erwartet. Hamed ist ein sehr guter Trainer, der sich jedes Jahr etwas Neues einfallen lässt. Dazu ist es Marvin und ihm gelungen, den Kern der deutschen Spieler zu halten. Die Jungs, die weiter dabei sind, haben sich über den Sommer sichtbar verbessert, die Neuen passen hervorragend ins Mannschaftsgefüge.

Was erwartest du von den Towers in dieser Saison?

Sie sind mit Sicherheit ein Playoff-Team. Dann ist nach oben hin alles offen.

Gibt es einen früheren Teamkameraden, auf den du dich ganz besonders freust?

Das Duell mit Enosch wird spaßig, da wir uns schon die ganze Woche über per Telefon Trash-Talk gegeben haben. Gegen Steps und Justin dürfte ich unter dem Korb ebenfalls verteidigen und vermutlich werde ich nach einem Switch auch mal gegen Tony oder Jon ran müssen, also gegen die ganze alte Bande.

Hast du noch viel Kontakt nach Hamburg?

Seit meinem Wechsel habe ich es noch nicht geschafft, Hamburg wieder zu besuchen, aber ich habe über die Zeit dort viele Freunde gefunden, mit denen ich oft kommuniziere.

Gibt es etwas, das du an Hamburg vermisst?

Das Wetter definitiv nicht (lacht). Dafür aber die Leute, die ganze Towers-Familie, aber auch das Essen und Veysel Taser von Mr. Kebab.

Baunach oder Hamburg: Wer gewinnt am Samstag?

Es wird ein hart umkämpftes Spiel, aber diesmal schaffen wir es, den finalen Schritt zu gehen, behalten die Nerven im Schlussviertel und gewinnen ganz knapp.